Politiker im Urlaub Mit Rösler und Roth baden gehen

Beliebtes Urlaubsziel bei hiesigen Politikern in diesem Jahr ist die Ostsee. (Foto)
Beliebtes Urlaubsziel bei hiesigen Politikern in diesem Jahr ist die Ostsee. Bild: dpa

Von Sophia Weimer und Arne Meyer
Ob Strand oder Brauerei - Deutschlands Politiker wollen es sich in der Sommerpause gutgehen lassen. Weit weg zieht es die wenigsten. Das ist gut, denn der Urlaub könnte abrupt unterbrochen werden.

Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah? Deutsche Politiker haben in ihrer Sommerpause, die am 2. Juli beginnt und offiziell bis 7. September dauert, offenbar keine Lust auf Urlaub in Kanada, Katar oder der Karibik - sie bleiben lieber in vertrauten Gefilden. Nah zur Hauptstadt und beliebt bei den Politikern: die Ostsee.

Der SPD-Fraktionsgeschäftsführer Thomas Oppermann reist schon seit 15 Jahren nach Wustrow. Während der zwei Wochen an der Ostsee will er schwimmen, segeln, Rad fahren und lesen. «Das ist die Zeit, in der ich Bücher lesen kann», sagt Oppermann. In diesem Jahr habe er Herr Lehmann von Sven Regener und Wer bin ich - und wenn ja wie viele? von Richard David Precht in seinem Koffer.

Auch Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) plant einen Familienurlaub an der Ostsee. «Ich mache das Gleiche wie jedes Jahr.» Viel Action plant Rösler nicht ein - er braucht wohl eher Erholung von der harten Kritik aus der eigenen Partei und den verheerenden Umfrageergebnissen für die FDP der vergangenen Monate. Auf die Frage, was er an der Ostsee mache, sagte er: «Mich einfach nur mit meiner Familie beschäftigen.»

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Roth nimmt den weitesten Weg auf sich

CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt sagt zwar, «ich habe ein nahes Ferienziel», aber mit Blick auf die Urlaubspläne der anderen ist er schon fast ein Exot. «Ich fahre ein paar Tage an den Gardasee - zum Erholen, Ausruhen und Sonne tanken. Und um das kühle Wasser des Gardasees zu genießen.» Der ist zwar weit weg von Berlin, dafür aber recht nahe bei München - und damit auch bei Dobrindts Chef, Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) beginnt ihren Sommerurlaub traditionell mit einem Besuch der Richard-Wagner-Festspiele in Bayreuth. Danach hat sie einige Tage frei. In den vergangenen Jahren war sie meist zum Wandern in Südtirol.

Die Grünen-Parteivorsitzende Claudia Roth reist am weitesten weg: «Sommer ist für mich die Zeit, um die Seele baumeln zu lassen. Mein Ort dafür ist seit vielen Jahren die mediterrane Türkei, eine Landschaft, von der schon Odysseus begeistert gewesen sein muss.» Ausschlafen, schwimmen, am Strand liegen, Schwedenkrimis lesen, abends kochen und mit Freunden Sonnenuntergänge genießen - das sei für sie der ideale Sommertageslauf.

Auch Bundestags-Vizepräsident Wolfgang Thierse (SPD) zieht es in den Süden. Er fährt zum Wandern nach Südtirol. «Ich mache dort, was man in den Bergen halt macht: wandern, hinauf und hinunter», sagt er.

Sondersitzungen nicht ausgeschlossen

Einige Politiker machen gar keinen Urlaub, sondern widmen sich auch während der Sommerpause der Arbeit. «Ich bleibe zu Hause und nehme ein paar politische Termine wahr», erzählt Linkspartei-Vize Sahra Wagenknecht.

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So ähnlich macht es Unions-Fraktionschef Volker Kauder: Er geht auf Tour durch seinen Wahlkreis Rottweil-Tuttlingen und besucht verschiedene Unternehmen sowie politische Einrichtungen. Das klingt zwar nüchtern, ist aber durchaus promillereich: Auf Kauders Programm stehen beispielsweise ein Fassanstich auf dem Kesselbachfest in Mühlheim-Stetten und die Einweihung einer neuen Flaschenabfüllanlage in einer Brauerei in Wurmlingen.

Möglicherweise wird der eine oder andere Urlaub abrupt enden. Denn wegen der Euro-Schuldenkrise könnten die Parlamentarier kurzfristig zu Sondersitzungen nach Berlin gerufen werden.

zij/iwi/news.de/dpa

Leserkommentare (3) Jetzt Artikel kommentieren
  • anger
  • Kommentar 3
  • 03.07.2012 16:22
Antwort auf Kommentar 2

Besser die Weisheit mit Löffeln als die Suppe mit der Gabel...MfG

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  • Knoppka
  • Kommentar 2
  • 02.07.2012 12:22
Antwort auf Kommentar 1

Schon wieder so ein OBERSCHLAUER. er hat die Weisheit mit Löffeln gefressen!

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  • anger
  • Kommentar 1
  • 02.07.2012 11:14

Bei korrekt gewählter Präposition entspräche dieser Einstieg einer trefflichen Prophezeiung (ohne Anspruch auf Vollständigkeit bezgl. der Objekte) zur Zukunft Deutschlands: "DURCH Rösler und Roth baden gehen"...

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