Syrien Blauhelme setzen Friedensmission aus

Führt die UN-Beobachtermission UNSMIS in Syrien: Der norwegische General Robert Mood. (Foto)
Führt die UN-Beobachtermission UNSMIS in Syrien: Der norwegische General Robert Mood. Bild: dpa/Bassem Tellawi

UN-Beobachter geben vorerst auf: Für die unbewaffneten Blauhelme ist es in Syrien zu gefährlich geworden. Im belagerten Homs spitzt sich die Lage für die Zivilisten zugleich zu. 1000 Familien sind dort ohne Lebensmittel und medizinische Versorgung.

Die UN-Beobachter setzen ihre Mission in Syrien vorerst aus. Grund dafür sei die eskalierende Gewalt im Land, erklärte der Chef der Beobachtermission UNSMIS, der norwegische General Robert Mood, am Samstag. «In dieser überaus riskanten Situation setzt UNSMIS ihre Aktivitäten aus.» Die Beobachter würden vorerst keine Patrouillen mehr durchführen. Die Aussetzung der Mission werde täglich überprüft, heißt es in der Stellungnahme des Generals weiter.

Die mehr als 300 Mann starke, unbewaffnete Blauhelm-Mission ist seit April in dem gewalterschütterten arabischen Mittelmeer-Land. Sie soll eine vom UN-Vermittler Kofi Annan mit den Konfliktparteien ausgehandelte Waffenruhe überwachen. Da es aber zu keiner Einstellung der Kämpfe kam, dokumentierten die UN-Beobachter vor allem Massaker an Zivilisten, die Truppen und regimetreue Milizen von Präsident Baschar al-Assad Ende des Vormonats in der Provinz Homs begangen hatten.

Syrien-Konflikt
Assads brutaler Krieg

Die Ankündigung Moods erfolgte am Samstag vor dem Hintergrund anhaltender Gewalt in Syrien. Mindestens 27 Menschen, unter ihnen drei Frauen, seien bei Angriffen der Regimetruppen und bei Kämpfen mit den Aufständischen getötet worden, berichteten syrische Aktivisten. Allein zehn Menschen starben beim Beschuss der Stadt Homs. 15 Bürger seien in den Vorstädten von Damaskus, vor allem in Duma, getötet worden. Die Angaben lassen sich nicht von unabhängiger Seite überprüfen, weil die Führung in Damaskus eine Medienblockade verhängt hat.

14.000 Menschen verloren ihr Leben

Unterdessen verschlimmert sich die Lage von Zivilisten, die in vier Stadtteilen von Homs eingeschlossen sind, dramatisch. Mehr als 1000 Familien «haben nichts mehr zu essen und keinen Zugang zu ärztlicher Betreuung», erklärte ein Mitarbeiter der syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte in London. «Menschen sterben dahin», fügte er hinzu.

Allein 200 Menschen seien verletzt und bedürften dringender medizinischer Hilfe, die sie vor Ort nicht erhalten könnten. Die betroffenen Stadtteile Altstadt, Al-Chalidija, Dschurat al-Schiah und Kusur würden von Regimetruppen belagert und regelmäßg beschossen.

Seit März 2011, als die Proteste gegen das Assad-Regime begannen, kamen nach Angaben von Aktivisten mehr als 14.000 Menschen ums Leben. Bei den meisten Opfern handele es sich um Zivilisten.

zij/news.de/dpa

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