Griechenland Kein Geld, keine Operationen mehr

Die Finanzkrise in Griechenland wird immer dramatischer. Patienten müssen sich ihren Gips selbst mitbringen, Krankenhäuser führen seit Tagen keine Operationen mehr durch. Die Staatskasse ist fast leer und das Vertrauen auf die Zahlungsmoral der Mitmenschen schwindet im Pleitestaat.

Chronologie: Der Verlauf der griechischen Schuldenkrise

Kein Geld für mehr für OP-Material: Die Lage in den griechischen Krankenhäusern wird wegen der Finanzkrise immer dramatischer. Die größte Klinik in der nordgriechischen Hafenstadt Thessaloniki führt seit Tagen keine kardiologischen Untersuchungen und Operationen mehr durch.

«Meine Kollegen können keine Stentimplantationen durchführen», sagte ein Arzt des Krankenhauses. Das Krankenhaus habe kein Geld mehr, um die Stents (Gefäßstützen) zu kaufen. Die Staatsanwaltschaft von Thessaloniki ordnete eine Untersuchung an. Dabei soll festgestellt werden, inwiefern der Mangel an medizinischem Material Menschenleben gefährdet.

Medikamente nur noch gegen Bargeld

Auf der Insel Chios müssen die Verwandten der Patienten selbst Gips kaufen, damit die Ärzte gebrochene Arme und Beine behandeln können, berichtete die Athener Zeitung Ta Nea.

Die Großhändler von Medikamenten und medizinischem Material beliefern die wichtigsten Krankenhäuser nur noch gegen Barzahlung. Auch hunderttausende Versicherte der größten Krankenkasse EOPYY müssen ihre Medikamente bar in den Apotheken bezahlen und sich anschließend mit der Quittung an die Krankenkasse wenden.

In Griechenland sind die Staatskassen fast leer. Eine handlungsfähige Regierung gibt es seit der Parlamentswahl im Mai nicht. Deshalb wird am 17. Juni erneut gewählt.

jag/news.de/dpa

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Leserkommentare (3) Jetzt Artikel kommentieren
  • Michel1966
  • Kommentar 3
  • 17.06.2012 15:30
Antwort auf Kommentar 2

Nun ja, das ist doch dann die gleiche Situation wie in einem Dritte-Welt-Land. Die Armut sieht man als Tourist in Touristenhochburgen natürlich nicht !! Alleine die Arbeitslosen in Grichenland sprechen doch Bände, da muss man nichts sehen. Zum anderen muss ich aber auch sagen, dass die Griechen sich derzeit selbst weiter und weiter reinreiten, weil sie z.B. gegen Deutschland wettern und dadurch die DRINGEND benötigten Touristen ausbleiben. Und selbst wenn sie aus der EU austreten, wie sollen sie jemals wieder auf die Beine kommen ?? Das haben sich die EU und die Griechen selbst zuzuschreiben.

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  • Angelina
  • Kommentar 2
  • 12.06.2012 16:24

Wir haben vergangene Jahr in Griechenland 500 € nur Unterkunft für zehn Nächte bezahlt. Der Vermieter hatte zwei Häuser, mindestens 30 Zimmer. Voll früh gebucht. Es ist unmöglich jetzt noch was frei für dieses Saison zu bekommen. Keine Spur von Krise in gesamte Urlaubsgebiete. Wohl bemerkt, außer Supermarkt haben wir nirgendwo ein Quittung bekommen. Die griechische Fiskus könnte eine Pauschalversteuerung aus der Internetangebote berechnen. Es fehlt nicht das Geld, sondern die soziale Verantwortung, die die Griechen gern der EU überlassen.

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  • Pazifiko
  • Kommentar 1
  • 11.06.2012 19:41

Eigentlich ist in Griechenland längst ein Punkt überschritten, ab dem sogenannte Notstandsgesetze greifen und die u.a. folgende Maßnahmen regeln müßten: Gewährleistung der öffentlichen Ordnung, unentgeltliche und ggf. auch rationierte Lebensmittelversorgung mit Marken, Sicherstellung der Krankenversorgung, bedingungslose Enteignung größerer Vermögen, usw. usw.

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