Pflegeversicherung Lauterbach warnt vor überteuerten Pflege-Policen

Essen - SPD-Gesundheitsökonom Karl Lauterbach rechnet bei den staatlich geförderten privaten Pflegetagesgeld-Policen erst mit Billigofferten und dann mit saftigen Preisanstiegen.«Die Versicherer werden sich zunächst mit Lockangeboten überbieten», prognostiziert Lauterbach der «Westfälischen Rundschau».

Lauterbach warnt vor überteuerten Pflege-Policen (Foto)
Lauterbach warnt vor überteuerten Pflege-Policen Bild: dpa

Das dicke Ende komme erst mit der Zeit: «Ich gehe davon aus, dass die Policen später pro Jahr um zehn Prozent teurer werden», sagte Lauterbach. Dies würden die Versicherer dann mit den gestiegenen Risiken begründen.

Das Bundeskabinett hatte am Mittwoch auf den Weg gebracht, dass private Pflege-Zusatzversicherung künftig mit 5 Euro pro Monat vom Staat gefördert werden. Mit dem staatlichen Zuschuss zur privaten Pflegeversicherung können sich nach den Worten von Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) auch Geringverdiener künftig mit kleinen Beiträgen eine Altersvorsorge aufbauen.

Opposition, Gewerkschaften und Sozialverbände werfen Schwarz-Gelb Steuerverschwendung und Klientelpolitik vor. Auch der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) äußerte Kritik. Die geplante Pflicht, jeden Antragsteller ohne Risikoprüfung in die private Pflege-Zusatzversicherung aufzunehmen, habe «extrem negative Auswirkungen auf die Preisgestaltung».

Pflegeversicherung

Pflegebericht des Gesundheitsministeriums

news.de/dpa

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Leserkommentare (1) Jetzt Artikel kommentieren
  • CW
  • Kommentar 1
  • 07.06.2012 13:28

Eigentlich schon komisch, dass jemand wie Herr Dr.Lauterbach keine Ahnung hat. És ist ja nett was von 10%Steigerungen zu erzählen ohne es nachweisen zu müssen. FAkt ist, dass hier erstmals eine Generationsgerechte Lösung geschaffen wird und nicht wie jetzt in der Pflegepflichtversicherung die Jungen die Verlierer sind. Die dürften froh sein wenn es jährlich nur 10% mehr kosten würde, wenn in 20-30 Jahren ein Arbeitnehmer einen Rentner (Und damit um so mehr Pflegebedürftige versorgen muss)

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