Syrien-Konflikt Putin und Merkel setzen auf Diplomatie

Wegen seiner Unterstützung für Syriens Regime steht Russland international in der Kritik. Beim Besuch von Waldimir Putin in Berlin zeigten sich er und Kanzlerin Merkel jedoch einhellig darüber, eine politische Lösung finden zu wollen. (Foto)
Wegen seiner Unterstützung für Syriens Regime steht Russland international in der Kritik. Beim Besuch von Waldimir Putin in Berlin zeigten sich er und Kanzlerin Merkel jedoch einhellig darüber, eine politische Lösung finden zu wollen. Bild: Timur Emek/dapd

Russland gilt als einer der letzten Verbündeten des Regimes von Präsident Baschar Assad und erntet dafür international viel Kritik. Beim Antrittsbesuch in Berlin dementierte Präsident Wladimir Putin, die Konfliktparteien in Syrien zu unterstützen, und pochte gemeinsam mit Kanzlerin Merkel auf eine politische Lösung.

Deutschland und Russland streben im Syrien-Konflikt eine politische Lösung an. Beide Länder setzten alles daran, um zu verhindern, dass es zu einem Bürgerkrieg kommt und noch mehr Menschen leiden, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Freitag beim Antrittsbesuch des russischen Präsidenten Wladimir Putin in Berlin. «Das heißt, wir müssen politisch alles daran setzen, hier voranzukommen.»

Der Plan des Syrien-Sondergesandten Kofi Annan könne ein Ausgangspunkt sein. Insbesondere im UN-Sicherheitsrat müsse mit aller Kraft und Nachdruck daran gearbeitet werden, dass dieser Plan auch umgesetzt werden könne. Gegebenenfalls müssten ergänzende politische Aktivitäten entfaltet werden, sagte Merkel.

Putin versicherte, dass Russland keine Waffen an Syrien liefere, die in einem Bürgerkrieg zum Einsatz kommen könnten. «Im Großen und Ganzen glaube ich, dass eine politische Lösung gefunden werden kann.» Nach dem Treffen mit Merkel wies er Vorwürfe zurück, wonach Moskau einseitige Unterstützung für das Regime in Syrien leiste. Es gebe gute und langjährige Beziehungen zu Damaskus, aber Moskau unterstütze keine der Konfliktparteien.

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Demonstranten: «Putin ist nicht legitim»

Die gemeinsame Aufgabe liege jetzt darin, ein Bürgerkriegsszenario zu unterbinden. Die Mission Annans dürfe nicht scheitern. Es müsse jetzt alles getan werden, um eine Eskalation der Gewalt zu verhindern. «Niemand hat Interesse an einem Bürgerkrieg», sagte Putin. Russland ist einer der letzten Verbündeten des weltweit nahezu isolierten syrischen Regimes. Im UN-Sicherheitsrat hatte Russland wiederholt ein schärferes Vorgehen gegen Damaskus verhindert.

Merkel hatte Putin mit militärischen Ehren im Kanzleramt empfangen. Vor dem Bau standen einige Dutzend Demonstranten, die Syrien-Flaggen und Transparente mit der Aufschrift wie «Putin ist nicht legitim» hochhielten. Der Empfang des Kreml-Chefs wurde aus der Ferne von Pfiffen und Anti-Putin-Parolen begleitet.

Unmittelbar vor dem Besuch des russischen Präsidenten sprach Bundesaußenminister Guido Westerwelle Moskau bei der Lösung des Syrien-Konflikts eine Schlüsselrolle zu. Russland müsse erkennen, dass Deutschland nicht gegen strategische russische Interessen arbeite, «wenn wir die Gewalt in Syrien beenden möchten», sagte Westerwelle der Welt. Es gelte, einen Flächenbrand in der gesamten Region zu verhindern. Aus Diplomatenkreisen bei der Europäischen Union verlautete, Russland sei bei den Bemühungen, einen Bürgerkrieg in Syrien zu verhindern, «nicht hilfreich» gewesen.

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zij/news.de/dpa

Leserkommentare (3) Jetzt Artikel kommentieren
  • heinrichIV
  • Kommentar 3
  • 21.11.2013 11:33

Wer schürt denn seit langem weltweit Konflikte in fremden Ländern? Wer mischt sich denn weltweit und fortwährend in fremde Angelegenheiten ein? Wer infiltriert und betreibt Desinformation (sogar in der UNO) und erfindet ständig neue Feinde und Gegner? Die Antwort werdet Ihr wohl selbst wissen. Statt mal in derem eignem Land für soziale Gerechtigkeit zu sorgen (was dringend nötig wäre!) zeigt deren Administration ständig auf andere, um vom eigenem Versagen abzulenken. Und Chef-Vasallin Frau Merkel hilft kräfig dabei.

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  • Volksmeinung
  • Kommentar 2
  • 18.11.2012 06:02
Antwort auf Kommentar 1

Bei Frau Dr.Merkel stellt sich doch die Frage...was kann diese Person überhaupt???

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  • putinfanatiker
  • Kommentar 1
  • 02.06.2012 06:20

Warum hat Frau Dr. Bundeskanzlerin Merkel denn Kopfhoerer auf ? Der Russische Praesident Wladimir Putin spricht doch PERFEKT ohne Akzent die Deutsche Sprache ? Oder versteht die Kanzlerin noch nicht einmal richtig Deutsch ??? Kann ja sein !!!

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