International Suu Kyi bei erster Auslandsreise stürmisch begrüßt

Samut Sakhon - Mit Begeisterungsstürmen haben birmanische Wanderarbeiter die Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi in Thailand empfangen.Die 66-Jährige besuchte bei ihrer ersten Auslandsreise seit 24 Jahren vor allen hochkarätigen politischen Gesprächen zuerst Landsleute in einem Industriegebiet in der Provinz Samut Sakhon südwestlich von Bangkok.

Suu Kyi bei erster Auslandsreise stürmisch begrüßt (Foto)
Suu Kyi bei erster Auslandsreise stürmisch begrüßt Bild: dpa

Anlass der Reise ist ein Auftritt beim Weltwirtschaftsforum Ostasien an diesem Freitag in Bangkok. Im Juni reist Suu Kyi nach Europa, unter anderem nach Genf, Oslo und London.

«Ich möchte, dass ihr alle in unsere Heimat zurückkehrt», rief Suu Kyi (66) den Menschen zu, die teils stundenlang gewartet haben. Die Politikerin präsentierte sich im typischen birmanischen Wickelrock und wie immer mit Blumen im Haar. Die Menschen schwenkten Fähnchen und Fotos von Suu Kyi und ihrem berühmten Vater, dem 1948 ermordeten Unabhängigkeitshelden Aung San. «Wir haben uns einfach freigenommen, obwohl unser Chef nicht einverstanden war», sagte einer der Arbeiter. «Ich musste sie einfach persönlich sehen, ich kenne sie nur vom Fernsehen», sagte ein anderer.

Suu Kyi war vom 2011 abgetretenen Militärregime 15 Jahre unter Hausarrest festgehalten worden. Sie wandte sich vom Balkon eines heruntergekommenen Gebäudes an die Menschen, die teils stundenlang gewartet hatten. Sie rief sie auf, sich für ihre Rechte einzusetzen. Im Gespräch mit Hilfsorganisationen regte sie anschließend an, Schulen für die Wanderarbeiter einzurichten.

In Thailand arbeiten nach Schätzungen mindestens zwei Millionen Wanderarbeiter, 80 Prozent davon aus Birma. Viele verrichten Schwerstarbeit in der Fischereiwirtschaft und auf dem Bau und werden schlecht bezahlt. Sie müssen Agenten oft hohe Prämien für die Arbeitsvermittlung zahlen. Nicht alle sind legal in Thailand. Suu Kyi wollte am Samstag auch Flüchtlingslager im Grenzgebiet besuchen. Hunderttausende Menschen sind in den vergangenen 30 Jahren vor der brutalen Militärjunta aus Birma geflohen.

news.de/dpa

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