Nach Lafo-Rückzug Frauenduo will die Linke führen

Oskar Lafontaine zieht seine Bewerbung für den Linken-Vorsitz zurück. Nun könnte eine weibliche Doppelspitze folgen: Vize-Parteichefin Katja Kipping und NRW-Vorsitzende Katharina Schwabedissen haben ihre gemeinsame Kandidatur erklärt.

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Nach dem Rückzug von Oskar Lafontaine geht der Führungsstreit bei der Linken in eine neue Runde. Die stellvertretende Linke-Vorsitzende Katja Kipping und die nordrhein-westfälische Landeschefin Katharina Schwabedissen haben ihre gemeinsame Kandidatur für den Parteivorsitz erklärt.

«Wir fühlen uns dem Aufbruch in Richtung einer neuen, nicht-autoritären Linken verpflichtet», heißt es in einer Erklärung der beiden und vier weiterer Linken-Politiker, die die Kandidatur unterstützen. «Wir wollen in der langen Erzählung der Linken ein neues Kapitel aufschlagen. Der Sozialismus des 21. Jahrhunderts ist nicht nur eine Frage der Inhalte, sondern auch der Methode: Für eine demokratische Linke.»

Auch in Parteikreisen wird der Ruf nach einer weiblichen Doppelspitze lauter. «Zwei Männer haben wir ja schon gehabt», sagte Parteichef Klaus Ernst am Dienstagabend auf einer Regionalkonferenz in Berlin. Es müssten Frauen mit Ausstrahlung auch in die alten Bundesländer sein. Der stellvertretende saarländische Linke-Chef Heinz Bierbaum verlangte, Lafontaines Lebensgefährtin, die stellvertretende Parteivorsitzende Sahra Wagenknecht, müsse dabei eine zentrale Rolle spielen.

Was wird aus Dietmar Bartsch?

Lafontaine hatte am Dienstag seinen Verzicht auf eine Kandidatur für den Parteivorsitz erklärt, nachdem Bundestags-Fraktionschef Gregor Gysi ihm am Montag seine Unterstützung entzogen hatte. Lafontaine hatte sich nur unter der Bedingung zu einer Kandidatur bereiterklärt, dass kein anderer gegen ihn antritt. Vor allem Ost-Linke, die dem pragmatischen Flügel um Bartsch zuzurechnen sind, bezeichneten dieses Verhalten als undemokratisch.

Weitere Kandidaten für die neue Doppelspitze sind Bundestags-Fraktionsvize Bartsch und die sächsische Bundestagsabgeordnete Sabine Zimmermann. Die sieht ihre Chancen durch den Rückzug Lafontaines nicht geschmälert. «Ich habe meine Kandidatur nicht von Oskar Lafontaine abhängig gemacht», sagte Zimmermann der in Chemnitz erscheinenden Freien Presse. Thüringens Fraktionschef Bodo Ramelow allerdings legte Dietmar Bartsch nahe, nach dem Rückzug Lafontaines nun ebenfalls auf eine Kandidatur für den Parteivorsitz zu verzichten.

jag/wam/news.de/dpa

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Leserkommentare (1) Jetzt Artikel kommentieren
  • Ole
  • Kommentar 1
  • 24.05.2012 21:12

Det Duo find ik jut!

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