Blockupy-Protest Demonstranten legen Frankfurt lahm

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Von Stefan Höhle und Marco Pecht
Mindestens 20.000 Menschen gingen bei den Blockupy-Protesten in Frankfurt/Main auf die Straße. Sie demonstrierten überwiegend friedlich. Doch es gab auch Zwischenfälle. Autonome griffen Polizisten mit Fußtritten und Schlägen an, außerdem wurden zwei Rauchbomben gezündet.

Bei den Blockupy-Protesten in Frankfurt am Main sind am Samstag Tausende Kapitalismusgegner auf die Straße gegangen. Die Polizei schätzte am Nachmittag die Zahl der Demonstranten auf mindestens 20.000, die Veranstalter gaben 25.000 an. Ein Polizeisprecher sagte, unter ihnen seien auch 400 bis 500 gewalttätige vermummte Mitglieder der linken Szene.

Autonome greifen Polizisten an

Die Autonomen hätten die Polizisten mit Fußtritten und Schlägen angegriffen, fügte der Sprecher hinzu. Zudem seien zwei Rauchbomben in der Mitte des Demonstrationszuges gezündet worden. Die Organisatoren in den Lautsprecherwagen bemühten sich energisch und bis dahin erfolgreich um einen friedlichen Verlauf der Proteste. Bisher sei es trotz der kleineren Zwischenfälle weitgehend friedlich geblieben, betonte der Polizeisprecher. Weil die Stadt Chaos fürchtete, hatte sie die Aktionen von Mittwoch bis Sonntag ursprünglich ganz verboten und nur die Großdemonstration erlaubt.

«Occupy Wall Street»
Aufruhr in Amerika
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Bereits seit dem Vormittag waren in und auf den Autobahnen rund um Frankfurt Kontrollstellen der Polizei aufgebaut worden. Daher kam es im Rhein-Main-Gebiet immer wieder zu Verkehrsbehinderung und die Anreise der Demonstranten verzögerte sich. Die Ordnungsbehörden hatten mit bis zu 2000 Gewaltbereiten aus ganz Europa kalkuliert. Bei einer antikapitalistischen Demonstration Ende März in Frankfurt war es zu Ausschreitungen gekommen.

Aktivisten kritisieren hohe Polizeipräsenz

Mit 5000 Beamten zeigen die Einsatzkräfte das gesamte Wochenende über in der Main-Metropole Präsenz. Die Aktivisten kritisierten die starke Polizeipräsenz und sahen sich in ihrer Versammlungsfreiheit eingeschränkt. Auch während der Demonstration durch die Innenstadt ins Bankenviertel gab es kritische Situationen. An einem Engpass am Untermainkai mischten sich offenbar Polizisten gegen die Laufrichtung unter die Demonstranten. Diese skandierten wiederum «Haut-Ab»-Rufe.

An der Auftaktveranstaltung in der Nähe des Bahnhofes beteiligten sich zahlreiche Gewerkschaften, Parteien und Organisationen. Das kapitalismuskritische Bündnis attac war mit Delegationen aus Griechenland, Spanien, Frankreich, Ungarn und Portugal angereist. Die Demonstranten wollten am Nachmittag zu einer Abschlusskundgebung in die Nähe der Europäischen Zentralbank (EZB) gehen.

Redner kritisieren Sparpolitik der EU

Die bei der Auftaktkundgebung gehaltenen Reden wurden für die Demonstranten ins Englische übersetzt. Aktivisten kritisierten die EU-Politik in der Finanzkrise. Diese habe Staaten wie Griechenland unmenschliche Sparmaßnahmen verordnet und das Land seiner Souveränität beraubt. Deutsche Großunternehmen hätten dabei durch absinkende Reallöhne und immer mehr Leiharbeit am stärksten in Europa Profite gemacht.

Am Freitag sind den Polizeiangaben zufolge bei nicht genehmigten Sitzblockaden etwa 400 Personen in Gewahrsam genommen worden. Das Bündnis warf den Ordnungskräften zu hartes Vorgehen vor: Die friedlichen Demonstranten seien mit Kabelbindern gefesselt und in Sammelstellen in ganz Hessen transportiert worden. Dort hätten sie ohne Vorführung beim Richter bis zu sieben Stunden auf ihre Freilassung warten müssen, sagte der Blockupy-Anwalt Paolo Rossini.

phs/news.de/dapd

Leserkommentare (4) Jetzt Artikel kommentieren
  • heinrichIV
  • Kommentar 4
  • 22.05.2012 11:17

So ist`s recht, Demonstration auch für griechische Urkundenfälscher und EU-Betrüger. Was die Türkei erfolgreich geschafft hat, wollen die Griechen nicht ertragen, stattdessen weiter auf unsre Kosten leben. Vielleicht sollten die Griechen mal bei den Türken nachfragen, ob diese ihnen Wirtschaftshilfe und Geld leihen. So könnten sie die Türken bekämpfen mittels finanzieller Umverteilung, ha, ha,

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  • Zweistein
  • Kommentar 3
  • 21.05.2012 14:00
Antwort auf Kommentar 1

Eso-Blödsinn im ewigen Ebola-Fieber. Vorgegebene Sprechblasen durch die "pro-bem-teutschen"!

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  • Vera Schmidt
  • Kommentar 2
  • 21.05.2012 10:02

Ich bin dafuehr, denn wir brauchen eine Gesellschaftsaenderung,denn es darf einfach nicht sein in einer Demokratie, dass die Trennung von Reich und arm so weit ist. Die ungerechtigkeiten nehmen zu, und die Jugend hat immer weniger Chancen einen ordentlichen Lebensunterhalt zu verdienen ! Es muss einfach gerechter werden in unserem Land.....

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