Keine Einigung Neuwahlen in Griechenland

Griechenland steht vor Neuwahlen (Foto)
Alle Bemühungen waren umsonst: Griechenland steht vor Neuwahlen. Bild: dapd

Regierungsbildung gescheitert: In Griechenland wird wenige Wochen nach den letzten Wahlen erneut abgestimmt. Das teilte das Präsidentenbüro nach einer Krisensitzung in Athen mit. Als wahrscheinliches Datum für die Wahlen gilt der 17. Juni.

In Griechenland wird wenige Wochen nach den letzten Wahlen erneut abgestimmt. Alle Verhandlungen zur Bildung einer Regierung seien gescheitert, teilten Präsidentschaft und Teilnehmer eines Krisentreffens am Dienstag in Athen mit.An diesem Mittwoch soll über die Formalitäten zur Bildung einer Interimsregierung beraten werden. Als wahrscheinliches Wahldatum wurde der 17. Juni genannt.

Beobachter gehen davon aus, dass bei Neuwahlen linke und rechte Parteien weiter erstarken könnten. Aus der Abstimmung am 6. Mai war die linksradikale Syriza von Alexis Tsipras als zweitstärkste Kraft hervorgegangen. Tsipras' will das Sparprogramm des pleitebedrohten Landes auf Eis legen.

Sozialistenchef Evangelos Venizelos sprach nach dem Krisentreffen von «schlimmen Bedingungen» für Neuwahlen. Einige stellten die Parteiinteressen über das Wohl des Landes, sagte er, ohne Namen zu nennen.

Chronologie
Der Verlauf der griechischen Schuldenkrise
Bei der griechischen Parlamentswahl am 6. Mai 2012 verlieren die Unterstützer des Sparprogramms die Mehrheit. (Foto) Zur Fotostrecke

Der Kurs des Euro ist nach den ersten Meldungen über die Neuwahlen im schwer angeschlagenen Euroland kräftig abgerutscht. Mit der Bestätigung von Neuwahlen durch einen Sprecher von Präsident Karolos Papoulias fiel die Gemeinschaftswährung im Nachmittagshandel unter die Marke von 1,28 US-Dollar. Damit erreichte der Euro den tiefsten Stand seit Mitte Januar.

wam/news.de/dapd

Leserkommentare (3) Jetzt Artikel kommentieren
  • Pazifiko
  • Kommentar 3
  • 16.05.2012 03:49

Helas hat fertig: In Griechenland wird jetzt so lange und so oft neu gewählt bis die Schulden weg sind. Zum Kommentar "Manche würden versuchen ihr Geld ins Ausland zu bringen." Dies haben die schlauesten Bürger Griechenlands doch längst getan. Und die meisten von denjenigen, die das Übel eigentlich mitzuverantworten hätten, wohnen wohl auch schon gar nicht mehr dort.

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  • Eso-Polizist
  • Kommentar 2
  • 15.05.2012 21:37

Wenn Griechenland aus der €urozone austritt, dies ist für Deutschland wie eine Erlösung. Wir bezahlen dann nicht mehr für die Fehler anderer.

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  • werner.4321
  • Kommentar 1
  • 15.05.2012 16:42

Ich kann die Griechen etwas verstehen, denn zahlen muss die Zeche der einfache Mensch. Nur wird die Rückkehr zu Drachme viel schlimmer: Heimlichst müsste das neue Geld erstellt werden, dann müssten für ca 3 Tage alle Banken und Geldautomaten in Griechenland geschlossen sein. Einkäufe wären praktisch kaum möglich. Sonst würden alle Einwohner, die noch Euro-Guthaben haben, diese plündern und die Euro auf die Seite legen. Die Banken könnten nicht mehr auszahlen. Das Chaos wäre riesig. Manche würden versuchen ihr Geld ins Ausland zu bringen. Die Wirtschaft hungert aus.

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