Landtagswahl in NRW Röttgen und Kraft werden zum Problem

Gefallener Prinz und weiblicher Superstar: Nach der Wahl in Nordrhein-Westfalen könnten sowohl  Norbert Röttgen als auch Hannelore Kraft für ihre Bundesparteien zu einer Belastung werden.
 

Klatsche für Röttgen, Triumph für Kraft (Foto)
Klatsche für Röttgen, Triumph für Kraft: News.de-Redakteur Martin Walter analysiert den Ausgang der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen. Bild: news.de

Ein solches Debakel hat sich Norbert Röttgen wohl in seinen schlimmsten Albträumen nicht ausgemalt. Mit deutlich weniger als 30 Prozent blieb der Spitzenkandidat der CDU in NRW nicht nur weit hinter sämtlichen Umfragewerten zurück. Das Ergebnis ist für die Union in Nordrhein-Westfalen ein historischer Tiefpunkt. Direkt nach Bekanntgabe der ersten Zahlen kündigte Röttgen seinen Rücktritt als Landesvorsitzender an.

Bei aller Bestürzung war die Erdrutschniederlage des Umweltministers dennoch absehbar. Zu steif, zu bürgerfern und zu blasiert präsentierte sich Norbert Röttgen im Wahlkampf. Angefangen mit dem fehlenden Bekenntnis zu NRW über holprige Provinzauftritte bis hin zum verzweifelten Versuch, Angela Merkels Europapolitik als letzten Rettungsanker mit in den Wahlkampf zu ziehen.

Beinahe erleichtert wirkte Röttgen bei seiner Rücktrittserklärung. Endlich wieder raus aus der Provinz und zurück nach Berlin. Diesen Eindruck vermittelte er während seiner gesamten Kampagne. Einst als Kronprinz gehandelt, ist der 47-Jährige für Angela Merkel zu einem echten Klotz am Bein geworden. 

Die Kanzlerin muss sich nun nicht nur mit einem beschädigten Bundesminister, sondern auch mit einem wiedererstarkten Koalitionspartner auseinandersetzen. Christian Lindner und die FDP reüssierten unerwartet und zogen klar in den Landtag ein.

Wahlkampf in NRW: Zwischen Currywurst und Millionärssteuer
zurück Weiter Currywurst.jpg (Foto) Zur Fotostrecke Foto: Screenshot news.de (facebook.com)

Hannelore Kraft ist der Star der SPD

Für die SPD und Hannelore Kraft bedeutet der deutliche Sieg im bevölkerungsreichsten Bundesland dagegen einen gewaltigen Schub in Richtung Superwahljahr 2013. Allerdings dürfen sich die Sozialdemokraten von den Zahlen in NRW nicht blenden lassen. Den deutlichen Erfolg verdanken sie in erster Linie der überzeugenden Landesmutter sowie der Unfähigkeit ihres Herausforderers.

Auf Bundesebene tut die SPD gut daran, zeitnah über ihren Spitzenkandidaten für die Bundestagswahl zu entscheiden. Je länger Peer Steinbrück, Frank-Walter Steinmeier und Sigmar Gabriel als unentschlossene Troika männlicher Alphatiere durch die Lande ziehen, desto lauter dürften die Rufe nach Hannelore Kraft als Merkel-Herausforderin werden. Nach dem Triumph im Westen ist die alte und neue Ministerpräsidentin Nordrhein-Westfalens derzeit der unumstrittene Star der SPD.

ham/news.de

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Leserkommentare (2) Jetzt Artikel kommentieren
  • Die Redaktion
  • Kommentar 2
  • 15.05.2012 14:51

Hallo ichbinspersönlich, wir freuen uns natürlich immer, wenn unsere Artikel gelesen werden und zu Kommentaren Anlass geben. Wir möchten Sie aber darauf aufmerksam machen, dass es sich hier erstens um einen Kommentar handelt und dieser zweitens bereits am Wahlsonntag veröffentlicht wurde. Mit besten Grüße, die news.de-Redaktion

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  • ichbinspersönlich
  • Kommentar 1
  • 15.05.2012 13:51

Ich möchte nur dem Autor, Herrn Walter, zu dem " tollen " Titel gratulieren! Er hat mich verführt diese Banalität zu lesen und sogar noch eigene Banalitäten hier aufzuschreiben! Ich lese das jetzt und denke , wieso denn Beide ein Problem? Gibt's am Dienstag was neues, was gestern nicht schon 100 mal besprochen wurde? Hat Fr. Kraft nach mindestens 1000 Dementis jetzt doch eine Fahrkarte nach Berlin gekauft? Ist Röttgen vielleicht mit einem Fallschirm abgesprungen? Aber nein - nichts Neues - gar nichts Neues - überhaupt gar nichts Neues! Respekt für diese tolle investigative Arbeit!

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