Nordrhein-Westfalen Rollt Röslers Kopf in NRW?

Liberalen-Krise
Das Netz lacht über die FDP
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Von news.de-Redakteur Martin Walter
Liberale Machtspiele: Christian Lindners Ergebnis in NRW entscheidet auch über die Zukunft von FDP-Boss Philipp Rösler. Selbst ein Erfolg bei der «kleinen Bundestagswahl» würde seinen Abgang als Parteivorsitzender nur hinauszögern.

«Rösler tritt ab», hatten die Medien am Tag nach den Landtagswahlen in Schleswig-Holstein einhellig berichtet. Eine voreilige Falschmeldung? Mitnichten. Gemeint war nicht FDP-Boss Philipp, sondern der gleichnamige Düsseldorfer Fußballer Sascha Rösler, der seine Karriere zum Saisonende beenden wird. Viel Fantasie braucht es derzeit allerdings nicht, sich auch den Abgang von Philipp Rösler als FDP-Vorsitzenden auszumalen.

Noch nie hatte der Frontmann der Liberalen schlechtere Beliebtheitswerte als vor den Landtagswahlen in Schleswig-Holstein und NRW. Besonders ernst muss Rösler das nehmen, weil die Urnengänge schon weit im Vorfeld mit seinem parteipolitischen Schicksal verknüpft worden waren.

Wahlkampf in NRW
Zwischen Currywurst und Millionärssteuer
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Fürs Erste mit positivem Ausgang. Das überraschend gute Ergebnis der Liberalen im Norden hat dem Bundeswirtschaftsminister in der eigenen Partei etwas Luft verschafft. Rösler verkaufte den ersten Landtagseinzug nach vier Pleiten in Folge dann auch als Verdienst seines Parteikurses. Die FDP sei im Aufwind, gab er zu Protokoll.

Kubicki düpiert den Vorsitzenden

Dennoch hielten sich Anfang der Woche hartnäckig Gerüchte um seinen Sturz. Den Wahlerfolg verdanken die Liberalen in Wahrheit nämlich einem anderen: Spitzenkandidat Wolfgang Kubicki. Ausgerechnet Kubicki, der sich seit Jahren in seiner Rolle als autarker Landesfürst gefällt - regelmäßige Störfeuer in Richtung Bundes-FDP inbegriffen. Der Coup im Norden hat die FDP neben Kubicki einer deutlichen Distanzierung von der Bundespartei gelungen.

Dass ausgerechnet Kubicki Rösler danach öffentlich den Rücken stärkte, ist bezeichnend für dessen geschwächte Position. Zugleich demonstrierte der Alt-Liberale die wahren Machtverhältnisse. Mit seinem Fernbleiben bei einer FDP-Vorstandssitzung am Montag düpierte er Rösler öffentlich. Im TV-Talk bei Markus Lanz legte er nach und machte sich über die Putsch-Gerüchte in der Partei lustig.

Endspiel in Düsseldorf

Philipp Röslers Demission scheint letztlich nur noch eine Frage der Zeit zu sein. Längst hatten sich einflussreiche Liberale intern bereits auf Rainer Brüderle als Rösler-Nachfolger verständigt. Nach dem Hoffnungsschimmer im Norden ist die Nachfolgedebatte aber vorerst aufgeschoben. Zumindest bis Sonntag.

Dann ist das nächste «enfant terrible» der Liberalen an der Reihe. Christian Lindner, vor wenigen Monaten noch als Generalsekretär zurückgetreten, führt die FDP in Nordrhein-Westfalen in die Landtagswahl. Der Urnengang wird auch als «kleine Bundestagswahl» bezeichnet, da NRW das bevölkerungsreichste Bundesland ist. Laut den letzten Umfragen stehen die Liberalen vor einem Ergebnis zwischen drei und fünf Prozent.

Röslers Dilemma: Auch hier wäre ein Erfolg in der öffentlichen Wahrnehmung vor allem der Verdienst des Spitzenkandidaten Lindner. Sollte die FDP aus dem Landtag fliegen, würde es dagegen ihm angelastet werden.

Für den Fußballer Sascha Rösler geht es im letzten Spiel mit Fortuna Düsseldorf am Dienstag um nicht weniger als den Aufstieg in die Bundesliga. Für Philipp Rösler könnte die Neuwahl des Düsseldorfer Landtags dagegen den Abstieg aus der FDP-Spitze einläuten. Spätestens im Herbst, wenn die Liberalen ihr Spitzenteam für die Bundestagswahl 2013 auswählen, dürfte dieser besiegelt sein. Mit Philipp Rösler als Spitzenkandidat in den Wahlkampf zu ziehen liegt derzeit für viele FDPler fernab jeglicher Vorstellungskraft.

Landtagswahl Nordrhein-Westfalen
Sie wollen NRW regieren
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iwi/news.de

Leserkommentare (7) Jetzt Artikel kommentieren
  • Randolf Gensbach
  • Kommentar 7
  • 14.05.2012 10:02
Antwort auf Kommentar 6

Sehr fein den Tippfehler (ein t vergessen)erweitert beschrieben und vorausgesagt. Mit der NRW-Wahl vom 13.05.2012 ist aus dem "Stil"-Stand von cdu-Röttgen ein gewaltiger "Rück"-Stand und der "Stil"-Stand vom "Bamboo",fdp-Rösler,ein nun unvermeidbarar "Unruhe"-Stand geworden. ART, das hatte Stil!

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  • ART
  • Kommentar 6
  • 13.05.2012 19:37
Antwort auf Kommentar 5

"Stillstand." Tippfehler bei ART, K5. Stilstand bei Rösler,fdp Finanzmatratze.. Stilstand bei cdu Röttgen.

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  • ART
  • Kommentar 5
  • 13.05.2012 19:28

Propaganda (Staat in Afrika), BerndK, Beitrag 1. Sorgen (Röslers Kopf steckt auf einem Bambus und wiegt sicht im Wind), Ragnaroekr. Argwohn (Sillstand in der Demokratie erzeugt Diktatur) JR 4.

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