Fußball-EM 2012 EU-Kommission boykottiert EM-Spiele

EU-Kommission verweigert Fußball-EM (Foto)
Wie geht es weiter mit der Fußball-EM in der Ukraine? Die EU-Kommission hat ihre Teilnahme inzwischen abgesagt. Bild: dpa

Die 27 Mitglieder der EU-Kommission werden die Spiele der Fußball-Europameisterschaft in der Ukraine nicht besuchen. Aus Protest gegen den Umgang mit Julia Timoschenko. Auch in Deutschland brodelt die Debatte weiter.

Die EU erhöht den Druck auf die ukrainische Führung. Kommissionspräsident José Manuel Barroso und die anderen 26 Mitglieder der EU-Kommission werden aus Protest gegen die Behandlung der Oppositionsführerin Julia Timoschenko den Spielen der Fußball-EM in der Ukraine fernbleiben. Das teilte ein Sprecher der Kommission in Brüssel mit.

Von einem Boykott wollte der Sprecher in Brüssel jedoch nicht sprechen. Es sei ein Signal, «dass man nicht zufrieden ist mit der Art und Weise, wie mit Julia Timoschenko umgegangen wird». Die Ukraine verurteilt das Vorgehen gegen die Fußball-Europameisterschaft in ihrem Land. «Das Außenministerium hält die Versuche einer Politisierung von Sportereignissen für destruktiv», teilte das Ministerium in Kiew mit. Sportveranstaltungen dienten seit Urzeiten der zwischenstaatlichen Verständigung. «Aufrufe zu einem Boykott der Meisterschaft würden den Beziehungen einen Schaden zufügen», heißt es weiter in dem Schreiben.

Fifa-Präsident Joseph Blatter kritisierte die Aufrufe von Politikern zum Boykott der Fußball-EM in der Ukraine scharf. «Die Politiker sollten sich jetzt beziehen auf die Werte des Sports. Und bevor sie von Boykott sprechen, sollte man sich überlegen, was das nach sich zieht», sagte der Chef des Fußball-Weltverbandes dem Deutschen Anleger Fernsehen bei einem Symposium in St. Gallen. Blatter lehnt eine Verlegung ab. «Die EM muss durchgeführt werden, wo sie ist. Der Fußball soll die Leute zusammenbringen und nicht trennen.»

Nimmt Deutschland an der Fußball-EM teil?

74 Prozent der Deutschen wollen nicht, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel oder ihre Bundesminister zur EM in die Ukraine fahren. Das geht aus dem ARD-«Deutschlandtrend» hervor. 30 Prozent sind dafür, dass auch die Fußballmannschaften die EM boykottieren.

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Die Fußballspiele der EM aus der Ukraine ins Mit-Gastgeberland Polen oder in ein anderes Land zu verlegen, wäre aus Sicht der Bundesregierung jedoch nicht sinnvoll. Regierungssprecher Steffen Seibert schrieb am Abend im Kurznachrichtendienst Twitter: «Der UKR die Spiele wegzunehmen, ist keine Lösung.» Überdies wäre dies Sache der Uefa, die sich schon entsprechend geäußert habe. Der europäische Fußballverband hatte einer Verlegung eine klare Absage erteilt.

Die Entscheidung, ob deutsche Regierungsmitglieder Spiele in der Ukraine boykottieren, hängt auch von der weiteren Entwicklung ab, wie Seibert deutlich machte. Mit Blick auf die erkrankte inhaftierte Ex-Regierungschefin Julia Timoschenko twitterte er: «Das wichtigste ist erst mal Hilfe für Frau Timoschenko, Reisepläne klären sich später und je nach Entwicklung in UKR.» Seibert bekräftigte die Sorge, dass das «Strafrecht gegen Timoschenko und andere missbraucht wird, um Opposition zu behindern». Sowohl Kanzlerin Angela Merkel als auch der gewählte russische Präsident Wladimir Putin boten eine ärztliche Behandlung Timoschenkos in ihren Ländern an.

kru/ham/news.de/dpa

Leserkommentare (9) Jetzt Artikel kommentieren
  • nauschnik
  • Kommentar 9
  • 07.05.2012 00:07

Soviel ich mitbekommen habe, will sie sich nicht von den ukrainischen Ärzten behandeln lassen, sondern im Ausland. Welches Land lässt Gefangene in ein anderes Land ausreisen, insbesondere wenn bei diesen Fluchtgefahr besteht?! Korrigiert mich, wenn ich das falsch verstanden habe. Außerdem hat sie einen blauen Fleck und das sollen Beweise für Misshandlung sein?! Ich habe mal bei einem Autohersteller gearbeitet und hatte öfter blaue Fleck und Kratzer. Bedeutet das, dass ich von den Top Managern ständig verprügelt wurde? Kann mich nicht daran erinnern, muss echt üble Dresche gewesen sein :D

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  • Oleg Barkan
  • Kommentar 8
  • 05.05.2012 14:06

Der geplante EM-Boykott trifft unseren Stolz auch wenn es niemand zugeben will!, Sergei hat recht mit der Regierungskrise !

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  • Sergei Moskovskii
  • Kommentar 7
  • 05.05.2012 14:02

Dieser EM-Boykott wird unsere Regierung schwer treffen, auch wenn es niemand zugeben will!, aber das wird vermutlich eine Regierungskrise auslösen und die nächste Regierung wird Julia Timoschenko dann so behandeln wie damals Nenson Mandela in Südafrika!

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