Fußball-EM 2012 Westerwelle droht der Ukraine

Die Forderungen nach einem Boykott der Fußball-EM in der Ukraine laufen ins Leere. Jetzt hat die UEF (Foto)
Die Forderungen nach einem Boykott der Fußball-EM in der Ukraine laufen ins Leere. Jetzt hat die UEFA ein Machtwort gesprochen. Bild: dpa

Das Leid Julia Timoschenkos versetzt Europa in Aufruhr. Außenminister Guido Westerwelle droht Präsident Janukowitsch mit Konsequenzen. Bezüglich der Forderungen nach einem Boykott der Fußball-EM hat die Uefa ein Machtwort gesprochen.

Der europäische Fußballverband Uefa hat ungeachtet der Menschenrechtslage in der Ukraine Forderungen nach einer Verlegung der EM-Spiele eine klare Absage erteilt. «Das bekäme man in so kurzer Zeit nicht hin», sagte der UEFA-Turnierdirektor Martin Kallen der Süddeutschen Zeitung. Die Ukraine wies Forderungen aus Deutschland nach einer Freilassung der in Haft erkrankten Politikerin Julia Timoschenko scharf zurück.

Außenminister Guido Westerwelle hat dem ukrainischen Präsidenten Viktor Janukowitsch mit Konsequenzen im Fall Timoschenko gedroht. Mit Blick auf die Bestrebungen des Landes, der EU beizutreten, sagte Westerwelle der Bild-Zeitung, die Ukraine müsse ihrer Verpflichtung zu menschenrechtlichen Mindeststandards nachkommen. Zugleich sagte Westerwelle der Regierung Janukowitsch Fan-Proteste während der Fußball-EM voraus, sollte der inhaftierten Ex-Regierungschefin Julia Timoschenko weiterhin eine angemessene medizinische Versorgung verweigert werden.

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Die Ukraine trägt die am 8. Juni beginnende Fußball-EM gemeinsam mit Polen aus. Nach den Bombenanschlägen mit 30 Verletzten in der Vorwoche im ukrainischen Dnjepropetrowsk gab es zudem Zweifel an der Sicherheit. Die Hintergründe der Tat sind weiterhin unklar.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) erwägt, ihren Ministern zu empfehlen, den EM-Spielen in der Ex-Sowjetrepublik fernzubleiben. Dies gilt laut Spiegel für den Fall, dass Timoschenko nicht für eine angemessene medizinische Behandlung freigelassen wird.

DFB-Chef Niersbach wiegelt ab

Der Chef des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), Wolfgang Niersbach, schloss im Einklang mit der Uefa eine kurzfristige Verlegung von Spielen der EM zum Beispiel nach Deutschland kategorisch aus. «Mit dem Gedanken beschäftigen wir uns keine Sekunde», sagte Niersbach. «Die Menschen in der Ukraine haben diese Europameisterschaft verdient.»

Die Debatte über einen möglichen politischen Boykott der Spiele spaltet Europa. Rückendeckung erhielt Merkel von EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso. Der erklärte Fußballfan kündigte an, wegen Timoschenkos Lage bis auf weiteres auf einen Besuch in der früheren Sowjetrepublik zu verzichten. Auch in Italien gibt es Forderungen nach einem politischen Boykott.

Polen schweigt zu den Vorfällen

In Polen, dem Co-Gastgeberland der Fußball-Europameisterschaft, herrscht dagegen Schweigen zu den Boykott-Forderungen gegen die Spiele in der Ukraine. Auch von anderen EU-Mitgliedern erhält Deutschland bisher wenig Unterstützung. So ist ein politischer Boykott in vielen Fußball-Nationen wie England, Frankreich, Portugal oder Schweden kein Thema.

Die deutschen Vorwürfe stießen in Kiew auf Unverständnis und Empörung. Er hoffe, dass dies nur eine «Zeitungsente» sei, sagte Außenamtssprecher Oleg Woloschin. «Man will gar nicht daran denken, dass die Staatsmänner Deutschlands fähig sind, die Methoden der Zeiten des Kalten Krieges wiederzubeleben und zu versuchen, den Sport zu einer Geisel der Politik zu machen», sagte Woloschin nach Angaben örtlicher Medien.

rut/news.de/dpa

Leserkommentare (7) Jetzt Artikel kommentieren
  • Die Redaktion
  • Kommentar 7
  • 06.05.2012 11:01

Der Kommentar von putinfanatiker wurde wegen Verstoßes gegen unsere Netiquette gelöscht.

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  • Iason
  • Kommentar 6
  • 05.05.2012 11:03

Bisher fehlen jegliche Beweise für die Behauptungen deutscher Politiker und Medien, denn wer ein Volk betrügt, der belügt es auch. das kennt kaum einer so gut wie Herr Westerwelle. Janukowitsch wird sich jetzt garantiert in einem Mauseloch verkriechen, wenn "Der Deutsche Außenminister" diese Drohung ausspricht! Westerwelle ist doch der größte Armleuchter unter Gottes Himmel. Er will garantiert damit drohen, die Erdgaszufuhr zu stoppen. Wahrscheinlich mußte er wieder einmal ein Lebenszeichen von sich geben.

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  • hagal
  • Kommentar 5
  • 02.05.2012 16:52

Das Leid Timoschenkos?Daß ich nicht lache!Viele andere Verbrecher leiden genauso wie sie,und dies berechtigter Weise!Sie möchte ja nur in der Charitee behandelt werden von wo sie sich zu ihren Bankkonten davonstehlen kann.Seit wann regt sich ein Politiker auf wenn ein Gauner in den Hungerstreik tritt, und seit wann springen da die Medien gleich in die Presche und machen Stimmung gegen die Fußball-EM?Ich hätte nur zu gerne gewußt welche Verbundungen da im Hintergrund laufen denn die politischen Zustände haben sich in der Ukraine nicht verschlechtert.Wer bombte und wer steuert da die Politiker?

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