Wahlkampf Mit der Zweitstimme Currywurst wählen

Kuriose Kampagne: Das TV-Duell zwischen Hannelore Kraft und Norbert Röttgen läutet die Endphase im Landtagswahlkampf von Nordrhein-Westfalen ein. Selten zuvor war eine deutsche Wahlkampagne so sehr von der Diskussion um Wahlplakate geprägt.

Wahlkampf in NRW: Zwischen Currywurst und Millionärssteuer
zurück Weiter Currywurst.jpg (Foto) Zur Fotostrecke Foto: Screenshot news.de (facebook.com)

Knapp zwei Wochen vor dem Urnengang dürfte das direkte Duell der beiden Spitzenkandidaten von SPD und CDU die letzte große Chance sein, noch einmal an den Kräfteverhältnissen zu rütteln. Vor allem für Norbert Röttgen stehen die Zeichen auf Attacke. Der Herausforderer (32 Prozent) liegt mit der CDU nach der letzten Emnid-Umfrage gut sechs Prozent hinter Hannelore Kraft (38 Prozent) und den Sozialdemokraten.

Das direkte Duell zwischen Amtsinhaberin und Herausforderer läutet den Endspurt des Wahlkampf im bevölkerungsreichsten deutschen Bundesland ein. Zu beobachten ist bis dato eine Kampagne mit kuriosen Begleiterscheinungen. Selten sorgten im Vorfeld einer Wahl die Plakate der Parteien für so erhebliche Nebengeräusche.

Hauptdarstellerin im Kampf der Plakatwände: eine Currywurst. Sie ist die Gewinnerin eines Plakatwettbewerbs der Sozialdemokraten und sorgte nach ihrer Nominierung nicht nur bei Facebook für lebhafte Diskussionen. Das Plakatmotiv zeigt des Ruhrpottlers liebste Wurst an Pommes rot-weiß, versehen mit dem simplen Slogan «Currywurst ist SPD».

Immerhin knapp 5000 «Gefällt-mir»-Angaben räumte das appetitanregende Motiv in kurzer Zeit ab. Die Kommentare auf der Seite von Hannelore Kraft strotzen allerdings nur so vor Häme. «SPD ist mir Wurscht», «Statt Currywurst wähl ich lieber Vernunft» oder «Das ist sogar noch zu viel Inhalt für die leere Hülse SPD», gehören dabei noch zu den harmloseren Wortmeldungen. Auch die politische Opposition weidete sich genüsslich an der vermeintlichen Leere der Aussage.

Die Sozialdemokraten können mit der Aufregung um ihr ausgefallenes Motiv dagegen augenscheinlich bestens leben. In der Endphase des Wahlkampfs soll die Currywurst noch stärker plakatiert werden.

Kraft stört sich an Grünen-Plakat

Dass Wahlplakate auch für Missstimmung unter Wunschpartnern sorgen können, demonstrierten derweil die Grünen. Ein Plakat mit den Spitzenkandidatinnen von Grünen und SPD, Sylvia Löhrmann und Hannelore Kraft, sorgte kurzzeitig für leichte Irritationen bei der Sozialdemokratin.

Die amtierende Ministerpräsidentin störte sich nicht etwa an dem provokanten Spruch («Schön, wenn Frauen wieder den Haushalt machen»), sondern ärgerte sich über die ihr in den Mund gelegte Aussage «Zweitstimme Grün». Das Plakat habe den Eindruck erweckt, sie fordere Bürger auf, mit ihrer Zweitstimme die Grünen zu wählen, monierte Kraft.

Inzwischen haben die Grünen den missverständlichen Wahlaufruf beseitigt und dürfen sich gemeinsam mit der SPD an hervorragenden Wahlumfragen freuen - vielleicht ja auch dank Currywurst und Pommes.

Wahlplakate aller Parteien sehen Sie hier.

Das Duell. Kraft gegen Röttgen, Montag, 30. April 2012, 20.15 Uhr im WDR.

rut/news.de

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Leserkommentare (8) Jetzt Artikel kommentieren
  • ART
  • Kommentar 8
  • 11.05.2012 15:52
Antwort auf Kommentar 6

Das ist geistige Bulimie. Fressen und erbrechen! Warum die Anstrengung? Einfach die Nahrungsaufnahme verweigern und anderen Bürgern nicht auf"den Sack"gehen! Im Ergebnis ist Wahlverweigerung wie den Wahlzettel ungültig machen bedeutungslos. Zählt einfach nicht.

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  • Ole
  • Kommentar 7
  • 11.05.2012 15:43
Antwort auf Kommentar 4

"Eigenselbstmord"?!? Was ist das denn? "Deutschland schämt zwischenzeitlich für dieses Land, das mit..." Ragnaroekrs Bildungspolitik! Du darfs ja trotz Frau Kraft in NRW weiter an deiner Weißwurst ztuzeln. Nur sauf nicht so viel Weißbier, wenn du deine billigen "Weisheiten"auf dem Wahlteller präsentierst!

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  • nauschnik
  • Kommentar 6
  • 06.05.2012 23:35

Ich rate jedem das gleiche wie ich zu tun: Wählen gehen, sämtliche Parteien ankreuzen (wählen) und vorsichtshalber dick "UNGÜLTIG" auf den Wahlzettel zu schreiben. Dann abgeben und nach Hause gehen. Damit zeigt man, dass man gerne (sinnvoll) wählen würde, wenn es denn möglich wäre.

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