Afghanistan Taliban attackieren die deutsche Botschaft

In Kabul haben mutmaßliche Aufständische das Botschaftsviertel im Zentrum und in der Nähe des Parlaments angegriffen. Auch die deutsche Botschaft stand auf der Liste der Taliban, die sich zu den Anschlägen bekannten.

Gefechte in Kabuls Diplomatenviertel (Foto)
Gefechte in Kabuls Diplomatenviertel: Auch die deutsche Botschaft stand auf der Liste der Taliban, die sich zu den Angriffen bekannten. Bild: dapd

Es könnte der Auftakt zur Frühjahrsoffensive der radikalislamischen Taliban in Afghanistan sein: In einer offenbar koordinierten Aktion griffen Aufständische am Sonntag Regierungsgebäude, Botschaften und Militärstützpunkte in mehreren Städten des Landes an. Im Kabuler Diplomatenviertel Wasir Akbar Chan waren über zehn Explosionen und schweres Maschinengewehrfeuer zu hören. Neben einem Stützpunkt der NATO-Truppen befinden sich in dem Stadtteil zahlreiche Botschaften, darunter auch die deutsche. Rauch stieg aus einigen Gebäuden auf, Sirenen waren zu hören.

Bei den Angriffen seien mindestens fünf Menschen verletzt worden, sagte der Leiter der Kabuler Krankenhäuser, Kabir Amir. Die NATO teilte in einer Stellungnahme mit, allein in Kabul befänden sich sieben Einrichtungen unter Beschuss. Eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes bestätigte die Explosionen in Kabul. Es habe "kleinere Beschädigungen auch auf dem Gelände der deutschen Botschaft" gegeben, sagte sie. Menschen seien dabei nicht zu Schaden gekommen.

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Aus Kabul berichtete ein Reporter der Nachrichtenagentur AP, Angreifer würden von einem hohen Gebäude aus Raketen in unterschiedliche Richtungen abfeuern. Offenbar galt der Angriff der nahe gelegenen britischen Botschaft. "Wir können bestätigen, dass sich im Diplomatenviertel von Kabul ein Vorfall ereignet hat", sagte eine Sprecherin des Außenministeriums in London. "Wir stehen im engen Kontakt mit dem Botschaftspersonal."

Taliban bekennen sich zu Angriffen

Die radikalislamischen Taliban bekannten sich zu den Angriffen. Mehrere Selbstmordattentäter hätten NATO-Stützpunkte, Wohnsitze von Diplomaten und das Parlament angriffen, hieß es in einer Erklärung.

Talibansprecher Sabiullah Mudschahid hatte in der vergangenen Woche erklärt, die Gruppe bereite eine Frühjahrsoffensive vor. In einer im Internet veröffentlichten Stellungnahme hieß es, die Kommandeure der Taliban würden auf einen "geeigneten Zeitpunkt" für den Beginn der Angriffe warten.

Nahe Kabul wurde der NATO-Stützpunkt Camp Warehouse unterdessen mit Granaten beschossen. Griechische und türkische Soldaten hätten das Feuer erwidert, sagte ein AP-Reporter vor Ort. Auch aus den Städten Dschalalabad und Gardes im Osten des Landes wurden Angriffe gemeldet. In der Stadt Pul-e-Alam in der Provinz Logar stürmten Angreifer nach Polizeiangaben ein Gebäude nahe eines Geheimdienstbüros und verwickelten die Sicherheitskräfte in ein Feuergefecht.

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eia/news.de/dapd/dpa

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Leserkommentare (2) Jetzt Artikel kommentieren
  • cleverle001
  • Kommentar 2
  • 17.04.2012 07:35
Antwort auf Kommentar 1

Nicht doch, die ganzen Bundestagangehörigen die diesem Einsatz zugestimmt haben, hin befördern und ja lebendig nicht mehr zurück holen. Diese "verkommenen" sog. Christen.

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  • werner
  • Kommentar 1
  • 17.04.2012 07:02

Lieber Herr Westerwelle packen sie mal die Badehosen ein und bringen die teuren Beamten nach Deutschland.

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