Assad reizt Ankara Syrische Armee feuert auf Flüchtlinge in Türkei

Hoffnungen auf Waffenruhe in Syrien zerplatzt (Foto)
Immer mehr Menschen flüchten vor den Kämpfen in Syrien in die Türkei. Doch selbst sie scheinen vor Machthaber Assad nicht sicher zu sein. Bild: dpa

Soldaten der syrischen Armee haben am Montag erstmals auf ein türkisches Flüchtlingslager im Grenzgebiet geschossen. Mindestens fünf Menschen wurden verletzt. Die für Dienstag erhoffe Waffenruhe erscheint immer unrealistischer.

Syrische Aktivisten meldeten sogar zwei Todesopfer, aber diese Angaben konnten nicht bestätigt werden. Die Türkei bestellte den syrischen Geschäftsträger ein und forderte eine Einstellung des Feuers. Es war der erste Angriff dieser Art, seit die Türkei syrische Flüchtlinge aufnimmt.

Das Syrische Observatorium für Menschenrechte erklärte, der Zwischenfall habe gegen 4 Uhr am Montagmorgen begonnen. Kämpfer der Opposition hätten syrische Soldaten am Grenzübergang Salameh angegriffen. Es sei zu einem längeren Feuergefecht gekommen, bei dem sechs Regierungssoldaten ums Leben gekommen seien, erklärte ein Sprecher des Observatoriums, Rami Abdul-Rahman. Acht verletzte Regimegegner seien in das Flüchtlingslager in Kilis auf der türkischen Seite der Grenze geflüchtet und die Syrer hätten weiter auf sie geschossen.

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Assads brutaler Krieg
Regierungstruppen starten am 28. Juli 2012 eine Großoffensive gegen die Rebellen in der Metropole Aleppo. (Foto) Zur Fotostrecke

Das türkische Außenministerium bestätigte die Todesopfer nicht. Gouverneur Yusuf Obadas erklärte, bei den Verletzten habe es sich um drei Syrer, einen türkischen Dolmetscher und einen Polizisten gehandelt. Die Türkei hat rund 24.000 syrische Flüchtlinge aufgenommen.

Auch an der syrisch-libanesischen Grenze kam es zu Schießereien. Dabei wurde nach Angaben aus Sicherheitskreisen ein Kameramann getötet. Libanesische Sicherheitskräfte erklärten, der Mann habe für den Fernsehsender Al Dschadid TV gearbeitet. Er habe am Montag in der libanesischen Region Wadi Chaled gefilmt, als er angeschossen worden sei. Die Schüsse seien offenbar von der syrischen Seite abgefeuert worden. Der Kameramann sei auf dem Weg ins Krankenhaus gestorben.

 

Frist für Rückzug läuft ab

 

Nach einem von UN vermittelten Abkommen sollten sich die syrischen Soldaten bis Dienstagmorgen aus den Städten zurückziehen. Die Regierung stellte jedoch am Sonntag eine neue Bedingung und verlangte eine schriftliche Garantie der Oppositionsgruppen, dass auch sie die Kampfhandlungen einstellen würden. Der Kommandeur der Freien Syrischen Armee, einem Zusammenschluss von übergelaufenen Soldaten, lehnte dies ab. Der stellvertretende türkische Außenminister Naci Koru sagte dem Fernsehsender TRT, die Frist für den Rückzug sei «in diesem Stadium nichtig».

Die syrischen Truppen setzten ihre Razzien und Granatangriffe auf die Ortschaften Tel Rifaat im Nordwesten und Muhassan im Osten des Landes am Montag fort. Unterdessen dauerten die internationalen Bemühungen an, doch noch eine Waffenruhe zu erreichen. Russland empfing den syrischen Außenminister Walid Moallem, während der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan in Peking eintraf. Es war nicht klar, ob Moskau versuchen würde, Syrien zur Einhaltung des Friedensplans zu drängen. China räumte Differenzen mit der Türkei über das weitere Vorgehen in Syrien ein. «Wir sind uns jedoch einig, dass wir eine konstruktive Rolle spielen wollen», sagte ein Sprecher des chinesischen Außenministeriums.

Human Rights Watch berichtet von Hinrichtungen

Bei ihren jüngsten Offensiven töteten syrische Regierungstruppen einem Bericht der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch zufolge mehr als 100 Menschen - meist Zivilpersonen. In den Städten Homs und Idlib wurden dem am Montag veröffentlichten Papier zufolge Massenerschießungen durchgeführt. Tatsächlich könnte es allerdings noch deutlich mehr Opfer geben, teilte die in New York ansässige Organisation mit. Es seien nur Fälle aus den vergangenen vier Monaten dokumentiert worden, die von Augenzeugen belegt seien, hieß es. Es gebe aber Berichte über weit mehr Exekutionen. Die meisten fanden demnach im März statt.

wam/news.de/dapd

Leserkommentare (4) Jetzt Artikel kommentieren
  • Pazifist
  • Kommentar 4
  • 11.04.2012 06:39

Kämpfer der Opposition hätten syrische Soldaten am Grenzübergang Salameh angegriffen. -sechs Soldaten wurden getötet- dafür hat Deutschland schon mal Polen nieder gemacht. (Sender Kleiwitz) Die Türkei muss dazu verdonnert werden, Angriffe auf Syrien zu verhindern! Was hier abgeht, ist schlicht weg Kriegstreiberei. Das kostet nur unnötig Menschenleben. Die Rebellen gehören international als Verbrecher und Mörder gebranntmarkt. Jegliche Unterstützung dere ist ebenso ein Verbrechen!

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  • Nazisfresser
  • Kommentar 3
  • 10.04.2012 20:22
Antwort auf Kommentar 2

Eso Braunschwafel, immer die gleiche dumme Leier. Die Krampfadern im Hirn wird man auch mit der Linser-Methode nichtmehr entfernen können! Pech gehabt. An den Weinachtsmann und den Osterhasen glaubst du ja auch noch,oder? Träum du nur schön weiter, daß 1,5 milliarden Moslems zu stoppen sind und der Wiederstand "explosionsartig" wächst! In deinem Hirn vielleicht! Deutschland kann nur noch Multikulti, weil es kaum noch echte Deutsche gibt.Wir haben uns, vor lauter Karrieregeilheit u. Emanzipation, selber dezimiert !Selber schuld. Assad und Erdogan, beide gehören weg!Beide zu gefährlich!

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  • Eso-Vergelter
  • Kommentar 2
  • 10.04.2012 17:44

Der Widerstand gegen den Imperialismus und Islamismus wächst explosionsartig. Und allgemein nehmen die Zerstörungen explosionsartig zu. Z. B. können Krampfadern mit der Linser-Methode ohne Operation zerstört werden. Zudem sollen u. a. die herkömmlichen Autos durch 1 l-Autos ersetzt werden. Bei der Wahl in NRW im Mai werden die Parteien FW und Pro NRW viele Stimmen bekommen. Der Imperialismus und Multikulti werden zu Grabe getragen.

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