Lindner und Kubicki Das letzte Aufgebot der FDP

FDP-Bundesvorstand (Foto)
Christian Lindner (links) und Wolfgang Kubicki.  sind die Spitzenkandidaten der FDP für die Landtagswahlen in Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein. Bild: dapd

Von Joachim Peter und Jana Werner
Christian Lindner und Wolfgang Kubicki kämpfen in Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein gegen miserable Umfragewerte und für den Sprung über die 5-Prozent-Hürde. Dafür übt Kubicki scharfe Kritik an der Parteispitze um Philipp Rösler.

Auf dem Weg zu den Landtagswahlen in Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen machen die FDP-Spitzenkandidaten Wolfgang Kubicki und Christian Lindner gemeinsam Wahlkampf. «Wir sind beide in der Rolle des Spitzenkandidaten und Wahlkämpfers - da arbeiten wir natürlich Hand in Hand und tauschen uns regelmäßig aus», so Kubicki. Es gebe einen «sehr engen Schulterschluss» zwischen beiden Politikern.

Dazu gehört Kubicki zufolge auch, dass er selbst in Nordrhein-Westfalen als Wahlkämpfer Termine in den Kreisverbänden wahrnehmen werde. Zuvor hatte Lindner gesagt, dass er eine Einladung nach Schleswig-Holstein erhalten habe. «Die Ausgangslage unserer Parteien unterscheidet sich in Düsseldorf und Kiel, aber wir haben dasselbe Ziel», sagte Lindner.

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Um dieses Ziel in Schleswig-Holstein zu erreichen, greift Wolfgang Kubicki auch die Spitze der Bundespartei scharf an. Der Bild am Sonntag sagte er: Der Prozess des Vertrauensverlustes sei tiefer als je zuvor. Er habe noch keine Phase erlebt, in der die FDP so lange in den Umfragen unter 5 Prozent gelegen ist. Kubicki ging auch mit dem neuen Leitbegriff «Wachstum» der FDP-Führung unter Parteichef Philipp Rösler scharf ins Gericht. So wie die FDP den Begriff derzeit propagiere, können die Leute damit wenig anfangen, sagte Kubicki.

Experten trauen Kubicki und Lindner Aufholjagd zu

Der Kieler Fraktionschef Kubicki tritt bei der Landtagswahl in Schleswig-Holstein am 6. Mai als Spitzenkandidat der Liberalen an. Lindner, der im Dezember als Generalsekretär der Bundespartei zurückgetreten war, wagt bei der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen am 13. Mai als FDP-Spitzenkandidat ein Comeback.

Die FDP kämpft in Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein jeweils um den Wiedereinzug ins Parlament. In Umfragen liegt die FDP bundesweit bei drei bis vier Prozent. Dem 60-jährigen Kubicki und dem 33-jährigen Lindner trauen Experten jedoch eine erfolgreiche Aufholjagd zu. Lindner war am vergangenen Wochenende auf einem außerordentlichen Landesparteitag in Duisburg mit 99,7 Prozent der Stimmen zum FDP-Spitzenkandidaten gekürt worden.

Im Fall einer erneuten schwarz-gelben Koalition in Schleswig-Holstein will Kubicki erstmals auch selbst Regierungsverantwortung im Norden übernehmen. «Wenn die Wählerinnen und Wähler es wollen, werde ich mich darum bemühen, Finanzminister dieses Landes zu werden», sagte Kubicki auf einem Parteitag Anfang März. Bislang hatte sich der Rechtsanwalt stets geweigert, einen Ministerposten zu übernehmen. Dafür müsste er seine Arbeit als Anwalt ruhen lassen.

Doch Kubicki droht in Schleswig-Holstein ebenso der freie Fall - aus der Regierung und dem Parlament. Seit Tagen stützt der erfahrene Liberale offensiv den jungen Mitstreiter Lindner. Kubicki prophezeite bereits, Lindner werde in mehreren Jahren zum Vorsitzenden der Bundespartei gekürt werden. Für Rösler hatte er hingegen wenig Schmeichelhaftes übrig: «Er ist leider nicht mehr locker.»

wam/news.de/dapd

Leserkommentare (29) Jetzt Artikel kommentieren
  • Bernd K
  • Kommentar 29
  • 12.05.2012 11:13

Interessant, wie sich das Klientel der anderen Parteien über die FDP auslässt. gerade dieses Niveau ist, warum ich niemals auf die Idee käme, eine andere Partei zu wählen als die FDP.

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  • fdpAD
  • Kommentar 28
  • 17.04.2012 21:45
Antwort auf Kommentar 27

Genau, Scheiße sollte Scheiße sein und nicht der Stoff für Widerkäuer! Also Eso,die ganze Scheiße wider zurück in die Birne"

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  • Eso-Vergelter
  • Kommentar 27
  • 14.04.2012 12:47

Deutschland braucht eine nicht-grüne Ökopolitik. Zudem soll die Technologie stark begrenzt werden. Es sollten z. B. keine Hochgeschwindigkeitszüge gebaut werden. Jegliche Entheiligung der Natur muss verboten werden. Z. B. sollten keine Schimpansen in der Hirnforschung eingesetzt werden. Bionik und Geistiges Heilen müssen gefördert werden. Der €uro muss durch regionale Gelder mit Umlaufgebühr ersetzt werden.

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