Papst empfängt Castro Viva la religión!

Viva la religión! Papst Benedikt trifft Fidel Castro in Havanna (Foto)
Im Jogginganzug zum Papstbesuch: Papst Benedikt empfängt Fidel Castro. Bild: dapd

Religion statt Revolution: Der Papst forderte in Kubas Hauptstadt Freiheit und Erneuerung. Am Ende seiner Kuba-Reise bat ihn Revolutionsführer Fidel Castro um ein kurzes Treffen. Regimekritiker wurden von der Papstmesse ausgesperrt.

Papst Benedikt XVI. hat den früheren kubanischen Präsidenten Fidel Castro in Havanna besucht. Sie hätten ein etwa halbstündiges Gespräch geführt, das herzlich, gelassen und angeregt gewesen sei, sagte der Vatikan-Sprecher Federico Lombardi. Beide sprachen wesentlich über Fragen des Glaubens und den Zustand der Welt. So sei es um Änderungen in der Liturgie der Kirche gegangen - und Castro habe auch wissen wollen, was ein Papst eigentlich so macht.

Das Gespräch fand in der Nuntiatur in Havanna statt, in der Benedikt während seiner Tage in Havanna übernachtet hatte. Als die Sprache auf die Schwierigkeiten der Menschheit heute gekommen sei, habe Benedikt auch auf das Problem der Gottlosigkeit hingewiesen und seine Sicht der Beziehungen zwischen Glauben und Vernunft erläutert. Der schwerkranke Castro (85) hatte zuvor mitgeteilt, dass er Benedikt selbst um einen kurzen Besuch gebeten zu haben. Castro hatte sich 1998 in einer historischen Begegnung bereits mit Papst Johannes Paul II. getroffen.

Benedikt XVI.
Papst privat
Bastian Schweinsteiger (Foto) Zur Fotostrecke

Benedikt fordert volle Religionsfreiheit und die Anerkennung der katholischen Kirche

Zum Abschluss seiner Kubareise hat Papst Benedikt XVI. bei einer Messe in Havanna zuvor volle Religionsfreiheit und die Anerkennung der katholischen Kirche in dem kommunistischen Land verlangt. Erste Schritte seien von Kubas Führung schon getan worden, sagte Benedikt in seiner Predigt vor Hunderttausenden Gläubigen auf dem historischen Platz der Revolution. Die Behörden hatten zuvor die Teilnahme von Dissidenten und Regimekritikern verhindert.

«Ich möchte die verantwortlichen Stellen der Nation ermutigen, das bereits Erreichte festzumachen und auf diesem Weg des echten Dienstes am Gemeinwohl der ganzen kubanischen Gesellschaft weiter voranzugehen», sagte der Papst und fügte hinzu: «Die Religionsfreiheit berechtigt auch dazu, dass die Gläubigen einen Beitrag zum Aufbau der Gesellschaft leisten.» Damit erinnerte er noch einmal an seine Worte auf dem Flug nach Lateinamerika, als er den in Kuba herrschenden Marxismus kritisiert und die Hilfe der Kirche bei der Suche nach neuen Modellen angeboten hatte.

Auf der Suche nach Wahrheit ist echte Freiheit nötig

«Die Menschen finden Frieden, wenn sie nach der Wahrheit suchen, die das Christentum uns anbietet», sagte Benedikt während der Messe auf dem Platz der Revolution in Havanna. Den Platz zierte dabei ein großes Poster mit einem Bildnis der Jungfrau der Barmherzigkeit von Cobre, die einen spirituellen Fokus des dreitägigen Papstbesuches gebildet hatte. 400 Jahre nach ihrer ersten Erscheinung hatte Benedikt der Statue am Dienstag einen Besuch abgestattet und sie gesegnet.

Die Unterstützung der Gläubigen stärke das Zusammenleben und die Hoffnung auf eine bessere Welt, schaffe günstige Voraussetzungen für Frieden und eine harmonische Entwicklung, fuhr der Papst in seiner Predigt fort. Kuba und die Welt bräuchten Veränderungen. In seiner ausgesprochen politischen Rede machte Benedikt auch deutlich, dass für die Suche nach Wahrheit echte Freiheit notwendig sei. Diese Suche dürfe auch nicht zum Fanatismus führen, mahnte er.

Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Amnesty International wurden Oppositionelle und Dissidenten von den Behörden daran gehindert, an der Messe teilzunehmen. Nach Darstellung von Oppositionellen seien zahlreiche Regimekritiker in ihren Häusern festgesetzt worden.

Bis 1992 war Kuba komplett atheistisch

Bereits seit dem Morgen waren die Menschen auf den zentralen Platz der Hauptstadt geströmt, um die Messe des Papstes mitzuerleben. «Der Besuch des Papstes ist etwas Großes für Kuba», sagte einer der Besucher. «Ich bin hierhergekommen, um seine Worte zu hören, die weise Worte sind für das kubanische Volk. Das hilft uns und gibt uns Frieden.» Andere Besucher waren aus weniger religiösen Motiven gekommen. «Ich bin hier, um unsere Anführer und unsere Regierung zu unterstützen», sagte einer. «Ich will unsere Revolution unterstützen.»

Bereits vor der Reise des Papstes, die ihn zuvor bereits nach Mexiko geführt hatte, war im Vatikan die Hoffnung geäußert worden, den katholischen Glauben in Kuba wiederbeleben zu können. Mit Johannes Paul II. hatte zuletzt vor 14 Jahren ein Papst die Insel besucht. Damals war auf dem Platz der Revolution ein Bildnis Jesu Christi aufgestellt worden. Vor 1992 hatte sich Kuba immer wieder offiziell zum Atheismus bekannt.

kru/news.de/dapd/dpa

Leserkommentare (7) Jetzt Artikel kommentieren
  • herby
  • Kommentar 7
  • 05.04.2012 19:22
Antwort auf Kommentar 6

Jeder ist besser wie dieses Gesindel der Kirche bei denen würde ich kostenlos den Henker machen, diese Triebtäter werden von der Kirche geschützt , diese werden nicht zur Rechenschaft gezogen. Menschen die sich an Kindern vergehen haben auf dieser Welt nichts verloren. Weis der Teufel wie viele Menschen diese Kuttenträger ermordert, misshandelt und gefoldert haben über die Jahrhunderte. Heligkeit Predigen und selbst sind es Teufel.

Kommentar melden
  • Christopher
  • Kommentar 6
  • 05.04.2012 14:24

Zu Kommentar 4: Inwieweit macht dich deine Aussage besser als die Kirche?

Kommentar melden
  • Wächterrat
  • Kommentar 5
  • 03.04.2012 09:29

Das alte Spiel. Halt du sie arm, ich halte sie dumm.

Kommentar melden
Kommentar schreiben  Netiquettelink | AGB
noch 600 Zeichen übrig