Tod per Kopfschuss Der Killer von Toulouse ist tot

Der Nervenkrimi in Toulouse geht weiter. (Foto)
Der Nervenkrimi in Toulouse ist vorbei. Nach stundenlanger Belagerung hat die Polizei die Wohnung von Mohamed Merah gestürmt, der mutmaßliche Attentäter ist tot. Bild: dapd

Dramatische Szenen in Toulouse: Spezialkräfte haben die Wohnung des mutmaßlichen Attentäters Mohamed Merah gestürmt. Der 23-jährige wurde mit einem Kopfschuss getötet, zwei Polizisten wurden verletzt. Der Stürmung war eine stundenlange Belagerung vorausgegangen.

Nach mehr als 30 Stunden Belagerung beendeten die französischen Einsatzkräfte damit den Nervenkrieg und erstürmten die Wohnung des 23-jährigen Mohamed Merah. Der mutmaßliche Killer von Toulouse, den Bekannte als «normalen jungen Mann» bezeichnen, lieferte sich mit den französischen Elitepolizisten ein heftiges Feuergefecht und sprang dann aus dem Fenster. Ein Scharfsschütze tötete den Serienmörder schließlich.

Wie der zuständige leitende Staatsanwalt François Molins am Nachmittag mitteilte, hat der Serienmörder von Toulouse alle seine Bluttaten gefilmt. Sie seien erschreckend deutlich, sagte Molins auf einer Pressekonferenz. Beim tödlichen Kopfschuss auf sein erstes Opfer habe er erklärt: «Du tötest meine Brüder, und ich töte Dich.» Polizisten habe er erklärt: «Wenn ich sterbe, gehe ich ins Paradies - wenn ihr sterbt, Pech für euch!» In einem Wagen seien Maschinenpistolen und Revolver gefunden worden. Der mutmaßliche Serienmörder sei in legitimer Selbstverteidigung erschossen worden.

Nervenkrieg in Frankreich
Der Killer von Toulouse

Die Ereignisse seit heute morgen zum Nachlesen in unserem Liveticker:

14.12 Uhr Nicolas Sarkozy hat zugleich Konsequenzen angekündigt. Künftig müsse jeder, der im Internet zu Hass aufrufe oder entsprechende Seiten nutze, mit Strafverfolgung rechnen. «Jede Person, die regelmäßig im Internet Webseiten besucht, die den Terrorismus predigen, die zu Hass und Gewalt aufrufen, wird bestraft», so Sarkozy.

13.24 Uhr Sarkozy tritt vor die Kameras und bedankt sich zunächst noch einmal ausführlich bei allen Einsatzkräften.

13.17 Uhr Nicolas Sarkozy wird sich jede Minute zu dem Polizei-Einsatz in Toulouse äußern. Es wird spannend zu sehen sein, wie sich die tragischen Geschehnisse von Toulouse auf den französischen Wahlkampf auswirken werden.

Terrorkrimi
Attentäter von Toulouse ist tot
Video: dapd

12.50 Uhr Nach Angaben des TV-Nachrichtensenders BFM wurden am Tatort mehr als 300 Patronen verschossen. Präsident Nicolas Sarkozy, der den Einsatz in Paris verfolgt hatte, drückte den Beamten seinen Dank aus und kündigte über sein Amt eine TV-Rede gegen 13 Uhr an. Die Staatsanwaltschaft will sich am frühen Abend äußern.

12.37 Uhr Offenbar wurden bei der Stürmung nicht drei, sondern lediglich zwei Polizisten verletzt. Der eine am Bein, die Verletzung des anderen wird laut Claude Guéant noch untersucht. Zusätzlich soll jedoch eine weitere Person leicht verletzt worden sein.

12.34 Uhr Weitere Details zur Stürmung der Wohnung: Gegen 10.30 Uhr sind die Eliteeinheiten durch Fenster und Türen ins Haus eingedrungen und haben mit Video-Robotern das Innere erforscht. Plötzlich sei dann der Verdächtige aus dem Badezimmer gestürmt und habe mit mehreren Waffen das Feuer auf die Beamten eröffnet. «Es waren häufige Schuss-Salven, ziemlich schwer. Ein Mitglied des Einsatzkommandos sagte mir, dass er noch nie zuvor ein Feuer von einer derartigen Intensität erlebt hat», so Innenminister Guéant.

12.19 Uhr Es bleibt die Frage, wieso die französischen Sicherheitskräfte sich nach über dreißigstündiger Belagerung und Zermürbungstaktik letztlich doch für die Stürmung entschieden haben.

12.13 Uhr Mohamed Merah hatte sich zur Zeit der Stürmung im Badezimmer verschanzt. Der französische Inneminister kündigt für 14.30 Uhr eine weitere Pressekonferenz an.

12.04 Uhr Claude Guéant bestätigt, dass Mohamed Merah tot ist. Er soll bei der Stürmung der Wohnung umgehend das Feuer auf die Spezialkräfte eröffnet haben und danach aus dem Fenster gesprungen sein.

12.02 Uhr Gerade spricht Innenminister Claude Guéant.

11.58 Uhr Offenbar sollen bei der Stürmung drei Polizisten verletzt worden sein.

11.52 Uhr Die Informationen verdichten sich weiter, dass Mohamed Merah wirklich gestorben ist. Das melden nun sowohl französische Medien, die Nachrichtenagentur AFP, sowie die ARD. Ob sich der Attentäter von Toulouse selbst gerichtet hat oder bei der Stürmung erschossen worden ist, steht noch nicht fest.

11.39 Uhr Der mutmaßliche Serienmörder von Toulouse ist nach Medienberichten tot. Das berichtet der TV-Nachrichtensender BFM unter Berufung auf die Polizei.

11.36 Uhr Die Polizei setzt bei der Stürmung des Hauses offenbar auch Gas ein.

11.31 Uhr Die Spezialkräfte scheinen die Wohnung tatsächlich zu stürmen, es sind weiterhin massive Schüsse zu hören. Zumindest ein deutliches Indiz, dass Mohamed Merah noch lebt.

11.28 Uhr Vor Ort ist ein Schusswechsel zu hören.

11.19 Uhr Nun meldet auch die Nachrichtenagentur AFP, dass Elitepolizisten in das Haus eingedrungen sind.

11.14 Uhr Die Lage bleibt weiter unübersichtlich, eine mögliche Stürmung der Wohnung kann immer noch nicht bestätigt werden. Möglicherweise handelt es sich erneut um eine Fehlinformation der Medien vor Ort. Die Behörden geben sich sehr zurückhaltend mit neuen Informationen.

10.54 Uhr Noch ist diese Meldung mit Vorsicht zu genießen, eine Bestätigung steht aus.

10.48 Uhr Laut dem französischen Fernsehen sind die Spezialkräfte von Raid in die Wohnung von Mohamed Merah eingedrungen.

10.38 Uhr Vor Ort hat es soeben erneut schwere Detonationen gegeben. Kurz zuvor fuhr ein Krankenwagen in das gesperrte Gebiet. Ist Mohamed Merah also doch noch am Leben?

10.35 Uhr Die französischen Behörden spielen weiter auf Zeit und wollen Mohamed Merah mit ihrer Zermürbungstaktik zur Aufgabe zwingen. Der 23-Jährige soll unbedingt lebend gefasst werden.

10.21 Uhr 31 Stunden dauert der Einsatz der Sicherheitskräfte mittlerweile an. Seit Mitternacht allerdings ist der Kontakt zu dem mutmaßlichen Attentäter allerdings abgebrochen. «Wir hoffen, er lebt noch», erklärte Innenminister Claude Guéant.

Die Lage am Morgen:

Belagert von Hunderten schwer bewaffneter Polizisten hat sich der 23-jährige Mann seit über einem Tag in einem Mehrfamilienhaus verschanzt. Die Polizei hat Gas und Strom im ganzen Wohnviertel gekappt und mehrere Explosionen in der Nähe des Wohnhauses ausgelöst, um ihn einzuschüchtern. Offensichtlich setzt sie darauf, dass der Mann erschöpft aufgibt oder mit wenig Risiko überwältigt werden kann.

Nach Angaben des TV-Nachrichtensenders BFM lehnt der junge Mann es nun ab, sich zu ergeben. Er rede aber weiter mit der Polizei. Am Vortag hatte er seine Ankündigung, sich zu ergeben, nicht wahr gemacht.

Zu Beginn des Einsatzes hatte der Mann mit automatischen Waffen auf Polizisten gefeuert, die sich der Wohnung näherten, und mindestens zwei von ihnen verletzt. Im Austausch gegen ein Telefon übergab er später einen Colt - die mögliche Tatwaffe bei den Morden an insgesamt sieben Menschen in Südfrankreich in den vergangenen Tagen. Bei dem Verdächtigen, den die Polizei über Spuren im Internet ausfindig gemacht hatte, soll es sich um einen dem Terrornetz Al-Kaida nahe stehenden Extremisten namens Mohamed Merah handeln.

Im Kontakt mit der Polizei habe er zugegeben, dass er schon für Mittwoch einen weiteren Anschlag gegen einen Soldaten geplant hatte. Zudem habe er zwei Polizisten töten wollen. Der Franzose algerischer Herkunft soll in Toulouse und Umgebung drei Soldaten sowie bei seinem Anschlag auf eine jüdische Schule am Montag drei jüdische Kinder und einen Rabbiner kaltblütig erschossen haben. Mehrere Personen aus seinem Umfeld wurden festgenommen, darunter waren die beiden Schwestern und Brüder sowie die Mutter des Mannes.

wam/news.de/dpa

Leserkommentare (9) Jetzt Artikel kommentieren
  • Lorin
  • Kommentar 9
  • 03.04.2012 16:53

Die Türkei besitzt ein Konzentrationslager bei Ankara.Dieses Konzentrationslager wird im dichten Wald geheim gehalten.Da gibt es Massen von Leichen und auch viele Gräber.Es werden alte,kranke und behinderte Menschen hinentführt um sie dort zu foltern bis auf tode.Die türkischen Büromitarbeiter,die die Opfer töten empfinden Genuß daran Andere leiden zu sehen.

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  • Manfred
  • Kommentar 8
  • 23.03.2012 13:34

GSG 9 hatte in Mogadischu ein Hilfsmittel (starker Blitz), wäre so etwas hier geeignet gewesen?

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  • putinfanatiker
  • Kommentar 7
  • 23.03.2012 10:24

Wertes news.de Taem !!! Warum wurde mein Kommentar der heute von mir gesendet wurde nicht veroeffentlicht dabei handellte es sich um eine Antwort auf den Kommentar Nr5 !!! Ich denke mal das ich in keinster weise gegen IRGENDETWAS VERSTOSSEN HABE und bitte Sie daher in einer sehr hoeflichen Form hier um eine schriftliche Antowrt ! In diesem Sinne mit freundlichen Gruessen zu Ihnen !!!!!

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