Terrorkrimi Killer von Toulouse wollte weiter morden

Die Belagerung entwickelt sich zum Nervenkrieg: Nach der Mordserie in Toulouse hält sich der Täter seit über einem Tag in seiner Wohnung verschanzt. Wie bekannt wurde, hatte Mohamed Merah weitere Attentate geplant.

Ein Polizist telefoniert vor dem Wohnhaus, in dem sich Mohammed Merah verschanzt hält. (Foto)
Gespannte Erwartung: Ein Polizist telefoniert vor dem Wohnhaus, in dem sich der Attentäter Mohammed Merah verschanzt hält. Bild: dapd

23.34 Uhr Es gibt von der Rue du Sergent Vigné in Toulouse nach wie vor nichts Neues zu berichten. Attentäter Mohammed Merah lässt die Einsatzkräfte weiter zappeln. News.de verabschiedet sich am Liveticker und versorgt Sie morgen früh mit allen Neuigkeiten und Hintergründen über den Nervenkrieg in Toulouse.

22.40 Uhr US-Präsident Barack Obama hat Nicolas Sarkozy in einem Telefongespräch sein Beileid ausgesprochen. «Obama betonte, dass das amerikanische Volk in diesem schwierigen Augenblick Schulter an Schulter mit unseren französischen Verbündeten und Freunden steht», heißt es aus dem Weißen Haus.

21.43 Uhr Der Killer hält die Polizei weiter an der langen Leine. Innenminister Guéant sagte der Rundfunkanstalt France-2 zu den Bedingungen für die Kapitulation des mutmaßlichen siebenfachen Mörders. «Er sagte, er wolle aufgeben, aber er wolle es in der Nacht tun» so der Innenminister. «Er will in der Nacht aufgeben, weil das weniger Aufmerksamkeit erregt.»

21.28 Uhr Während die Polizei noch immer abwartet, teilte Innenminister Guéant mit, dass Merah im November vergangenen Jahres wegen seiner Aufenthalte in Pakistan und Afghanistan vom französischen Geheimdienst verhört worden war. Der 23-jährige Tatverdächtige habe erklärt, er sei als Tourist unterwegs gewesen ...

21.10 Uhr Der Serienmörder aus Toulouse will sich nach Angaben des französischen Innenministers Claude Guéant in Kürze der Polizei stellen. «Er hat bestätigt, dass er sich bald ergeben will», sagte Guéant im Fernsehsender TV1. «Die Bedingungen für seine Aufgabe werden diskutiert.» Der französische Verteidigungsminister Gérard Longuet sagte hingegen dem Fernsehsender BFMTV, die Belagerung des Hauses, in dem der 23-Jährige sich verschanzt habe, könne noch die Nacht hindurch dauern. «Noch Tage - nein. Es gibt eine körperliche, nervliche Ermüdung», sagte Longuet. Er unterstrich das Ziel der Sicherheitskräfte, Merah lebend zu ergreifen, um ihn vor Gericht stellen zu können und seine Motive zu ergründen.

20.55 Uhr Die Anwältin des mutmaßlichen Attentäters von Toulouse hat ihren Mandanten als «nett und freundlich» beschrieben. Sie habe «überhaupt keine Erklärung», warum Mohammad Merah sich in diese Situation gebracht habe, sagte Marie-Christine Etelin den Stuttgarter Nachrichten. Etelin, die nach eigenen Angaben zusammen mit ihrem Ehemann den Verdächtigen innerhalb der vergangenen acht Jahre in mehreren kleineren Strafsachen verteidigt hatte, sagte, Merah sei vor den Bluttaten in Toulouse und Montauban nur wegen «kleinen Vergehen, Diebstählen, nichts Schlimmem» mit dem Gesetz in Konflikt geraten.

20.06 Uhr Es ist jetzt dunkel und gespenstig ruhig in der Rue du Sergent Vigné. Noch immer setzt die Polizei auf die Zermürbungstaktik. Dabei hatte der mutmaßliche Todesschütze am späten Nachmittag bereits zum zweiten mal angekündigt, sich zu ergeben. Hält er die Polizei zum Narren?

19.02 Uhr Es wird dämmrig in Toulouse. Der Attentäter soll jetzt seit mindestens 20 Stunden nicht mehr geschlafen haben. Offenbar wollen die Polizisten den Mörder unbedingt lebend gefangen nehmen und warten weiter mit einem Zugriff.

17.50 Uhr Vor dem belagerten Haus in einem Toulouser Wohnviertel fahren Krankenwagen ab. Aber es hat sich offenbar nichts getan. Der Täter hat der Polizei jedoch offenbar erneut angekündigt, sich stellen zu wollen.

17.26 Uhr Der mußmaßliche Täter algerischen Hersprungs sei zweimal in Afghanistan gewesen, zuletzt Ende 2011. Nach einer Hepatitis-Erkrankung sei er wieder nach Frankreich zurückgekehrt. Merah habe im Gespräch mit Polizisten erklärt, er habe stets allein gehandelt. «Er bedauert nichts«, sagte Staatsanwalt Molins.

17.22 Uhr Während die Belagerung andauert, werden neue Details zum Beginn des nun beinahe 14-stündigen Einsatzes bekannt: Als die Elitepolizisten am frühen Morgen mehrfach vergeblich versuchten, in Merahs Wohnung einzudringen, seien die Polizisten jedesmal mit Schüssen aus schweren Waffen zurückgedrängt worden. Ein Beamter habe einen Knieschuss erlitten, einen zweiten Polizisten habe die schusssichere Westen vor schweren Verletzungen bewahrt.

17.15 Uhr Wie auf der Pressekonferenz der Staatsanwaltschaft bekannt wurde, soll der mutmaßliche Attentäter für den heutigen Mittwoch neue Anschläge auf Polizisten und Soldaten geplant haben.

17.10 Uhr Der sogenannte Roller-Mörder soll einer Journalistin gesagt haben, dass er gedenkt, die Aufnahmen seiner Morde zu veröffentlichen. Bei der Belagerung des Hauses tut sich nichts Neues. Bei Einbruch der Dunkelheit wird ein Zugriff erwartet.

16.45 Uhr Der Serienmörder plante offenbar weitere Anschläge. Das sagte der zuständige leitende Staatsanwalt François Molins. Mohammed Merah habe im Gespräch mit Polizisten bedauert, nicht noch mehr Opfer getötet zu haben. Ein Renault Clio werde noch gesucht, der wahrscheinlich Waffen und Sprengstoff enthalte. Ein Motorroller sei ebenso wie eine Kamera gefunden worden.

16.20 Uhr Sarkozy verurteilte den Mord an den drei französischen Soldaten als «terroristische Exekution». Der Täter habe die französische Armee im Visier gehabt, aber die Nation getroffen. «Soldaten, heute steht die ganze Nation an eurer Seite«, erklärte der Staatschef.

16.16 Uhr In Montauban windet es so sehr, dass eines der Zelte abhebt. Obwohl es sich um eine Trauerfeier handelt, kann sich Nicolas Sarkozy ob der Slapstick-Szenen ein kurzes Grinsen nicht ganz verkneifen.

15.52 Uhr In diesen Minuten beginnt in Montauban die Trauerfeier für die getöteten Soldaten, bei der auch Nicolas Sarkozy anwesend ist.

15.46 Uhr Nachdem sich nach 14 Uhr die Ereignisse überschlagen haben, herrscht nun wieder etwas Ruhe vor Ort. Zumindest scheinen die Verhandlungen mit dem mutmaßlichen Täter wieder aufgenommen worden zu sein.

14.57 Uhr Claude Guéant dementiert Festnahme des Attentäters. Nun hat auch der französische Innenminister den Medieninformationen widersprochen, nach denen Mohammed Merah festgenommen worden ist. Das meldet die französische Nachrichtenagentur AFP. Der Terrorkrimi scheint zu einer Nervenschlacht zu werden.

14.41 Uhr Geht das Drama doch weiter? Die französische Zeitung Le Figaro dementiert in ihrem Liveticker die Festnahme des Attentäters von Toulouse und beruft sich dabei auf einen Polizisten vor Ort.

14.35 Uhr Noch steht nicht fest, ob sich Mohammed Merah letztlich gestellt hat oder ob das Haus von der Polizei gestürmt wurde. In jedem Fall scheint der stundenlange Polizeieinsatz, der um drei Uhr begonnen hatte, ein unblutiges Ende genommen zu haben.

14.24 Uhr Französische Elitepolizisten haben nach einem Bericht des TV-Nachrichtensenders BFM den mutmaßlichen Serienkiller überwältigt. Eine offizielle Bestätigung steht allerdings noch aus.

14.17 Uhr Neue Informationen aus Toulouse: Die Polizei hat wieder Kontakt zu dem Täter und ihm angeblich ein Ultimatum gestellt.

13.05 Uhr Weiterhin ist unklar, ob nun bald gestürmt wird oder Mohammed Merah sich freiwillig ergibt. Die Anzeichen für eine Stürmung verdichten sich allerdings. Dennoch sind die Elitesoldaten angewiesen, den Attentäter in jedem Fall lebend zu fassen.

Terrorkrimi: Attentäter von Toulouse will sich stellen
Video: dapd

12.46 Uhr Das Mehrfamilienhaus ist mittlerweile evakuiert. Gleichzeitig fahren immer mehr Rettungswagen vor Ort auf. Möglicherweise steht die Stürmung der Wohnung unmittelbar bevor.

12.20 Uhr Die Polizei ist weiterhin mit 300 Einsatzkräften vor Ort. Angeblich wird inzwischen auch eine Stürmung des Hauses erwogen.

11.52 Uhr Der schwer bewaffnete Mann soll die Gespräche mit der Polizei inzwischen abgebrochen haben.

11.32 Uhr Präsident Nicolas Sarkozy bestätigte auch, dass der Attentäter von Toulouse  identifiziert ist. Nach einer Unterredung mit Vertretern der jüdischen und muslimischen Glaubensgemeinschaften betonte er, es werde alles getan, damit er sich vor der Justiz verantwortet. Sarkozy warnte allerdings vor Rachegedanken und einer Verquickung von Religion und Terrorismus.

Nervenkrieg in Frankreich: Der Killer von Toulouse

11.25 Uhr Die Polizei in Toulouse hat mit der Evakuierung der restlichen Bewohner des Mehrfamilienhauses begonnen.

11.18 Uhr Nicolas Sarkozy ist soeben vor die Presse getreten. Der französische Präsident dankt den Polizisten und betont, den oder die Verantwortlichen zur Rechenschaft ziehen zu wollen. «Der Terrorismus wird unsere nationale Gemeinschaft nicht zerbrechen. Das schulden wir den Opfern», so Sarkozy.

10.34 Uhr Der Name des mutmaßlichen Attentäters ist Mohammed Merah. Das melden französische Medien.

10.17 Uhr Frankreichs Staatspräsident Nicolas Sarkozy wird gleich vor die Presse treten und eine Erklärung zu den Ereignissen in Toulouse abgeben.

10.14 Uhr Der Attentäter soll noch mit einer Kalaschnikow und einer Uzi bewaffnet sein. Er hält sich weiterhin im ersten Stockwerk des Gebäudes verschanzt. In dem fünfstöckigen Mehrfamilienhaus befinden sich noch mehrere Menschen. Nach Angaben der Polizei spricht der 23-Jährige sehr viel. Als Tatmotive nennt er die Rache für palästinensische Kinder und den Einsatz der französischen Armee in Afghanistan. 

09.56 Uhr Parallel zu den dramatischen Ereignissen in Toulouse hat in Jerusalem die Bestattungszeremonie für die vier Opfer des Mordanschlags auf die jüdische Schule begonnen. Hunderte Trauergäste versammelten sich auf dem Friedhof, darunter auch der französische Außenminister Alain Juppé. Die Leichen waren in der Nacht per Flugzeug nach Israel gebracht worden. In Jerusalem werden der ermordete Lehrer und Rabbiner mit seinen zwei kleinen Söhnen sowie das vierte Opfer, ein Mädchen, beigesetzt.

09.31 Uhr Der Serienmörder will sich nach Angaben des französischen Innenministers Claude Guéant am Nachmittag der Polizei ergeben. Guéant sagte dem TV-Nachrichtensender BFM, der Mann habe einem Polizisten seine Absichten erklärt, nachdem er eine Waffe aus dem Fenster geworfen habe. Es sei der Mann, der die Taten begangen habe, die Justiz wolle ihn lebend festnehmen und vernehmen.

08.27 Uhr  Der 24-Jährige hat sich in einem Haus verschanzt und mindestens zwei Polizisten verletzt. «Als sich die Polizisten seiner Tür näherten, hat er sofort durch die Tür geschossen. Ein Polizist wurde verletzt, aber er schwebt nicht in Lebensgefahr», so Guéant. «Der Bruder des Verdächtigen wurde festgenommen (...) Die Mutter wurde zum Ort gebracht und gebeten, Kontakt zu ihrem Sohn aufzunehmen, was sie nicht gewollt hat.»

Der Stand in Toulouse am frühen Morgen:

Begonnen hatte der Einsatz kurz nach 3 Uhr in dem nur drei Kilometer Luftlinie von der jüdischen Schule entfernten Viertel, in dem am Montag vier Menschen gezielt erschossen worden waren. Der Mann erklärte der Polizei den Angaben zufolge, er habe palästinensische Kinder rächen wollen und auch ein Zeichen gegen den französischen Einsatz in Afghanistan setzen wollen. «Er spricht viel von seinem Engagement für (das Terrornetzwerk) al-Quaida», sagte Guéant. Er sei bereits nach den Morden an drei Soldaten ins Visier der Fahnder geraten. «Diese Person war in Afghanistan und Pakistan. Er ist den Salafisten und Dschihadisten verbunden.» Er stamme aber aus Toulouse und habe die französische Staatsangehörigkeit.

Der Tatort ist weiträumig abgeriegelt, Sanitätsfahrzeuge sowie Polizisten mit Hunden sind vor Ort, Polizisten mit schusssicheren Westen und Helmen haben das Viertel abgesperrt.

Die Polizei hat damit erfolgreich nach dem kaltblütigen Täter gefahndet,der in Toulouse und im benachbarten Montauban insgesamt sieben Menschen erschossen hat, darunter an einer jüdischen Schule einen Lehrer und drei Kinder. Die französische Justiz stuft die Mordserie als Terrorakte ein. Der Täter habe seine Opfer mit Kopfschüssen getötet, hatte der zuständige Pariser Staatsanwalt François Molins am Dienstag weiter berichtet.

kru/wam/news.de/dpa/dapd

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Leserkommentare (29) Jetzt Artikel kommentieren
  • lorin
  • Kommentar 29
  • 31.03.2012 14:55

In der Türkei werden Frauensteinigungen durchgeführt.Es geschieht so weil der Islam in der Türkei es so will.

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  • werner.4321
  • Kommentar 28
  • 23.03.2012 13:02
Antwort auf Kommentar 27

Hallo Rolf, dann geh Du dahin und riskiere als Polizist Dein eigenes Leben. In der Situation wie sich diese ergab, gab es wohl kaum eine andere Möglichkeit.

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  • Rolf
  • Kommentar 27
  • 22.03.2012 17:32

Was die Französische Polizei geschafft hat ist mit wenig Intelligenz versehen. Hunderte gegen einen im Haus gefangenen. Da gäbe es doch einige Möglichkeiten den Täter lebend zu fassen.

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