Erster Tag im Amt Joachim Gauck legt los

Joachim Gauck und Daniela Schadt (Foto)
Bundespräsident Joachim Gauck mit seiner Lebenspartnerin Daniela Schadt vor dem Schloss Bellevue. Bild: dapd

Antrittsbesuch im Schloss Bellevue zur Wohnungsübergabe mit Christian Wulff: Bundespräsident Joachim Gauck hat einen Tag nach seiner Wahl die Amtsgeschäfte aufgenommen. Dabei traf der 72-Jährige bereits erste Personalentscheidungen.

Einen Tag nach seiner Wahl in Berlin hat der neue Bundespräsident Joachim Gauck die Amtsgeschäfte aufgenommen und erste wichtige Personalentscheidungen getroffen. Er ernannte seinen Vertrauten David Gill zum Staatssekretär im Präsidialamt. Der bisherige Amtsinhaber Lothar Hagebölling wurde in den einstweiligen Ruhestand verabschiedet. Auch Andreas Schulze als Sprecher und Johannes Sturm als persönlicher Referent werden Gauck ins neue Amt begleiten.

Gauck (72) und seine Lebensgefährtin Daniela Schadt wurden am Montag erstmal im Schloss Bellevue, dem Amtssitz des Präsidenten, offiziell begrüßt. Der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer, der als Präsident des Bundesrates vier Wochen lang kommissarisches Staatsoberhaupt war, sowie Altpräsident Christian Wulff empfingen Gauck an seinem neuen Arbeitsplatz. Wulff war am 17. Februar zurückgetreten, weil die Staatsanwaltschaft gegen ihn ermittelt.

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Auf Fragen von Reportern ging Gauck nur kurz ein. Er empfinde großen Respekt, sagte er. Auf sein Herz deutend meinte er: «Mir pochert es hier drin.» Nach ausführlichen Gesprächen mit Seehofer und Wulff war am Nachmittag auch ein Treffen mit dem Personal des Bundespräsidialamtes vorgesehen. Dass sich Joachim Gauck danach mit First Lady Daniela Schadt auf den Weg in ein schwedisches Einrichtungshaus machen wollte, war nur bei Twitter ein Thema.  

Der 72-Jährige Gauck erhielt in der gestrigen Bundesversammlung 991 von 1228 gültigen Stimmen. Das entspricht einer Zustimmung von gut 80 Prozent. Jedoch versagten Gauck mindestens 103 Delegierte aus dem Lager von Union, FDP, SPD und Grünen, das ihn aufgestellt hatte, die Zustimmung. Für Gaucks Gegenkandidatin Beate Klarsfeld votierten 126 Delegierte. Damit erhielt die 73-Jährige mindestens drei Stimmen von Vertretern anderer Parteien. Insgesamt 108 Mitglieder der Bundesversammlung enthielten sich.

Mit der Annahme der Wahl ist Gauck als Staatsoberhaupt offiziell im Amt. Die Vereidigung des elften Präsidenten vor Bundestag und Bundesrat ist für kommenden Freitag vorgesehen.

Gauck kündigte an, dass er auch an wichtige Themen seines Vorgängers Wulff anknüpfen werde. Dieser habe ihm zum Beispiel das Integrationsthema hinterlassen, «an dem ich nicht vorbeigehen kann», sagte er dem Sender Phoenix.

Er wolle hier mit seinen eigenen Ideen und Worten die von Wulff eingeschlagene Richtung fortsetzen, sagte Gauck im ZDF. Er kündigte an, diejenigen zu kritisieren, die nicht integrationswillig seien. «Ich möchte, dass die Menschen, die hier mit uns wohnen, die Grundlagen dieses Staates, den sie ja offensichtlich schätzen, sonst wären sie nicht hierher gekommen, achten, dass sie die Gesetze dieses Landes achten.» Dies sei den allermeisten Zuwanderern aber auch «völlig klar».

Der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel sagte der Online-Ausgabe der Leipziger Volkszeitung, Gaucks Amtszeit sei zunächst «eine Chance, dieses fürchterlich ramponierte Amt des Bundespräsidenten wieder zu der Reputation zu führen, die es früher immer hatte». Die Annahme, dass sich Gauck nur auf die Freiheit als Thema konzentriere, sei eine Fehlwahrnehmung. Die Linke-Vorsitzende Gesine Lötzsch appellierte in der ARD-Sendung Günther Jauch an das neue Staatsoberhaupt, sich die Frage der sozialen Gerechtigkeit und sozialen Spaltung auf die Fahnen zu schreiben.

wam/news.de/dpa

Leserkommentare (46) Jetzt Artikel kommentieren
  • Ole
  • Kommentar 46
  • 23.03.2012 21:36

Wissen und Rechtschreibung entsprechen dem"Herben".

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  • herby
  • Kommentar 45
  • 23.03.2012 20:29
Antwort auf Kommentar 44

Ole, es tut mir Leid ich kann mir Ihre Dummheit nicht mehr länger Ansehen, die Pisa Studie scheint doch zu Stimmen, daß die deutschen die dümmsten der Welt sind. Sie gehören zu denen die Müll Reden und Schreiben, jeder normale Mensch sieht an allen meinen Einträgen egal zu welchem Thema auch immer, das ich kein Nazi bin sondern für Links stehe, da diese die einzigste Partei deutschlands ist die für Soziale Gerechtigkeit steht, und mir ist es schnuppe ob diese früher SED hies, jedoch sollte unser Volk zumindest den Linken die Chanse geben, denn schlechter wie Altparteien können sie nicht sein.

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  • Ole
  • Kommentar 44
  • 22.03.2012 21:17
Antwort auf Kommentar 43

Besonders launig war ja die Einlassung "an den Präsident von Amerika"!Ja hat der denn "herby"noch alle "Zimmer in seinem Oberstübchen beheizt"? Fleißarbeiten sind doch nicht überrzeugend, wenn Wahrheiten erwartet werden.Und Wahrheiten sind immer auch interpretierbar,sonst hätten wir ja nicht so viele Rechtsfälle! Also "herby",ich halte dich für einen verdeckten Nazi und der Kommentar von swen forrbis in Richtung "Ostgebiete"war eindeutich das "Helferchen"! Was für dusselige Quarktaschen offen im Forum.

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