Wulff-Nachfolge Joachim Gauck ist Bundespräsident

«Was für ein schöner Sonntag!» Mit 991 Stimmen hat die Bundesversammlung Joachim Gauck im ersten Wahlgang zum Bundespräsidenten gewählt. Wir zeigen, wie die Wahl lief und was die Polit-Prominenz von Gauck erwartet.

Die Ausgangslage: Nach dem Rücktritt von Christian Wulff als Bundespräsident haben sich Union, FDP, SPD und Grüne auf den einstigen DDR-Bürgerrechtler Joachim Gauck als gemeinsamen Kandidaten geeinigt. Seine Wahl gilt als sicher. Der 72 Jahre alte parteilose Theologe war als Kandidat von SPD und Grünen bei der letzten Wahl noch gescheitert. Außerdem stellt sich die von der Linken aufgestellte Nazi-Jägerin Beate Klarsfeld zur Wahl. Auch die NPD hat mit dem Militärhistoriker Olaf Rose einen Kandidaten nominiert.

9 Uhr: Vor der Bundespräsidentenwahl sind die Mitglieder der Bundesversammlung in Berlin zu einem ökumenischen Gottesdienst zusammengekommen. Auch die Präsidentschaftskandidaten Joachim Gauck und Beate Klarsfeld kamen in die Französische Friedrichstadtkirche am Berliner Gendarmenmarkt.

Joachim Gauck: Vom Pfarrer zum Bundespräsidenten

9.32 Uhr: Der 15. Bundesversammlung gehören 1240 Wahlleute an, die 620 Bundestagsabgeordneten und eine gleich große Anzahl von Abgesandten der Länder. Die einzige Aufgabe der größten parlamentarischen Versammlung Deutschlands ist es, das Staatsoberhaupt zu wählen. Die Wahl findet geheim und ohne Aussprache statt.

9.45 Uhr: Gauck und seine Lebensgefährtin Daniela Schadt planen offenbar keine Hochzeit in absehbarer Zeit, vermeldet die Bild am Sonntag. Nur aus protokollarischen Gründen zu heiraten, fände sie nicht richtig, sagte Schadt der Zeitung. Gauck ist seit 1959 mit Gerhild Gauck verheiratet, seit 1991 leben sie getrennt. Seit dem Jahr 2000 sind Gauck und Schadt ein Paar. Die ganze Familie könne mit dieser Regelung gut leben, vielleicht könne auch der Rest der Gesellschaft damit leben, sagte Schadt.

9.52 Uhr: In dem Interview verrät Schadt auch, dass sie im Falle einer Wahl nicht im Schloss Bellevue wohnen möchte: «Das geht gar nicht mehr.» Sie werde gemeinsam mit Gauck voraussichtlich die Dienstvilla in Berlin-Dahlem beziehen. «Wahrscheinlich macht es Sinn, dass wir die nutzen», sagte Schadt der Bild am Sonntag. Für ihre bisherigen Nachbarn in Schöneberg sei es «nicht besonders lustig, dass sie durch die Sicherheitsvorkehrungen nicht mehr vorm Haus parken können», sagte Schadt.

10.12 Uhr: Die Erwartungen an Joachim Gauck als künftiges Staatsoberhaupt sind groß: «Es gibt eine Zerrüttung zwischen Politik und den Menschen, da sollte Joachim Gauck eine Brücke bauen», hofft beispielsweise SPD-Generalsekretätin Andrea Nahles.

10.31 Uhr: «Ich würde sagen, wir lassen ihn erst einmal Bundespräsident werden. Er steht nicht vor der Heiligsprechung», sagt die rheinland-pfälzische CDU-Vorsitzende Julia Klöckner. Sie hatte einst in der Bundesversammlung per Twitter vorab das Wahlergebnis verraten. Wie Klöckner uns im Interview gesagt hat, bereut sie diesen Tweet nicht. Diesmal herrscht übrigens Telefonier-Verbot in der Bundesversammlung.

10.42 Uhr: Im Gottesdienst vor der Bundesversammlung rufen beide große Kirchen zu mehr Engagement für die Demokratie auf. Damit Demokratie gelingen könne, müssten immer wieder Bürger für den Dienst am Gemeinwesen bereit sein, sagte Prälat Karl Jüsten, Leiter des Katholischen Büros in Berlin. Er würdigte die vielen Menschen, die sich für das Gemeinwesen ehren- oder hauptamtlich engagierten. In seinen Dank schloss Jüsten ausdrücklich Ex-Bundespräsident Christian Wulff ein. Bernhard Felmberg, der Deutschland- und EU-Bevollmächtigte des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland, erinnerte in dem ökumenischen Morgenlob an die Bedeutung des Glaubens: «Sich Gott anzuvertrauen heißt Grenzen überschreiten, Neugier bewahren und sich in den Dienst der Weltgestaltung und Weltverantwortung berufen zu lassen.»

11 Uhr: Jetzt beginnen die Sitzungen der Fraktionen, bevor dann in einer Stunde die eigentliche Wahl startet. Die Wahl wird im Plenarsaal des Bundestags stattfinden, der für dieses Ereignis extra umgebaut wurde, weil er doppelt so vielen Leuten Platz bieten muss wie sonst.

11.24 Uhr: Nach der wochenlangen Affäre von Christian Wulff geht Gauck im Falle einer Wahl mit einem großen Vertrauensvorschuss ins Amt. 80 Prozent der Deutschen halten Gauck für glaubwürdig, hatte am Samstag eine Umfrage der ARD-Sendung Günther Jauch ergeben.

11.27 Uhr: Einen Erfolg hat Joachim Gauck schon eingefahren: Durch seine Kandidatur wurde der Verkauf seiner Bücher angekurbelt. Die Nominierung des 72-Jährigen für das höchste Staatsamt sei «ein absoluter Glücksfall» gewesen, sagte der Sprecher der Verlage Pantheon und Siedler, Markus Desaga, der Nachrichtenagentur dapd. Die Taschenbuchausgabe von Gaucks Autobiografie Winter im Sommer - Frühling im Herbst, die im Mai bei Pantheon erschien, verkaufte sich nach Verlagsangaben im Februar 40.000 Mal. Gaucks neuestes Buch Freiheit. Ein Plädoyer stieg Ende Februar auf Platz eins der Buch-Charts ein und lag auch in dieser Woche an der Spitze. Dass das Werk am Tag nach der Vorstellung Gaucks als gemeinsamer Kandidat von Union, FDP, SDP und Grünen erschien, sei Zufall gewesen, sagte die Sprecherin des Kösel-Verlags, Susanne Klumpp.

11.37 Uhr: Joachim Gauck betritt das Reichstagsgebäude. Um 12.15 Uhr soll der erste Wahlgang beginnen, mit einem Ergebnis ist gegen 14 Uhr zu rechnen.

11.41 Uhr: Außenminister Guido Westerwelle (FDP) wird Gauck wählen, unterstreicht er unmittelbar vor Beginn der Wahl: «Joachim Gauck wird eine sehr glückliche Wahl als Bundespräsident sein. Er steht wie kaum jemand für zwei Themen, nämlich Freiheit und Verantwortung.»

11.47 Uhr: «Wir freuen uns, dass CDU und FDP nach dem schweren Fehler mit Christian Wulff jetzt beigedreht haben», sagt SPD-Chef Sigmar Gabriel im Fernsehsender Phoenix. Er schätze an Gauck, dass er einen «eigenen Kopf» habe.

11.52 Uhr: In der Bundesversammlung sitzen auch bei dieser Wahl nicht nur Politiker, sondern auch viele Prominente. Unter anderem ist Fußballtrainer Otto Rehhagel dabei, auch Schauspieler Jan Josef Liefers, Publizistin Alice Schwarzer und Comedian Ingo Appelt sind vertreten. Schauspielerin Senta Berger wählt ebenfalls mit. Sie empfindet den voraussichtlichen neuen Bundespräsidenten als «sehr widersprüchlich». Dies sei jedoch «eine Sache, die mir sehr gut gefällt», sagte die von der SPD in die Bundesversammlung entsandte 70-Jährige. «Ich glaube, dass er mein Land gut vertreten kann im Ausland. Ich glaube, dass seine ganz persönliche Biografie sich mit der Biografie meines Landes deckt in den letzten 40, 50 Jahren», sagte Berger.

11.55 Uhr: «Wir haben mit Beate Klarsfeld eine hervorragende Kandidatin aufgestellt. Sie ist ein echtes Vorbild», erklärt die Parteivorsitzende Gesine Lötzsch die Entscheidung der Linken, eine Gegenkandidatin zu Gauck aufzustellen.

12 Uhr: Die Wahl verzögert sich ein wenig. Der Plenarsaal ist rappelvoll. Die Mitglieder der Bundesversammlung plaudern und begrüßen sich. Joachim Gauck trägt einen schwarzen Anzug und eine graue Krawatte.

12.01 Uhr: Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) eröffnet die Bundesversammlung. Er bedankt sich ausdrücklich bei Horst Seehofer (CSU), der als Bundesratspräsident seit dem Rücktritt Christian Wulffs übergangsweise das Amt des Bundespräsidenten ausgefüllt hatte.

12.03 Uhr: Die Stimmung ist gelöst. Lammert scherzt, mahnt aber auch: «Der vorzeitige Wechsel im höchsten politischen Amt der Republik ist weder eine Staatskrise noch eine Routineangelegenheit. Es gibt durchaus Anlass für selbstkritische Betrachtung - nicht nur an eine Adresse.»

12.12 Uhr: Lammert erinnert an die Revolution vom März 1848 und schlägt die Brücke zur friedlichen Revolution 1989 in der DDR und zur Volkskammerwahl im März 1990. Er schlägt vor, den Bundespräsidenten künftig immer am 18. März zu wählen.

12.15 Uhr: «Demokratie braucht Vertrauen», betont Lammert, sonst sei die Ausübung politischer Ämter unmöglich. Auch mit einem anderen Hinweis spielt der Bundestagspräsident offenkundig auf die Wulff-Affäre an: Amt und Person seien nicht voneinander zu trennen.

12.18 Uhr: Lammert hat seine Rede beendet und erklärt nun die Formalien zum Ablauf der Wahl.

12.22 Uhr: Einige Querschuss-Versuche durch NPD-Anträge, die von Lammert oder den Mitgliedern der Bundesversammlung durchweg abgelehnt werden, zögern den Beginn der Wahl weiter hinaus.

12.25 Uhr: Kurzer Stylecheck: Ingo Appelt trägt das Gauck-Outfit, schwarzen Anzug und graue Krawatte. Jan Josef Liefers trägt Schal.

12.32 Uhr: Die Wahl beginnt. Alle 1240 Mitglieder der Versammlung werden namentlich aufgerufen, erhalten dann ihre Wahlunterlagen und geben danach ihre Stimmzettel ab. 621 Stimmen sind zum Wahlsieg im ersten Wahlgang nötig.

12.36 Uhr: Unterm Strich war die Rede von Lammert ein sehr guter Auftakt zur Wahl. Er zeigte sich kritisch und fand deutliche Worte, sorgte aber mit heiteren Momenten auch für die Lockerheit, die zu einer Wahl passt, in der kaum Rivalität steckt.

12.54 Uhr: Während die Wahl läuft, gibt sich Beate Klarsfeld nicht allzu kämpferisch. «Dass ich heute hier stehe und Kandidatin bin, auch wenn ich nicht gewinnen werde, ist immerhin eine Anerkennung für die Arbeit, die ich seit vielen Jahren leiste», sagt die Linken-Kandidatin. Sie hofft, nach der Wahl zumindest mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt zu werden.

13 Uhr: Ingo Appelt, von der SPD in die Bundesversammlung entsandt, ist zuversichtlich für die Amtszeit von Joachim Gauck: «Wir bekommen zum ersten Mal seit Jahren einen Bundespräsidenten, der wirklich Bundespräsident wird, und nicht bloß der Vorzimmerhund von Angela Merkel.» Gauck habe auch Humor - das sei wichtig, sagte der Komiker im Fernsehsender Phoenix.

13.02 Uhr: Auch der SPD-Fraktionsvorsitzende Frank Walter Steinmeier vertreibt sich die Wartezeit mit Interviews. Er sieht in Gauck «den richtigen Kandidaten zur richtigen Zeit». Die SPD haben sich schließlich schon vor zwei Jahren für den parteilosen Gauck ausgesprochen.

13.17 Uhr: Philipp Rösler, Parteivorsitzender der FDP, erhofft sich von Joachim Gauck als Bundespräsident vor allem, «dass er den Menschen Mut macht, auch in schwieriger werdenden Zeiten».

13.23 Uhr: Bei Twitter wird fleißig gewitzelt, nicht mehr über Wulff, sondern über die Wahl. «Weißer Rauch über der Reichstagskuppel! ...falscher Alarm - das war nur Altkanzler Helmut Schmidt», scherzt etwa Richard Gutjahr.

13.27 Uhr: Das Aufrufen der Wahlleute ist beendet. Die Wahlurnen sind derzeit etwa zu einem Viertel gefüllt. Wenn alle Mitglieder ihre Stimme abgegeben haben, werden noch etwa 30 bis 45 Minuten vergehen, bis das Ergebnis feststeht. Nicht alle 1240 Wahlleute sind anwesend, wegen Krankheit sind einige nicht erschienen.

13.29 Uhr: Alice Schwarzer fühlt mal nach, wie Ingo Appelt diese seltsame Haartolle hinbekommt. Otto Rehhagel scheint Jürgen Trittin seinen Rettungsplan für Hertha BSC zu erklären. Die Kommentatoren bei Phoenix umschreiben die Atmosphäre im Plenarsaal als die eines «gepflegten Stehempfangs».

13.30 Uhr: Die Auszählung beginnt, Lammert unterbricht die Sitzung bis zur Verkündung des Wahlergebnisses in etwa 45 Minuten. «Schwimmen Sie nicht zu weit raus», rät er den Wahlleuten.

13.53 Uhr: Ärgerlich für die Wahlleute, dass ihnen im Plenarsaal das Geschehen bei Twitter entgeht. Beispielsweise Erkenntnisse wie diese von Psychodandy: «Dabei repräsentiert die FDP durchaus das Volk: die eine Hälfte der Wahlmänner hat Übergewicht, die andere Haltungsschäden.»

13.55 Uhr: Zwei Mitglieder hat die Piratenpartei in die Bundesversammlung geschickt. Katja Dathe und Martin Delius haben sich nach eigenen Angaben der Stimme enthalten. «Wir sagen Nein zu Joachim Gauck», sagen sie zu heute.de. Beide hatten vor der Wahl offen gelassen, ob sie für Joachim Gauck oder Beate Klarsfeld stimmen wollen.

14 Uhr: Wenn Gauck gewählt wird, soll er wohl bereits morgen in sein Amt eingeführt werden. Nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa wird er dann die Amtsgeschäfte im Schloss Bellevue von Bundesratspräsident Horst Seehofer übernehmen, der seit dem Rücktritt von Christian Wulff als Staatsoberhaupt amtiert. Am Nachmittag wird der Neue mit den Mitarbeitern des Präsidialamtes zusammentreffen. Die Vereidigung des neuen Bundespräsidenten vor dem Bundestag ist für Freitag vorgesehen. Offiziell im Amt ist er aber bereits, sobald er die Wahl durch die Bundesversammlung annimmt.

14.04 Uhr: Publizist Wolfgang Weimer findet im Gespräch mit dem Fernsehsender Phoenix klare Worte: «Gauck wird der neue Popstar der politischen Republik.» Er sagt dem ehemaligen DDR-Bürgerrechtler aber auch eine schwierige Amtszeit voraus, weil es viele Konfliktfelder gibt: «SPD und Grüne jubeln hier gerade einen Kandidaten hoch, der ein explizit Anti-Linker ist.»

14.12 Uhr: Die Wahl wird auch auf einer Leinwand vor dem Reichstag live übertragen. Das Interesse an dieser Art von Public Viewing ist «so lala», vermeldet Zeit Online bei Twitter.

14.14 Uhr: Der Plenarsaal ist nun wieder beinahe komplett gefüllt, das Ergebnis des ersten Wahlgangs soll gegen 14.20 Uhr verkündet werden.

14.19 Uhr: Norbert Lammert eröffnet die Sitzung wieder. Er hält bereits einen Zettel mit dem Wahlergebnis in der Hand.

14.20 Uhr: Das Ergebnis steht fest. Abgegebene Stimmen: 1232. Ungültig: 4. Enthaltungen: 108. Rose: 3. Klarsfeld: 126. Gauck: 991. Das sind mehr Enthaltungen als man erwartet hatte, dennoch erreicht Gauck damit das beste Ergebnis, das jemals ein Kandidat im ersten Wahlgang erzielt hat. Auch Beate Klarsfeld kann zufrieden sein: Sie erhält drei Stimmen mehr, als die Linkspartei Wahlleute hat.

14.21 Uhr: Gauck nimmt die Glückwünsche der Partei- und Fraktionschefs und reichlich Blumensträuße entgegen. Angela Merkel ist nicht die erste Gratulantin. Es gibt minutenlangen Beifall und stehende Ovationen.

14.23 Uhr: Gauck legt die Blumen auf dem Pult von Renate Künast und Jürgen Trittin ab. Mit den Worten «Herr Präsident, ich nehme die Wahl an», ist Joachim Gauck nun offiziell der elfte Bundespräsident in der Geschichte der Bundesrepublik. Seine Rede beginnt er mit dem Satz «Was für ein schöner Sonntag!» 

14.29 Uhr: Auch Gauck nimmt in seiner Rede, wie zuvor schon Lammert, Bezug auf den 18. März 1990, den Tag der ersten freien Volkskammerwahl in der DDR. Der neue Bundespräsident wirkt dankbar, bewegt und ein wenig nervös und betont seine Kernthemen Freiheit und Verantwortung. «Eins kann ich versprechen: Dass ich mit all meinen Kräften und mit meinem Herzen ‹Ja› sage zu der Verantwortung, die Sie mir heute übertragen haben», verspricht er.

14.33 Uhr: Lammert kündigt an, dass Gauck am Freitag vereidigt werden wird. Er dankt den Wahlleuten für den reibungslosen Ablauf der 15. Bundesversammlung. «Wir haben da inzwischen eine besondere Übung.»

14.34 Uhr: Die Wahlleute der Bundesversammlung singen die Nationalhymne. Es klingt ein bisschen besser als bei der Fußball-Nationalmannschaft. Abschließend lädt Lammert, erneut mit einem Scherz, zum Empfang der Fraktionen ein: «Das Buffet ist nicht notwendigerweise besser, aber in jedem Fall frischer als nach drei Wahlgängen.»

14.59 Uhr: Die wichtigsten Reaktionen zur Wahl von Joachim Gauck und zu seiner ersten Rede gibt es gleich auf news.de.

15.19 Uhr: So schnell kann Politik sein - das gilt diesmal nicht nur für die Wahl, sondern auch für den Web-Auftritt des Bundespräsidenten. Keine Stunde nach seiner Wahl zum Staatsoberhaupt ist Joachim Gauck virtuell ins neue Amt eingezogen. Auf der offiziellen Internetseite www.bundespraesident.de war bereits am Sonntagnachmittag neben einem Porträt des 72-Jährigen zu lesen: «Joachim Gauck wurde am 18. März 2012 von der 15. Bundesversammlung im Plenarsaal des Deutschen Bundestages zum elften Präsidenten der Bundesrepublik Deutschland gewählt.» Auch in die Online-Übersicht der Staatsoberhäupter ist Gauck nach seinem Vorgänger Christian Wulff schon eingerückt.

15.48 Uhr: Hier können Sie die komplette Rede von Joachim Gauck noch einmal im Wortlaut nachlesen.

16.04 Uhr: 108 Enthaltungen - das war mehr als erwartet. Gauck ist trotzdem nicht enttäuscht vom Wahlergebnis. «Das ist für mich natürlich ein Ansporn noch einmal deutlicher zu machen, zum Beispiel was ich unter Freiheit verstehe», sagte Gauck nach der Wahl. Für ihn sei der Moment, als Bundestagspräsident Norbert Lammert das Wahlergebnis verkündete, sehr emotional gewesen: «Ich war bewegt, nicht gerührt, es war mehr Freude und Dankbarkeit in mir.»

16.10 Uhr: Aufatmen an der Plappermaulfront: Diesmal drang das Ergebnis der Bundesversammlung nicht vorab nach außen. Im Plenarsaal hatte man zur Vorsicht das Telefonieren verboten, die Internetnutzung über Smartphones aber war erlaubt. CDU-Schriftführer Peter Tauber schrieb auf seinem Twitter-Profil: «Tja. Ich kenne das Ergebnis. Aber keine Sorge. Ihr erfahrt es gleich.» Wenn Bundestagspräsident Norbert Lammert das Wahlergebnis verkünde, sei das einfach «würdevoller» als via Kurznachrichtendienst.

16.30 Uhr: Gauck zieht es nach Osten. Der neu gewählte Bundespräsident wird seine erste Auslandsreise wohl nach Polen unternehmen, kündigte er an. Dem Nachrichtensender N-TV sagte er, wenn es nach seinem Herzen gehe, werde dorthin seine erste Reise gehen. Die engen Nachbarn seien traditionell die ersten Reiseziele der Bundespräsidenten. «Das wird bei mir so ähnlich sein», fügte Gauck hinzu.

16.54 Uhr: Im Gespräch mit N-TV dämpft Gauck auch die Erwartungen an seine Amtszeit. Er sei «kein Heilsbringer und kein Engel, sondern ein Mensch aus der Mitte der Gesellschaft», sagte Gauck. Er habe natürlich Ecken und Kanten und könne auch nicht alles.

17.32 Uhr: Auch in der ARD-Sendung Farbe bekennen betont Gauck, die vielen Enthaltungen seien kein Problem für ihn. «Ich bin sehr glücklich. Alles andere wäre auch in der Nähe von DDR-Wahlergebnissen gewesen.» Gauck hält das Amt des Bundespräsidenten durch den Rücktritt seines Vorgängers Christian Wulff nicht für beschädigt. «Unsere Politiker sind nicht immer nur begnadet. Das muss die Bevölkerung akzeptieren.»

17.34 Uhr: Mit diesen weisen Worten verabschieden wir uns aus dem Liveticker. Vielen Dank für Ihr Interesse. Morgen auf news.de: ein Kommentar zur Wahl von Gauck und die besten Twitter-Sprüche zur Bundesversammlung.

mik/news.de/dpa/dapd

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Leserkommentare (59) Jetzt Artikel kommentieren
  • putinfanatiker
  • Kommentar 59
  • 21.03.2012 03:51
Antwort auf Kommentar 55

Hallo Sven !!!!!! Pravo ich bin ganz Deiner Meinung und noch ein Zusatz von mir !!!!!!!!!! es hat NIEMANDEN ABER WIRKLICH NIEMANDEN ZU INTERRESSIEREN ob Herr Gauck noch verheiratet ist oder nicht es ist seine Private Angelegenheit und da hat sich NIEMAND EINZUMISCHEN und schon garnicht nach 20 JAHREN das ist Schnee von gestern !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! Er wird eine SUPER GUTER BP WERDEN !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

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  • Ole
  • Kommentar 58
  • 20.03.2012 19:59
Antwort auf Kommentar 56

Nicht abschweifen! Beleuchten und durchleuchten ist selbst durch den TÜV bei uns vorgeschrieben! Also auch beim Bobby-Car! Wer hat den eigentlich zur Verfügung gestellt?Die Maschmayer-Bobby-Hilfe? JR was ist los? Das Thema? Hast du denn keine Konkubine,die dir ab und zu mal sagt,das dich ab und zu mal der Hafer sticht?

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  • Sven Forbis
  • Kommentar 57
  • 20.03.2012 19:57
Antwort auf Kommentar 56

Die Verfehlungen eines Christian Wulff wiegen schwerer, als das "Scheitern" einer Ehe von Joachim Gauck. Und so sieht es nun einmal die Mehrheit des deutschen Volkes. Wäre es nicht so, wäre Wulff noch Bundespräsident. Die Geschichte ist längs geschrieben und ein bedauern sinn- und zwecklos.

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