Joachim Gauck Vertrauensbeweis vor der Wahl

Morgen soll Joachim Gauck zum Bundespräsidenten gewählt werden. Von den Bürgern bekommt er noch einmal Rückenwind: 80 Prozent halten ihn für glaubwürdig, zeigt eine Umfrage. Ex-Präsident Christian Wulff droht derweil weiterer Ärger.

80 Prozent halten Gauck für glaubwürdig (Foto)
Joachim Gauck ist beliebt - daran hat auch die Kritik der vergangenen Wochen nichts geändert. Bild: dpa

Der voraussichtliche neue Bundespräsident Joachim Gauck geht mit einem großen Vertrauensvorschuss bei den Bürgern an den Start. 80 Prozent der Deutschen halten ihn für glaubwürdig. Das hat das Meinungsforschungsinstitut Infratest dimap für die ARD-Sendung Günther Jauch ermittelt. Etwa ein Drittel (37 Prozent) weiß aber noch nicht, wofür Gauck steht.

Nach dem Rücktritt von Christian Wulff wird der neue Bundespräsident morgen in Berlin gewählt. Der frühere DDR-Bürgerrechtler Gauck ist der gemeinsame Kandidat von Union, FDP, SPD und Grünen. Die Linke hat die frühere Nazi-Jägerin Beate Klarsfeld nominiert.

Gut zwei Drittel (68 Prozent) der von Infratest dimap Befragten gehen davon aus, dass Gauck sich als Bundespräsident auch für die sozial Schwachen einsetzen wird. Ähnlich viele Bürger (67 Prozent) rechnen damit, dass er den politischen Parteien deutlich seine - auch unbequeme - Meinung sagen wird.

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Maschmeyer will zu Wulff stehen

Rückendeckung erhält derweil auch der zurückgetretene Christian Wulff: von Unternehmer Carsten Maschmeyer. Er will weiter zu seinem Freund Wulff stehen, sagte der Gründer des Finanzdienstleisters AWD der Bild am Sonntag: «Freundschaften bewähren sich besonders in schwierigen Zeiten.» Die Debatte um zu große Nähe zwischen Politik und Wirtschaft nannte der Unternehmer «absurd» und sieht in ihr einen Grund für Politikverdrossenheit.

Maschmeyer zählt zu einem einflussreichen Kreis in Hannover aus Unternehmern, Politikern und anderen Persönlichkeiten. Er gilt als Freund sowohl von Altkanzler Gerhard Schröder (SPD) als auch von Wulff. Dieser machte kurz nach seiner Wahl zum Bundespräsidenten 2010 Urlaub in einem Appartement Maschmeyers auf Mallorca. Wulff gestand das später nach öffentlicher Kritik als Fehler ein.

Unterdessen ist das Ermittlungsverfahren gegen Wulff wegen des Verdachts der Vorteilsannahme offenbar umfangreicher als bisher bekannt. Wie das Nachrichtenmagazin Focus vorab berichtete, beschränkt sich die Staatsanwaltschaft Hannover dabei nicht nur auf Wulffs Urlaub mit seiner späteren Frau Bettina im «Hotel Stadt Hamburg» auf Sylt 2007. Auch der Aufenthalt des Paares in einer Ferienwohnung auf der Insel 2008 und zwei Übernachtungen im «Bayerischen Hof» in München Ende 2008 werteten die Fahnder als Vorteilsannahme.

Herzog wünscht sich Präsident ohne Wiederwahl

Zuvor hatte sich Altbundespräsident Roman Herzog für eine Verkürzung der möglichen Amtszeit des deutschen Staatsoberhaupts ausgesprochen. «Eine Begrenzung auf eine siebenjährige Amtszeit, also keine Möglichkeit der Wiederwahl, wäre besser», sagte er der Tageszeitung Die Welt. Derzeit kann ein Bundespräsident nach fünf Jahren für eine zweite Amtszeit wiedergewählt werden. «Wenn die ersten fünf Jahre gut laufen, erwartet das Volk von den zweiten fünf Jahren Wunderdinge. Sie können aber keine Wunder produzieren», sagte Herzog zur Begründung.

«Wenn Sie als Bundespräsident das erste Mal auf einem Ball Ihre Frau küssen, dann ist das eine Sensation», erklärte er. Das trage aber nicht über Jahre. «Das wird Herr Gauck vielleicht auch bei seinen Reden zur Freiheit merken», so Herzog weiter.

mik/news.de/dpa/dapd

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Leserkommentare (27) Jetzt Artikel kommentieren
  • Longus
  • Kommentar 27
  • 22.03.2012 10:00
Antwort auf Kommentar 24

wie immer nur gefasel, auf das man nicht antworten muss.

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  • Ole
  • Kommentar 26
  • 21.03.2012 20:01
Antwort auf Kommentar 18

Alter Spinner,wie kann ein Pfaffe die Kontrolle über Gesetzgebungsverfahren haben? Ole spricht:"Alle Macht geht vom Volke aus"! Einbringen von Wissen auf allen Ebenen, Respekt der Mächtigen vor dem Ganzen,sprich Staat,und die Liebe zur Demokratie und seinen sozialen Einrichtungen und Leistungen für Bedürftige. Alles vom Ragnaroekr ist fdp-Quark.

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  • Ole
  • Kommentar 25
  • 21.03.2012 19:45
Antwort auf Kommentar 16

Es hat noch nie jemand 10 Prozent vom Verkaufspreis eines Buches als Autor bekommen! Sie sind ein Lügner!

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