Konflikte Spirale der Gewalt in Nahost

Spirale der Gewalt in Nahost (Foto)
Spirale der Gewalt in Nahost Bild: dpa

Tel Aviv/Gaza - Neues Blutvergießen in Nahost: Bei israelischen Luftangriffen im Gazastreifen sind am Wochenende mindestens 18 Palästinenser getötet worden.

Die meisten von ihnen waren nach Armeeangaben militante Kämpfer, die Raketenangriffe auf Israel vorbereiteten.

Bei dem schlimmsten Ausbruch der Gewalt seit einem halben Jahr wurden am Sonntag neben einem militanten Palästinenser aber auch ein zwölfjähriger Junge und ein unbeteiligter 52-Jähriger getötet, wie ein Sprecher der örtlichen Rettungsdienste mitteilte. Mehr als 30 weitere Menschen seien verletzt worden, erklärte Adham Abu Selmeja.

Seit Freitag wurden aus dem Gazastreifen etwa 115 Raketen und Mörsergranaten auf israelische Grenzorte abgefeuert, wie ein Armeesprecher in Tel Aviv mitteilte. 32 Grad-Raketen mit größerer Reichweite, die auf israelische Städte gerichtet waren, habe das Raketenabwehrsystem Eisenkuppel abfangen können.

Die neue Welle der Gewalt war durch die Tötung des Anführers der militanten Palästinenserorganisation Volkswiderstandskomitee ausgelöst worden. Zuher al Kesi starb, als sein Auto am Freitag im Süden der Stadt Gaza von israelischen Raketen getroffen wurde.

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sagte am Sonntag: «Am Freitag wurde ein Erzterrorist getötet, der viele Anschläge gegen den Staat Israel organisiert hat.» Kesi sei gerade mit der Planung eines neuen Anschlags an der Grenze Israels mit Ägypten beschäftigt gewesen, sagte Netanjahu während der wöchentlichen Kabinettssitzung in Jerusalem. Die radikalen Organisationen im Gazastreifen müssten einen «hohen Preis» zahlen.

Ismail Hanija, Führer der im Gazastreifen herrschenden radikalislamischen Hamas, sagte am Samstag: «Die Aggression der israelischen Besatzung wird niemals unsere Entschlossenheit brechen, unseren Kampf fortzusetzen.»

Nach Angaben des israelischen Militärs war Kesi auch an der Planung eines Anschlags auf Autofahrer und Buspassagiere im vergangenen August nördlich von Eilat beteiligt. Damals starben acht Israelis.

In mehreren Städten im Umkreis des Gazastreifens fiel am Sonntag die Schule aus. Etwa 200 000 israelische Kinder wurden angewiesen, wegen der Raketenangriffe zu Hause zu bleiben. Der israelische Rundfunk meldete, Ägypten bemühe sich, eine Waffenruhe zwischen Israel und der im Gazastreifen herrschenden Hamas zu vermitteln. Auch das Nahost-Quartett aus USA, Russland, Vereinten Nationen und Europäischer Union wollte sich am Montag mit der Lage im Nahen Osten befassen.

news.de/dpa

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