EU-Umweltminister Polen blockiert CO2-Einigung

Polen bezieht nach Regierungsangaben 90 Prozent seines Stroms aus Kohle. (Foto)
Polen bezieht nach Regierungsangaben 90 Prozent seines Stroms aus Kohle. Bild: dapd

Die Stimmung ist gereizt zwischen den EU-Umweltministern. Polen will die Kohlekraftwerke nicht abschalten, mit denen es 90 Prozent seiner Energie erzeugt. Doch mit dieser Blockadehaltung lassen sich keine neuen Einsparziele für die Zeit nach 2020 beschließen.

Die EU-Umweltminister haben bei ihrem Treffen in Brüssel um die europäische Klimapolitik der nächsten Jahrzehnte gerungen. Das Kohlestromland Polen ging mit einer weitgehend unversöhnlichen Position in die Verhandlungen. Ein weiteres schwieriges Thema auf der Tagesordnung waren neue Anbau-Regeln für genveränderte Lebensmittel.

Ein Großteil der EU-Staaten, darunter Deutschland, dringt auf zusätzliche Einsparziele für das Treibhausgas Kohlenstoffdioxid. Ein EU-Diplomat beschrieb die Atmosphäre am Verhandlungstisch als «gereizt». Die schwedische Umweltministerin Lena Ek warnte, eine Einigung auf den CO2-Fahrplan sei wichtig, damit «die europäische Industrie ein klares Bild davon hat, wohin wir uns bewegen und wo sie investieren sollte.»

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Ohne polnisches Einlenken keine neuen Klimaziele

Im Jahr 2020 will Europa zwanzig Prozent weniger CO2 ausstoßen als 1990. Bis zum Jahr 2050 sollen es mindestens 80 Prozent weniger sein. Etappenziele für die drei Jahrzehnte nach 2020 fehlen bisher. Da Europa sie einstimmig beschließen müsste, könnte die polnische Blockade eine Entscheidung verhindern. Bereits im Juni vergangenen Jahres hatte die polnische Haltung nur einen unverbindlichen Beschluss erlaubt.

Polen bezieht nach Angaben aus Regierungskreisen mehr als neunzig Prozent seiner Energie aus Kohlekraftwerken und sperrte sich deswegen gegen die Festlegung zusätzlicher Einsparziele für das Treibhausgas Kohlenstoffdioxid (CO2) für die Jahre 2020 bis 2050.

«Polens Blockade zeigt, dass hier eine neue dauerhafte Spaltung Europas droht», sagte Christoph Bals, Geschäftsführer der Umweltorganisation Germanwatch. «Es ist jetzt die Aufgabe der Bundesregierung, Polen zurück ins europäische Boot zu holen. Dazu müssen aber auch Angebote auf den Tisch.»

iwi/news.de/dpa

Leserkommentare (5) Jetzt Artikel kommentieren
  • JohannesHerbst
  • Kommentar 5
  • 12.03.2012 21:44

Während, wie Phil Jones vom Meteorologischen Hadley Center in GB zugeben musste, die Durchschnittstemperatur weltweit seit 1997 (also seit 15 Jahren!)auf gleichem Niveau geblieben ist, steigt der CO² Anteil in der Atmosphäre kontinuierlich an - anscheinend ohne Auswirkungen auf die Globaltemperatur. Diese Tatsache ist im Ausland eher bekannt als in DE. Besser als der Umstieg auf andere Technologien ist ein sparsamerer Umgang mit den bisherigen Ressourcen, und zwar nicht mit Technik, sondern mit einer anderen Einstellung der Gesellschaft zur Eenrgie. Damit wären ab sofort 50% Ersparnis möglich.

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  • Karolina Marciniak
  • Kommentar 4
  • 10.03.2012 20:08

Immer diese dummen und unwissende Kommentare. Die Polen sind 100 Jahre zurueck-Mentalitaet. In Schlesien war die Luft vor dem II.Weltkrieg viel besser Wenn in Krakau in diesem Winter, den Kindern in den Kindergaerten, der Spaziergang im Freien untersagt wurde. Da die Emissionen um 300 %!!!!!! ueber den Maximalwerten lagen.Oder in Kattowitze (Zabrze)dasselbe. Die Leute reihenweise Asthma bekommen, schon die kleinen Kinder. Aber leider hat der Kommunismus jeden demokratischen Widerstand erledigt. Ich wohne seit 15 Jahren in Polen.Wenn ich mein Haus verkauft habe, dann bin ich weg.Ein Deutsche

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  • herby
  • Kommentar 3
  • 09.03.2012 20:02

Was ist so schlimm an Kohlekraftwerken, diese haben Katalysatoren, und ausserdem weit ungefährlicher wie Atomkraftwerke, die Geschäftsführerin Frau Merkel hat doch den Plan in Angara/Brasilien mit den Steuergeldern der deutschen ein neues Atomkraftwerk zu Bauen, warum Brasilien ? die Alte Denkt wenn es Knallt ist es ja weit weg, egal wer Krepiert hauptsache Sie und der Atomlobby geht es gut. Es sind auch nicht genug Unfälle passiert nicht nur Japan oder Russland, auch diese Unfälle von der die Bevölkerung nie etwas hören wird, kauft euch doch einen Geigerzähler ! und Prüft mal euer Umfeld....

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