Großer Zapfenstreich Wulff wirbt zum Abschied für offene Gesellschaft

In seiner Rede vor dem Großen Zapfenstreich hat Christian Wulff abschließend noch einmal für eine Gesellschaft geworben, in der auch Platz für andere Kulturen ist. Weltoffenheit mache das Land stark. Er bedauerte zudem, dass er seine Amtszeit als Bundespräsident nicht zu Ende bringen konnte.

Christian Wulff hat zum Abschied noch einmal für eine Gesellschaft geworben, in der auch Platz für a (Foto)
Christian Wulff hat zum Abschied noch einmal für eine Gesellschaft geworben, in der auch Platz für andere Kulturen ist Bild: dapd

Der bisherige Bundespräsident Christian Wulff hat zum Abschied noch einmal für eine Gesellschaft geworben, in der auch Platz für andere Kulturen ist. «Vielfalt, Weltoffenheit, Freiheit und sozialer Ausgleich - das macht unser Land aus und stark», sagte Wulff dem vorab verbreiteten Redetext zufolge am Donnerstagabend bei einem Empfang in Schloss Bellevue. Der «Dialog der Kulturen» sei dabei von entscheidender Bedeutung. Anschließend sollte Wulff mit einem Großen Zapfenstreich verabschiedet werden.

Auf die Umstände seines Rücktritts vor drei Wochen ging der Ex-Präsident laut Redemanuskript nicht ein. Auch zu der Kritik an seinem künftigen Ehrensold von annähernd 200.000 Euro pro Jahr äußerte sich das bisherige Staatsoberhaupt nicht. Gegen Wulff ermittelt die Staatsanwaltschaft Hannover wegen des Verdachts, dass er in seiner Zeit als niedersächsischer CDU-Ministerpräsident von einem befreundeten Unternehmer geldwerte Vorteile in Anspruch nahm.

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Wulff äußerte dem Manuskript zufolge jedoch Bedauern, dass er seine Amtszeit von fünf Jahren nicht zu Ende bringen konnte. Wörtlich sagte er: «Diesen Anlass hatte ich mir für das Jahr 2015 vorstellen können. Nun ist es anders gekommen.» Er erinnerte an einen Spruch des Dichters Wilhelm Busch: «Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt.» Seinem Nachfolger wünsche er «eine glückliche Hand für Deutschland und breite Unterstützung».

Wulff dankt Bürgern und Regierung

Weiter sagte Wulff, Deutschland brauche eine «politische Kultur, in der die Menschen die Demokratie als wertvoll erkennen und sich gerne für die Demokratie einsetzen». Ausdrücklich bedankte er sich nicht nur bei Bundesregierung und Parlamenten, sondern auch bei «allen Bürgerinnen und Bürgern in unserer so aktiven Bürgergesellschaft». Er dankte auch seiner Frau Bettina, die Deutschland «auf großartige Weise überzeugend repräsentiert» habe.

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Video: news.de

Zu seiner persönlichen Zukunft sagte Wulff nur: «Ich gehe mit dem Gefühl der Neugier und der Vorfreude auf das, was kommt.» In 37 Jahren politischer Karriere habe er «Höhen und Tiefen» erlebt. Vor allem habe er aber die Erfahrung gemacht, «dass es wichtig und letztlich erfüllend ist, sich politisch zu engagieren». «Ich ermutige gerade junge Menschen, sich auf das Wagnis Politik einzulassen.»

boi/news.de/dpa

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Leserkommentare (9) Jetzt Artikel kommentieren
  • Herbert Dittrich
  • Kommentar 9
  • 11.03.2012 08:26

ist der ruf erst Ruiniert gibt es keine Hemschwelle mehr es handelt sich vermute ich um Schweige Geld

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  • Nichtwähler
  • Kommentar 8
  • 09.03.2012 13:26
Antwort auf Kommentar 4

Mir scheint als wäre unseren Politikern eine ganze Menge abhanden gekommen und aus reiner Krämermentalität ist es diesen Genossen auch egal, ob eine Türkei dieser EUDSSR beitritt oder nicht. Offene Gesellschaft und Multikulti funktionieren nur mit Kulturen, die miteinander harmonieren, aber es fehlt unseren Politikern dass wissen darüber dies auswählen zu können. Aber vielleicht werden wir in ein paar Jahren sehen, was unsere Poltiker und ins besondere Herr wulf für unser Land geleistet haben. Besonder wenn ich da an kaukasische Verhältnisse denke!

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  • Nichtwähler
  • Kommentar 7
  • 09.03.2012 13:23
Antwort auf Kommentar 4

Sein Kredit ist mir völlig egal, dafür hätte ich ihn bleiben lassen. Aber seine Anbiederung an den Islam ist wirklich schlimm. Wenn dieser Mensch von offene Gesellschaft spricht, dann meint er damit das importieren einer Kultur, die es nur als Mono gibt. Ich wünschte mir einen Präsidenten, der die politische Kaste mal daran erinnertm, dass sie Schaden vom Volk abwenden müssen. Bis jetzt hat Islamwulf und die anderen Bonzen eher dafür gesorgt, dass es in diesem Land vielleicht in wenigen Jahrzehnten keine offene Gesellschaft mehr geben kann und das Aufgrund der offenen Gesellschaft?

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