Steuer-Irrsinn Mehr Kindergeld für Soldaten mit Kindern

Kritik an Steuer-Plänen von Schäuble hält an (Foto)
Die Pläne von Bundesfinanzminister Schäuble haben eine breite Welle der Kritik ausgelöst. Bild: dpa

Die Kritik am Vorstoß von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) für eine Besteuerung der Freiwilligendienste hält an. Dass Soldaten mit Kindern jedoch mehr Kindergeld bekommen sollen, geht dabei völlig unter.

Eigentlich ist es ganz einfach: Unter dem Strich dürfe für die Soldaten kein Minus stehen, sagte der Wehrbeauftragte des Deutschen Bundestags, Hellmut Königshaus, der Passauer Neuen Presse. «So geht das nicht! Das ist ein Bruch des Vertrauens und ein falsches Signal», erklärte der FDP-Politiker.

Wer sich für den Dienst in den Streitkräften oder für den Bundesfreiwilligendienst entschieden habe, gehe davon aus, dass Besoldung und Gehalt steuerfrei seien. «Darauf müssen sie sich die jungen Frauen und Männer verlassen können», sagte Königshaus. Sollte eine Besteuerung unvermeidlich sein, müssten die Einkünfte erhöht werden. Sonst verliere der Wehrdienst an Attraktivität.

Ähnlich äußerte sich der verteidigungspolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Ernst-Reinhard Beck. «Wehrdienstleistende und Bundesfreiwilligendienstleistende leisten einen wichtigen Beitrag für unsere Gesellschaft. Ihr Engagement darf nicht durch unnötige Steuern beeinträchtigt werden», sagte der CDU-Politiker. Die Pläne des Finanzministeriums setzten ein falsches Signal.

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Soldaten mit Kinder kommen unterm Strich besser weg

Schäuble will die Steuerfreiheit für den freiwilligen Wehrdienst und den zivilen Bundesfreiwilligendienst streichen, um eine Gleichbehandlung mit anderen Einkünften zu erreichen. Die finanziellen Auswirkungen für die 55 000 Betroffenen wären allerdings begrenzt.

Das Verteidigungsministerium geht von durchschnittlich 65 Euro im Monat für die 20 000 Wehrdienstleistenden aus, die zwischen 777 und 1146 Euro verdienen. Soldaten mit Kindern würden nach den Plänen Schäubles allerdings zusätzlich 1104 Euro Kindergeld pro Jahr erhalten und unter dem Strich besser wegkommen.

Mit seinem Steuer-Plan stößt Schäuble auch beim Landesvorsitzenden der Nord-CDU auf Widerstand. «Eine Besteuerung der ohnehin knappen Aufwandsentschädigung wäre das völlig falsche Signal», erklärte Jost de Jager, der auch Spitzenkandidat zur schleswig-holsteinischen Landtagswahl im Mai ist. «Die Freiwilligen leisten einen unverzichtbaren Dienst an unserer Gesellschaft», betonte er.

roj/news.de/dpa

Leserkommentare (2) Jetzt Artikel kommentieren
  • Bläser-Joppe
  • Kommentar 2
  • 08.03.2012 20:26

Diese neue Idee, Soldaten mehr Kindergeld zu zahlen hat vielleicht den Gedanken, dass Soldaten mehr Kinder und somit mehr Nachwuchs für eine Elite-Armee zeugen sollen?! Der Solizuschlag sollte nach 2 Jahren abgeschafft werden, wir zahlen ihn schon über 22 Jahre. Wir beteiligen uns an am Euro-Rettungsschirm, sonstige Zahlungen und plötzlich ist mehr Geld da für Soldatenkids? Soll das der neue Wahlspruch sein für mehr Wähler? Herr Schäuble, sie sind ein schlauer und gerissener Fuchs, aber einige im Volk "schlafen" nicht!!!!

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  • herby
  • Kommentar 1
  • 08.03.2012 15:37

Aber Schäubelchen, warum nur die Soldaten ? sind vielleicht diese gemeint die für unsere Schmarotzer der Politik die Kohlen aus dem Feuer holen, oder dies Beschützen was der Ami und die BRD GmbH gerne hätte. Was ist denn mit allen anderen deutschen brauchen die nicht auch mehr Kindergeld, oder sind die Kinder ohne Papa Soldat weniger Wert ? Wenn Dummheit, Unfähigkeit, und Schwarzgeld vergessen Wachsen würde dann würden Sie sich laufend den Kopf anschlagen.

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