Kampf den Dickmachern Uno fordert Fettsteuer auf Chips, Cola und Burger

Ob Chips, oder Schokoriegel: Alle Lebensmittel, die in größeren Mengen ungesund sind, sollten teurer werden, finden Experten der Vereinten Nationen. Denn während in armen Ländern der Hunger grassiere, kämpften Industrieländer mit viel Geld gegen die Folgen von Übergewicht.

UN fordern Fettsteuer auf Dickmacher (Foto)
UN fordern Fettsteuer auf Dickmacher Bild: dpa

Sondersteuern auf Chips, Soft Drinks wie Cola und jegliche Art von Junk Food - das wäre nach Überzeugung von UN-Experten der richtige Weg zur Überwindung der in reichen Staaten wie Deutschland verbreiteten ungesunden Ernährungsweise. Zugleich müssten der Agrarindustrie einige Riegel vorgeschoben werden: Kosten für massive Kampagnen zur Vermarktung von eigentlich zu fett-, zucker- und salzreichen Fertignahrungsmitteln dürften nicht länger steuerlich absetzbar sein, empfiehlt der UN-Sonderberichterstatter für Ernährung, Olivier de Schutter.

Die Forderung nach Sonderbesteuerung von Dickmachern gehört zur langen Liste von Ratschlägen in einem am Dienstag im UN-Menschenrechtsrat in Genf vorgelegten Bericht über die Ernährungslage und das Recht auf Nahrung. Es ist der erste derartige Bericht, der sich explizit mit den Industriestaaten beschäftigt. Das Recht auf Nahrung, erklärt De Schutter, bedeute nicht nur das Recht nicht hungern zu müssen, sondern es sei auch ein Recht auf gesunde und vernünftige Ernährung.

McDonald's: König des Fast Foods

1,4 Milliarden Menschen sind übergewichtig

De Schutters Kritik ist weitgehend und grundsätzlich: Während in armen Ländern der Hunger scheinbar unüberwindbar sei, sorgten in den reichen Staaten aus dem Ruder gelaufene Systeme von Subventionen mit dafür, dass Millionen von Menschen viel zu viel und zugleich zu viel Ungesundes essen. Rund eine Milliarde Menschen leide Hunger, etwa 1,4 Milliarden seien übergewichtig durch falsche Ernährung.

«Die existierenden Nahrungssysteme haben dabei versagt, den Hunger anzugehen, und zugleich fördern sie eine Ernährung, die Ursache ist von Übergewicht und Fettleibigkeit, die weltweit häufiger Todesursache ist als Untergewicht», konstatieren De Schutters und seine Mitarbeiter in dem Bericht. Radikale Reformen müssten dafür sorgen, dass gute und gesundheitsfördernde statt gesundheitsgefährdende Nahrung günstig verfügbar werde. Damit müssten zugleich arme Bauern weltweit unterstützt und die Natur geschont werden.

Obst und Gemüse teuer, Junk Food preiswert

De Schutter versucht seine Argumentation, die der Debatte über die Art und Weise der «modernen Ernährung» neuen Auftrieb geben dürfte, auch «über den Geldbeutel» zu führen: Steuerzahler würden letzten Endes die Zeche dafür zahlen, dass die Märkte mit industriell gefertigter Nahrung überflutet würden, während gesunde Kost wie Obst und Gemüse im Vergleich zu teuer sei. Während die Industrie ihre Marketingkosten von der Steuer absetze, gingen angesichts der Zunahme von ernährungsbedingten Krankheiten die Gesundheitskosten hoch, die von den Steuerzahlern mitgetragen würden.

Den Verantwortlichen in den Industriestaaten empfiehlt der UN-Sonderberichterstatter: «Erlassen Sie Steuern auf Soft Drinks (Limonaden) und auf Lebensmittel mit hohem Anteil an Fett, Salz und Zucker (HFSS), um damit zugleich Obst und Gemüse sowie Aufklärungskampagnen subventionieren zu können», appelliert De Schutter.

Zugleich sollten nach seiner Ansicht strengere Auflagen für die Vermarktung von Lebensmitteln erlassen werden. Dazu gehöre die Beschränkung der Werbung für Produkte, die Muttermilch ersetzen sollen, sowie der speziell auf Kinder abzielenden Reklame für zuckerreiche Soft Drinks und andere ungesunde Erzeugnisse. Die Privatwirtschaft müsse zugleich freiwillig viel mehr tun, um gesunde Ernährungsgewohnheiten zu fördern.

jag/news.de/dpa

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Leserkommentare (5) Jetzt Artikel kommentieren
  • Nichtwähler
  • Kommentar 5
  • 08.03.2012 13:42
Antwort auf Kommentar 2

Aber anstatt die Europäischen opfer von Bänker zu beschimpfen, sollten sie mal über die Target 2 Problematik nachdenken. Diese Problematik kann selbst Deutschland noch in die Pleite bringen. Was sie nicht verstehen ist, dass wir 2 Probleme haben, eine überstandene Bankenkrise und jetzt marode Staaten, die wieder die Banken mitreissen, hätte die Grünen das Land nicht so ausgelaugt und den Bürger weniger geschrlopft wäre es nicht passiert. Als nächstes droht Portugal abzuriegeln. Je mehr wir EUDSSR retten, desto schlimmer wird Target 2, ausserdem droht die Geldflut noch ein Nachspiel.

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  • Nichtwähler
  • Kommentar 4
  • 08.03.2012 13:36
Antwort auf Kommentar 2

Ich gehe wählen, aber es sind Kleinparteien. Das Nichtwählen bezieht sich auf die politische Kaste. Mcwürg tut seine Mitarbeiter auch ganz schön ausbeuten und ausnutzen, deswegen weg mit dem Dreck und anständige Deutsche Buden her. Der Witz mit der BRD GmbH ist schon sehr alt, sie müssen nur eine kleine Zeile aus dem GG streichen, dann sind sie wieder ein Staat. Glauben sie mir, wir wären längst aus dieser EU, wenn eine meiner Parteien im Bundestag säße. Nur vergessen sie nicht, wenn sie die Banken nicht retten, dann bricht alles zusammen.

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  • siobhan
  • Kommentar 3
  • 07.03.2012 15:48

langsam reicht es wirklich. Werden die Steuergelder etwas nur noch dazu verwendet, sich neue Abzockmethoden einfallen zu lassen. Lasst doch die Bürger verhungern, dann könnt ihr den Hofstaat von Euren Steuern ernähren. Dann bekommt ihr echte Diäten.

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