Nordkorea Vorerst keine Atomtests mehr

Neue Gespräche über Nordkoreas Atomprogramm (Foto)
Kim Kye Gwan vertritt bei den Atomgesprächen die Position Nordkoreas. Bild: dpa

Die USA erzielen im Atomstreit mit Nordkorea einen wichtigen Fortschritt. Das verarmte, aber hochgerüstete asiatische Land will Atomtests und die Urananreicherung gegen Nahrungshilfe der USA aussetzen. Der Deal ebnet den Weg für neue Gespräche.

Nordkorea hat im Streit um sein Atomprogramm in wichtigen Punkten eingelenkt. Im Gegenzug für umfassende Nahrungsmittelhilfen der USA will das Land sein Programm zur Urananreicherung sowie Atomtests aussetzen. Außerdem wolle Nordkorea vorerst keine Langstreckenraketen mehr testen, teilte das Außenministerium in Washington am Mittwoch mit. Die Führung in Pjöngjang bestätigte in einer eigenen Erklärung die Angaben. Die Einigung wurde bei neuen bilateralen Gesprächen in der vergangenen Woche in Peking erzielt.

Nordkorea will demnach auch wieder Inspekteure der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA ins Land lassen. Diese sollen das Moratorium für die Anreicherungsaktivitäten im Atomzentrum Yongbyon überprüfen können. Uran kann in hochangereicherter Form für den Bau von Atombomben verwendet werden. Auch sollen die Inspekteure die Abschaltung des Fünf-Megawatt-Reaktors in Yongbyon bestätigen können.

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Die Ankündigungen kamen gut zwei Monate nach dem Tod des langjährigen nordkoreanischen Militärmachthabers Kim Jong Il. Dessen junger und unerfahrener Sohn Kim Jong Un wurde zum neuen obersten Führer des Landes ausgerufen. Kurz vor Kim Jong Ils Tod hatte Nordkorea nach Gesprächen mit den USA angedeutet, zu einer Aussetzung der Urananreicherung bei bestimmten Gegenleistungen bereit zu sein.

Nordkorea hatte IAEA-Inspekteure im April 2009 unter anderem im Konflikt um die Überprüfung seiner Atomanlagen ausgewiesen. Auch hatte das Regime damals die Mehrparteiengespräche mit den USA, China, Südkorea, Japan und Russland über sein Atomprogramm abgebrochen. Nach einem zweiten Atomtest im Jahr 2009 in Nordkorea wurden die internationalen Sanktionen gegen Pjöngjang verschärft.

Die jetzige Einigung in Peking ist ein wichtiger Schritt für die Wiederaufnahme der sogenannten Sechs-Parteien-Gespräche. Pjöngjang habe sich zu den Maßnahmen bereiterklärt, um die Atmosphäre beim Dialog zu verbessern und zu zeigen, dass es einer Denuklearisierung verpflichtet sei, sagte die US-Außenamtssprecherin Victoria Nuland.

Die USA hätten nach wie vor «tiefgreifende Bedenken» bezüglich des nordkoreanischen Verhaltens in vielen Bereichen, hieß es. «Aber die heutige Ankündigung spiegelt wichtige - wenngleich begrenzte - Fortschritte dabei wider, einigen dieser Bedenken Rechnung zu tragen.»

240.000 Tonnen Nahrungsmittel für Nordkorea

Nuland teilte weiter mit, dass die USA nunmehr die geplante Lieferung von 240 000 Tonnen Nahrungsmitteln an Nordkorea in Angriff nehmen wollten. Einzelheiten dazu sollten bei einem Treffen mit nordkoreanischen Vertretern festgezurrt werden.

Die USA hätten deutlich gemacht, dass sich die Sanktionen gegen Nordkorea nicht gegen den zivilen Bereich, «einschließlich der Lebensgrundlage der Menschen», richteten, zitierten die staatlichen nordkoreanischen Medien einen Sprecher des Außenministeriums in Pjöngjang. Sobald die Sechser-Gespräche fortgesetzt werden, «wird die Priorität auf die Diskussionen über die Aufhebung von Sanktionen gegen die Volksrepublik und die Lieferung von Leichtwasserreaktoren gelegt», hieß es.

Bereits 2005 hatte Nordkorea im Rahmen der Sechser-Gespräche einer Beendigung seines Atomprogramms zugestimmt. Die anderen Teilnehmerländer hatten Nordkorea unter anderem weitreichende Wirtschaftshilfen in Aussicht gestellt.

roj/news.de/dpa

Leserkommentare (1) Jetzt Artikel kommentieren
  • herby
  • Kommentar 1
  • 04.03.2012 13:48

Ich hoffe daß jedem seine Atomwaffen selbst um die Ohren Fliegen, jedes Land daß Atomwaffen baut soll daran selbst zu Grunde gehen, dies wäre Abschreckung genug für andere. Wenn es einen Teufel gibt auf dieser Drecks Erde dann soll er mal loslegen und diese Länder Auslöschen.

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