Syrien Assads Truppen kesseln Homs ein

Syrien (Foto)
Ein syrischer Rebell bereitet sich betend auf ein Gefecht vor. Bild: dapd

Die Regierungstruppen von Assad sollen in der Rebellenhochburg Homs über 100.000 Menschen eingekesselt und alle Fluchtwege abgeschnitten haben. Kanzlerin Merkel fordert härtere Sanktionen gegen Syrien. Eine UN-Blauhelmtruppe wird es trotz arabischer Forderung nicht geben.

Angesichts des andauernden Blutvergießens in Syrien mehren sich die Rufe nach härteren internationalen Sanktionen. Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte am Dienstag weitere Strafmaßnahmen der Europäischen Union (EU) zu. Auch US-Präsident Barack Obama und Großbritanniens Premierminister David Cameron schließen härtere Sanktionen gegen das Regime von Syriens Präsident Baschar al-Assad nicht aus. Der von der Arabischen Liga geforderte Einsatz von UN-Blauhelmen rückt indes in weite Ferne.

Merkel sicherte dem Generalsekretär der Liga, Nabil al-Arabi, bei einem Treffen in Berlin Unterstützung zu. Die Liga habe zu den Menschenrechtsverletzungen durch das Assad-Regime eine «feste Haltung» eingenommen, sagte sie. «Die Europäische Union unterstützt diese Haltung, und wir werden sie auch durch weitere Sanktionen untermauern.» Die Außenminister der EU werden Ende des Monats darüber beraten.

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Regierungstruppen starten am 28. Juli 2012 eine Großoffensive gegen die Rebellen in der Metropole Aleppo. (Foto) Zur Fotostrecke

Die deutsche Botschaft in Damaskus ist seit Mitte vergangener Woche offiziell geschlossen, alle Diplomaten haben das Land verlassen. Publikumsverkehr gab es seit dem 22. Januar nicht mehr.

Keine Friedensmission der UNO

US-Präsident Obama und Großbritanniens Premierminister Cameron berieten in einem Telefongespräch über denkbare Optionen im Syrien-Konflikt, wie es vom britischen Regierungssitz Downing Street hieß. Auch weitere Schritte der Vereinten Nationen sowie der neuen «Gruppe der Freunde Syriens», die am 24. Februar erstmals in Tunesien über das Vorgehen gegen Assad berät, seien nötig.

Eine Friedensmission ist hingegen nach Einschätzung von US-Außenministerin Hillary Clinton ohne Zustimmung der Führung in Damaskus nicht möglich, wie sie in Washington sagte. Syrien lehnt einen solchen Einsatz bislang kategorisch ab.

An zusätzlichen Sanktionen sind vor allem Strafmaßnahmen gegen syrische Banken sowie ein Verbot von kommerziellen Flügen nach Europa im Gespräch. Ein Öl-Embargo gegen Syrien ist bereits in Kraft. Nach Schätzungen wurden in Syrien seit Beginn der Proteste vor elf Monaten etwa 8000 Zivilisten und Soldaten getötet.

«Todesschuss-Taktik»

Deutliche Worte kamen von den Vereinten Nationen. UN-Menschenrechtskommissarin Navi Pillay warf dem Assad-Regime eine «Todesschuss-Taktik» vor. Es lasse gezielt auf unbewaffnete Demonstranten schießen, sagte die Südafrikanerin vor der UN-Vollversammlung. Die von den Vetomächten Russland und China abgelehnte UN-Resolution habe das Regime noch ermutigt.

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China verteidigte seine Haltung. Ministerpräsident Wen Jiabao sagte in Peking, die dringlichste Aufgabe sei, «Krieg und Chaos zu verhindern». China nehme weder die Regierung in Damaskus noch andere Parteien in Syrien in Schutz.

In der syrischen Stadt Homs ging nach Angaben von Oppositionellen der Beschuss von Wohnvierteln durch die Armee weiter. Mehr als 100 000 Syrer sitzen nach Angaben von Aktivisten wegen des Dauerbeschusses in der Oppositionshochburg fest. Die Menschen aus dem Viertel Baba Amro könnten nicht mehr fliehen, sagte der Oppositionelle Omar Homsi der Nachrichtenagentur dpa.

Jedes Fahrzeug, dass die Gegend verlassen wolle, werde angegriffen. Seinen Angaben nach kamen bei den Attacken am Dienstag mindestens 24 Menschen ums Leben. Wegen der Medienblockade sind Berichte aus Syrien von unabhängiger Seite nur schwer zu überprüfen. Seit Beginn der Massenproteste im März sind nach Angaben von Menschenrechtsaktivisten rund 6300 Zivilisten getötet worden.

sua/news.de/dpa

Leserkommentare (5) Jetzt Artikel kommentieren
  • hagal
  • Kommentar 5
  • 18.02.2012 08:36
Antwort auf Kommentar 3

Bist Du so dämlich,oder spielst Du nur Theater?Allmählich sollte auch der schlichteste Bürger hierzulande kapiert haben,daß Assad eben kein radikaler Moslem ist und als säkularer Mensch mit Scharia und dgl.(im vollkommenen Gegensatz zu "unseren Arschlöchern" in Kuwait,Bahrein,Quatar,Saudiarabien etc) überhaupt nichts im Sinn hat,während seine von USrael finanzierten und bezahlten Gegner radikale Moslems sind wie jene welche im bis dahin ebenfalls säkular geführten Libyen an die Macht gebombt wurden.Was ist von Eurer zur Schau getragenen Islamfeindlichkeit zu halten?Reine Propaganda für USrael!

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  • hagal
  • Kommentar 4
  • 16.02.2012 17:21
Antwort auf Kommentar 3

Deine hasbara-scheisse kannst Du Wortverdreh selber fressen,muslimbasher,denn Syrien ist heute ein säkularer Staat der um der lieben Macht willen von den Zionisten mit Hilfe der Moslembrüder in die Knie gezwungen werden soll,wie Libiyen welches ebenfalls ein strikt säkularer Staat war und jetzt mit Hilfe der westlichen Ölräuber wieder in muslimisches Mittelalter zurückgebombt wurde.Da freuen sich die Zionisten und deren Chawer,daß sie die Primitivlinge an die Macht brachten mit denen sie dann leichteres Spiel haben als mit Gaddhafi oder Assad.Siehe auch Saudis und Genossen,"unsere Arschlöcher"

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  • Nichtwähler
  • Kommentar 3
  • 16.02.2012 16:10
Antwort auf Kommentar 2

Ist doch ganz egal, wer dort regiert. Wie sagte Erdogan:"Es gibt nur einen Islam!" Dieser Mann hat recht : www.ex-muslime.de Wenn deine Muselmanen nicht vom Westen gestützt würden, dann gäbe es dort andere Muselmanen, doch die Zustände würden sich nicht ändern. Man kann nur hoffen, dass die Bevölkerung irgendwann einfach zu klug ist, um sich als Gesetzgott aufzuspielen. Ich würde diese Leute dann einfach nicht mehr als Muselmanen bezeichnen, sondern als Syrer. Doch psst, nicht weiter sagen, darauf mussen die Muselmanen selbst kommen!!!

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