Griechenland-Krise Athen brennt

Athen (Foto)
Feuer in Athens Straßen: Demonstranten und Polizisten liefern sich in der Nacht Kämpfe. Bild: dapd

Mehr als 120 Verletzte und zerstörte Straßenzüge - das ist die Bilanz der Proteste gegen das griechische Sparpaket, das in der Nacht gebilligt wurde. Mehr als 100.000 Demonstranten zeigten ihren Unmut. Geschäfte wurden in Brand gesteckt, Banken, Kinos und Cafés verwüstet.

Begleitet von heftigen Ausschreitungen hat das griechische Parlament den harten Sparauflagen der Troika aus EU, EZB und IWF zugestimmt. Während die Abgeordneten über das umstrittene Sparpaket entschieden, protestierten etwa 100.000 Menschen vor dem Gebäude in Athen gegen Lohnkürzungen und Massenentlassungen. Randalierer setzten Dutzende Gebäude in Brand. Auch in anderen Städten kam es zu Ausschreitungen. Mehr als 120 Menschen wurden verletzt.

Demonstranten legten vor dem Parlament in Athen etliche Feuer. Einige warfen Brandbomben oder Steine. Die Bereitschaftspolizei bildete eine Kette vor dem Parlamentsgebäude und setzte Tränengas gegen die Demonstranten ein. Über dem Athener Syntagma-Platz vor dem Parlament hingen dicke Wolken aus Tränengas. Viele Demonstranten trugen Gasmasken oder hatten das Gesicht vermummt.

Chronologie
Der Verlauf der griechischen Schuldenkrise

Randalierer mit Baseballschlägern

Ampeln sowie Tische und Stühle von Straßencafés wurden von jugendlichen Randalierern mit Baseballschlägern zertrümmert. Mindestens 45 Geschäfte wurden in Brand gesetzt, darunter auch etliche historische Gebäude. Auch Kinos, Banken und eine Cafeteria wurden verwüstet. Nach Informationen von N-TV wurden außerdem rund 150 Geschäfte geplündert. Es waren die schlimmsten Schäden durch Krawalle in Athen seit Jahren.

Fünfzig Polizisten wurden verletzt, mindestens 70 Demonstranten ins Krankenhaus gebracht. 67 mutmaßliche Randalierer wurden verhaftet und weitere 70 Menschen in Gewahrsam genommen.

Zu Gewaltakten kam es auch in sechs anderen Städten des Landes. Am schlimmsten war es Polizeiangaben zufolge in der Stadt Volos in Zentralgriechenland, wo das Rathaus und Finanzamt in Brand gesteckt wurden.

Schuldenkrise
Der Euro in Not

Dieser Protest ist Luxus

Ministerpräsident Lukas Papademos erklärte, Vandalismus und Zerstörung hätten keinen Platz in einer Demokratie und würden nicht toleriert. «Ich rufe die Öffentlichkeit zur Ruhe auf. In diesen entscheidenden Zeiten haben wir nicht den Luxus für diese Art von Protest», sagte er im Parlament vor der Abstimmung. «Ich denke, allen ist der Ernst der Lage bewusst.»

Athens Bürgermeister Giorgos Kaminis sagte, Randalierer hätten versucht, das Rathaus zu stürmen: «Einmal mehr wird die Stadt als Hebel benutzt, um das Land zu destabilisieren.» Ein verzweifelter Ladenbesitzer erklärte bei der Besichtigung seines verwüsteten Optikergeschäfts, er habe genug. Es gebe keinen Grund mehr, in Griechenland zu leben.

Das von den Abgeordneten verabschiedete Gesetz sieht weitere drastische Ausgabenkürzungen vor. Die Einsparungen sind Bedingung für die Auszahlung eines zweiten Rettungspakets in Höhe von 130 Milliarden Euro, ohne das Griechenland im März zahlungsunfähig wäre. Für das Gesetz stimmten 199 Abgeordnete, 74 votierten dagegen.

Am Montagmorgen begannen Feuerwehrleute in Athen damit, die noch immer schwelenden Brände in einigen Gebäuden zu löschen. Reinigungskräfte sammelten den Schutt auf. Noch immer hing der Geruch von Tränengas in der Luft.

sua/phs/news.de/dapd

Leserkommentare (9) Jetzt Artikel kommentieren
  • Nichtwähler
  • Kommentar 9
  • 15.02.2012 14:30

Ich denke, dass die kommenden Wahlen in Griechenland sehr spannend werden können. Da Geld ja bekanntlich nicht auf Bäumen wächst, dürfte sich da erdrutschartig etwas verändern in diesem Land. Ich hoffe nur, dass auch in Deutschland bald ein Umdenken erwächst, denn diese Zerstörerische Ideologie der Grünen pest hat sich ja schließlich in der gesamten EUDSSR ausgebreitet. Heute Brennt Athen, morgen vielleicht schon Lissabon, der Bürger wird auch bald lernen, dass die Reichen ihm diesen Zustand erschaffen hatten und zu einer rechten Partei wechseln, wie die Griechen.

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  • Nichtwähler
  • Kommentar 8
  • 15.02.2012 14:26

Europa schafft sich ab. Je mehr dieses Merkel von den säumigen Staaten an sparen verlangt, desto mehr wird sich die Spirale in der EUDSSR in richtung eines Europas der Natinalstaaten verändern. Dann haben wir auch in Deutschland wieder die Möglichkeit in Deutschland zu arbeiten und müssen uns nicht von unseren Bereicherungsfetischuisten herumschupsen lassen. Griechenland ist pleite, Frau Merkle weis es nur noch nicht. Die Griechen werden sich durch ihr Verhalten jedenfalls bei mir keine Sympatie mehr erkaufen können, besonders in hinblick auf die vielen Beleidigungen mit Hakenkreuzen.

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  • anger
  • Kommentar 7
  • 15.02.2012 08:34
Antwort auf Kommentar 4

Über eine Erläuterung Ihres ersten Halbsatzes würde ich mich freuen. Gruß

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