Syrien Homs versinkt im Blut der Toten

Homs (Foto)
Das Blutvergießen in Homs geht weiter. Bild: dpa

In der syrischen Protesthochburg Homs herrschen nach sechs Tagen Dauerbeschuss katastrophale Zustände. Erneut sollen mehr als 100 Gegner von Präsident Assad ermordet worden sein. Barack Obama will den Diktator absetzen.

In Homs bahnt sich eine humanitäre Katastrophe an. Der Nachrichtensender Al-Arabija meldete unter Berufung auf Regimegegner, landesweit seien am Donnerstag mindestens 126 Menschen von den Regierungstruppen getötet worden, allein 107 in Homs. Aktivisten baten um Hilfe vom Roten Kreuz und vom Roten Halbmond.

Die Stadt ist umzingelt; Armeeposten kontrollieren alle Zugangsstraßen. Seit zehn Tagen konnten keine Lebensmittel mehr in die Stadt geliefert werden. Essen und Medikamente werden knapp. Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt gehen auch die Heizölvorräte zur Neige. In ganz Homs gibt es nach Angaben von Aktivisten nur noch drei Ärzte, einer wurde durch Granatenbeschuss verletzt.

US-Präsident Barack Obama sagte nach einem Treffen mit dem italienischen Ministerpräsidenten Mario Monti in Washington, beide Länder hätten großes Interesse daran, das «abscheuliche Blutvergießen» in Syrien zu beenden. Die USA und Italien seien sich einig, die jetzige Regierung in Damaskus, die «ihr Volk angreift», müsse ersetzt werden.

Syrien-Konflikt
Assads brutaler Krieg

Bundeskanzlerin Angela Merkel äußerte sich zutiefst betroffen über Syriens Präsident Baschar al-Assad. «Die Bilder und Berichte aus Syrien wühlen mich genauso auf wie wahrscheinlich die meisten Bürger», sagte Merkel der Passauer Neue Presse. Um das Blutvergießen in Syrien zu stoppen, macht sich Merkel gemeinsam mit Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy für die Gründung einer Kontaktgruppe stark. «Um die Bemühungen zu einer raschen Lösung des Konfliktes zu verstärken, unterstützen Präsident Sarkozy und ich die Bildung einer Kontaktgruppe, wie sie von unseren Außenministern vorgeschlagen wurde», betonte die Kanzlerin.

6000 Tote in elf Monaten

Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) bezeichnet die Lage von Verletzten und Kranken in Syrien als katastrophal. Ärzte und Patienten mit Schussverletzungen müssten damit rechnen, in der Klinik verhaftet zu werden, sagte die MSF-Präsidentin Marie-Pierre Allié in Paris. «Weil die Leute aus Angst nicht mehr in Krankenhäuser gehen, haben die Mediziner und Pfleger ein Parallelsystem aufgebaut.» Patienten würden nun in Untergrund-Kliniken behandelt - allerdings unter prekären Umständen.

Nach fast elf Monaten der Gewalt mit 6000 Toten prüfen die Vereinten Nationen die Entsendung von Beobachtern und eines Sondergesandten nach Syrien. «Wir erwägen eine gemeinsame Mission mit der Arabischen Liga», sagte UN-Generalsekretär Ban Ki Moon nach einer Tagung des Sicherheitsrates in New York. Die UN-Hochkommissarin für Menschenrechte, Navi Pillay, sprach von wahllosen Attacken auf Wohngebiete, von einem Massaker an der eigenen Bevölkerung.

Der Führungsstab des Syrischen Nationalrats beriet im Golfemirat Katar, wie das Blutvergießen gestoppt werden könnte. Der Rat setzt inzwischen stärker auf militärische Optionen. Unter anderem wird über Waffenlieferungen an Deserteure diskutiert. Unter arabischen Diplomaten wird erwogen, den von mehreren Oppositionsgruppen gegründeten Nationalrat als legitime Vertretung des syrischen Volkes anzuerkennen.

wam/sua/news.de/dpa

Leserkommentare (15) Jetzt Artikel kommentieren
  • fredom
  • Kommentar 15
  • 12.02.2012 11:22
Antwort auf Kommentar 13

ihnen möchte ich nicht begegnen, antworten zum kommentar finde ich unangepasst

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  • kelevra
  • Kommentar 14
  • 12.02.2012 03:14
Antwort auf Kommentar 10

Good night,Liberman's nod!Es ist wirklich interessant wie viel einer mit so wenigen Worten anzudeuten und zu sagen hat!Wie Breitfick,wie Cheaucheschu?Da fällt mir laider gar nix Positivs ein.

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  • hzagal
  • Kommentar 13
  • 12.02.2012 02:39
Antwort auf Kommentar 11

Servus,Oeser Bernd,hasbarischer "UHRvater Syriens"?!Was immer der Stuss soll den Du da als lebhaft schwafelnder Vertreter von was auch immer verzapfst,Du "stusst" nicht schlechter als Kohl's Mädchen und andere Vollidioten in diesem Zusammenhang!Man muß wirklich die weiter unten empfohlene Doku "Schachmatt" gesehen haben damit man versteht was jetzt in Syrien überhaupt abläuft: "http://www.youtube.com/watch?v=m7BEenUr6ZQ"!Wirklich sehr zu empfehlen wenn man nicht nur Scheiß verzapfen sondern kapieren will wie die Bürok"ratten" des Terrors ihre "Arbeit",sprich Verbrechen begehen!

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