Syrien-Konflikt Assad begrüßt Lawrow mit brutaler Gewalt

Bashar Assad (Foto)
Syriens Präsident Bashar Assad. Bild: dapd

Trotz der Ankunft des russischen Außenministers Sergej Lawrow in Damaskus haben die syrischen Streitkräfte ihre Angriffe auf die Stadt Homs fortgesetzt. Seit gestern soll es 189 Tote gegeben haben. Auch Deutschland beruft seine Botschaftsmitarbeiter ab.

Inmitten neuer Gewalt in Syrien ist der russische Außenminister Sergej Lawrow zu Gesprächen mit Präsident Baschar al-Assad in der Hauptstadt Damaskus eingetroffen. Das teilte das Außenministerium in Moskau nach Angaben der Agentur Interfax mit. Im Mittelpunkt des Treffens stehen Verhandlungen über eine Beendigung der Gewalt in Syrien. Angaben zum Inhalt der Gespräche hatte Lawrow vor seiner Reise abgelehnt.

Nach ihrer Blockade einer westlichen Resolution gegen Syrien im Weltsicherheitsrat stehen die Vetomächte Russland und China international in der Kritik, ein Ende der Gewalt zu verhindern. Lawrow kritisierte im Gegenzug, das mächtigste UN-Gremium habe überstürzt abgestimmt und ihm keine Zeit gegeben, sich selbst ein Bild von der Lage zu machen. Russland ist ein enger Partner und wichtiger Waffenlieferant Syriens.

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Unterdessen hält die Gewalt in Syrien weiter an. Der Nachrichtensender Al-Arabija strahlte am Morgen Live-Aufnahmen aus der Hochburg der Gegner von Präsident Baschar al-Assad aus, auf denen deutlich der Einschlag von Granaten zu hören ist. Die sogenannten Revolutionskomitees berichteten, seit Montagmorgen seien landesweit 128 Menschen getötet worden, davon alleine 95 in Homs.

Die staatliche Nachrichtenagentur Sana meldete, die Sicherheitskräfte verfolgten in Homs «bewaffnete Terrorgruppen». Am Montag hätten sie «Dutzende Terroristen» getötet. Sechs Angehörige der Sicherheitskräfte seien bei Gefechten dort getötet worden.

Westerwelle dünnt deutsche Botschaft aus

Aus Protest gegen die schweren Angriffe hatten die USA und Großbritannien ihre Botschafter aus Syrien abgezogen. Auch die Bundesregierung erwägt eine Schließung ihrer Botschaft. Bundeskanzlerin Angela Merkel forderte Assad mit deutlichen Worten zum Rücktritt auf.

Die deutsche Botschaft in Damaskus sei bereits «stark ausgedünnt», sagte Außenminister Guido Westerwelle in Berlin. «Weitere Schritte muss ich mir vorbehalten.» Seit dem 1. Februar sei kein deutscher Botschafter mehr in der syrischen Hauptstadt.

Westerwelle kritisierte erneut das russische Veto bei der Abstimmung über die Syrien-Resolution. «Ich glaube, dass Russland sich auf die falsche Seite der Geschichte gestellt hat», sagte er.

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wam/roj/news.de/dpa

Leserkommentare (3) Jetzt Artikel kommentieren
  • Nichtwähler
  • Kommentar 3
  • 15.02.2012 13:57

Was Merkel da schwafelt ist mir wurst. Die Armee, sofern sie hinter ihrem Volk steht könnte jederzeit sagen:"Herr Assad, wir schiessen nicht auf unsere eigenen Leute!" Wozu also einen Aufschrei? Wer in diesem Land lebt hat bekanntlich das Paradies erkauft bekommen weitere Informatinoen wegen Zensur auf www.ex-muslime.de Die Probleme müssen die Syrer selbst lösen, sie haben die Arabische Liga hinter sich, dann soll doch die Arabische Liga selbst tätig werden.

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  • hagal
  • Kommentar 2
  • 12.02.2012 02:58

Da sind wir aber froh,daß unsere liebe Schwesterwelle immer auf der richtigen Seite der Geschichte mit dem Arsch wackelt!Muß USrealischer Wahn die Grundlage aller "deutschen" Politik sein?Es wäre nicht unvernünftig wenn sich diese antideutschen Politiker in Berlin und sonstwo die Doku Schachmatt "http://www.youtube.com/watch?v=m7BEenUr6ZQ" reinziehen würden um überhaupt zu verstehen von was sie da schwafeln!

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  • Wolfgang Klötzer
  • Kommentar 1
  • 11.02.2012 13:22

jedes land sollte seine Probleme lösen können, ohne ständige Einmischung andere Länder, die gerade Öl brauchen!Wie würde es denn aussehen wenn die Sorben Bautzen besetzen und einen eigenen sorbischen Staat ausrufen wollten? Was, wenn sie dazu aus Bundeswehrbeständen Waffen erbeuten würden und Bautzen "verteidigen" Da würde die GSG eingeflogen, die Bundeswehr und alles, was sich einsetzen lassen würde, aufgeboten, um den Zustand zu beenden! Wieso mischen wir uns da bei fremden Staaten ein? Wer sind wir denn, dass uns das zusteht? Muss amerikanischer Größenwahn nun auch wieder deutscher werden?

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