Zwickauer Zelle Nazi-Helfer war NPD-Funktionär

Zeitung: Mutmaßlicher Terrorhelfer war NPD-Funktionär (Foto)
Carsten S. ist schon der zweite ehemalige NPD-Funktionär, der festgenommen wurde. Bild: dpa

Der als mutmaßlicher Unterstützer der Zwickauer Zelle verhaftete Carsten S. war früher ein Funktionär der rechtsextremen NPD. Auch ein neues Notizbuch, in dem Namen und Adressen von 24 Personen aufgelistet sind, ist aufgetaucht. Auf der Feindesliste stehen Beamte des Verfassungsschutzes.

Gestern hatte die Bundesanwaltschaft mit Carsten S. einen weiteren mutmaßlichen Helfer der rechtsradikalen Zwickauer Terrorzelle festnehmen lassen. Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, stand der 31-Jährige 1999 an der Spitze des NPD-Kreisverbands Jena. Außerdem habe er dem Thüringer Landesvorstand und als Landesvertreter dem Bundesvorstand der NPD-Jugendorganisation Junge Nationaldemokraten angehört.

Beamte des Spezialkommandos GSG 9 hatten den Mann gestern in Düsseldorf festgenommen. Er soll den Terroristen eine Schusswaffe und Munition verschafft haben. Die Bundesanwaltschaft wirft ihm Beihilfe zu sechs Morden und einem Mordversuch vor. Der Mann wurde dem Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs vorgeführt. Der Haftbefehl sei in Vollzug gesetzt worden, teilte die Bundesanwaltschaft später mit. Damit befinden sich insgesamt fünf Verdächtige aus dem Umfeld des «Nationalsozialistischen Untergrunds» (NSU) in Untersuchungshaft.

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Carsten S. ist der zweite ehemalige NPD-Funktionär, der wegen des Verdachts, dem Neonazi-Trio geholfen zu haben, festgenommen wurde. Bereits seit November sitzt Ralf Wohlleben, der zwischenzeitlich zum stellvertretenden Landeschef der Thüringer NPD aufgestiegen war, als mutmaßlicher Unterstützer der Terrorzelle in Untersuchungshaft. Dieser werden die Morde an neun Kleinunternehmern türkischer und griechischer Herkunft sowie an einer Polizistin zur Last gelegt.

Neue Liste mit 24 potentiellen Opfern

Nach einem Bericht der taz sammelten die Rechts-Terroristen auch Adressen von Beteiligten am 2003 gescheiterten NPD-Verbotsverfahren. In der abgebrannten Wohnung der Neonazis in Zwickau hätten die Ermittler ein Notizbuch mit 24 von Hand notierten Namen und Anschriften gefunden.

Darunter seien auch die beiden Rechtsprofessoren, die Anfang 2001 im Auftrag des Bundestags den Antrag auf ein Verbot der rechtsextremen NPD stellten. Außerdem fänden sich in dem Adressbuch die Namen von hochrangigen Sicherheitsbeamten des Verfassungsschutzes und der Polizei aus dieser Zeit.

Ein Sprecher der Bundesanwaltschaft sagte dazu, es sei eine Vielzahl von Namen und Adressen gefunden worden. «Es gibt keine Anhaltspunkte dafür, dass die Daten im Zusammenhang mit konkreten Anschlagsplanungen oder -vorbereitungen des NSU stehen könnten.»

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roj/jag/news.de/dpa

Leserkommentare (4) Jetzt Artikel kommentieren
  • RAGNAROEKR
  • Kommentar 4
  • 03.02.2012 09:48

ER ist aber nicht sein Schöpfer. Der Schöpfer von R - das bin ich.

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  • ichbinsselber
  • Kommentar 3
  • 03.02.2012 09:36
Antwort auf Kommentar 1

JAWOLL! Endlich mal einer, der die WAHRHEIT schreibt. Nach all den Opfern durch den linken Terror in den letzten Jahren, musste das ja mal gesagt werden. Immer geht es gegen die armen, rechten Volksgenossen, die sich doch wirklich um "unsere Leute" sorgen, nicht wahr R. ;-) ! P.S.: Es ist nicht unbedingt ein Zeichen von geistiger Gesundheit, wenn man sich, wie du selber, in der 3.Person Singular anspricht.Ich kann von dir als Herrn R. schreiben, aber du solltest dann lieber in der 1.Person Singular schreiben!Ist nur ein gut gemeinter Tipp.Ein guter Deutscher schreibt doch auch gutes Deutsch.

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  • hagal
  • Kommentar 2
  • 02.02.2012 21:41

Auf der Feindesliste stehen Beamte des Verfassungsschutzes? Es darf gelacht werden!Die auf der Liste stehenden Verfassungsschutzbeamten sind höchstens die Führungsleute der NSU,aber das werden die doch nicht zugeben sonst ist die ganze Farce ja aufgeflogen!Wie kommen die denn in ein Nazi-Notizbuch?Um dieser Frage auszuweichen werden die umgelogen zu vermeintlich auserkorenen Opfern.In dieser Bananenrepublik ist ja wirklich alles möglich.Schon Napoleon fand,daß keine Lüge zu grob gestrickt sein kann als daß die Deutschen sie nicht glauben und das gilt zum Glück für unsere Politiker noch immer!

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