Politiker-Panne Das ganze Netz lacht über Ansgar Heveling

Von news.de-Redakteur Martin Walter
«Das Web 2.0 ist bald Geschichte»: Dank eines realitätsfremden Kommentars macht sich der CDU-Politiker und Bundestagabgeordnete Ansgar Heveling innerhalb weniger Stunden zum Gespött des gesamten Internets. Mit bösen Folgen.

Ansgar Heveling - bisher dürfte dieser Name nur einem überschaubaren Kreis an Bundesbürgern ein Begriff gewesen sein. Am ehesten seinen Wählern im Wahlkreis Neuss und Krefeld, diese haben ihn schließlich in den Bundestag gehievt. Dank eines Gastkommentars im Handelsblatt hat der CDU-Politiker seinen Bekanntheitsgrad nun innerhalb weniger Stunden schlagartig potenziert. Allerdings nicht freiwillig, denn dank seines reichlich abstrusen Beitrags ist Heveling zum Gespött des ganzes Netzes mutiert.

«Liebe ‹Netzgemeinde›, das Web 2.0 ist bald Geschichte. Die Revolution der ‹digitalen Maoisten› geht vorbei - die Frage ist nur, wie groß die Schäden sind», leitet Heveling seinen Gastkommentar ein. Und meint es damit tatsächlich ernst. In martialischen Worten bereitet er seine Leser auf den Niedergang des Internets vor: «Das Web 2.0 wird bald Geschichte sein. Es stellt sich nur die Frage, wie viel digitales Blut bis dahin vergossen wird.»

Blamieren im Netz
Peinlich, peinlicher, Facebook
Abgeschleppt (Foto) Zur Fotostrecke

Das Resultat der wirren Worte: Die angesprochene Netzgemeinde klopft sich johlend auf die Schenkel und rollt lachend auf dem Boden. «Die Büttenrede des Ansgar Heveling zur Netzpolitik», umschreibt Markus Beckedahl Hevelings Machwerk, so kurz vor dem Karneval. Bei Twitter schaffte es der Suchbegriff #hevelingfacts in kürzester Zeit in die Toptrends, also zu den meist gesuchten Begriffen innerhalb des Kurznachrichtendienstes. Und die Beiträge zu Heveling triefen vor Schadenfreude.

«Ansgar Heveling warnt: Wer den Seeweg nach Indien sucht, fällt nur über den Rand der Welt», schreibt etwa @AndiPopp. @InsideX zieht einen noch makabereren Geschichtsvergleich. «Herrje, #hevelingfacts liest sich, wie ich mir ein Traktat des Ku-Klux-Klan vorstelle, das zum Rassenkampf aufruft.» Und @42465e verfolgt es mit Schrecken: «Das wir von solchen Leuten regiert werden macht wir mehr und mehr Angst.»

Doch es kam noch schlimmer für den Politiker: Nachdem bei Twitter Passwort und Username die Runde machten, wurde am frühen Montagabend auch noch die Internetseite von Heveling gehackt. Das Ergebnis: Plötzlich zierten Einträge wie «Ich habe versagt» oder «Ich trete aus» die Seite. Inzwischen ist Hevelings Internetpräsenz wieder voll funktionsfähig.

Unfreiwillig bewahrheiteten sich so die martialischen Töne des Politikers schneller als gedacht. In seinem Kommentar hieß es noch: «Wenn wir nicht wollen, dass sich nach dem Abzug der digitalen Horden und des Schlachtennebels nur noch die ruinenhaften Stümpfe unserer Gesellschaft in die Sonne recken und wir auf die verbrannte Erde unserer Kultur schauen müssen, dann heißt es, jetzt wachsam zu sein.» 

roj/news.de

Leserkommentare (6) Jetzt Artikel kommentieren
  • Kathrin
  • Kommentar 6
  • 02.02.2012 08:37

Ich persönlich nütze Facebook und auch Twitter nicht.Habe aber auch nichts dagegen,denn mittlerweile nützt ja sogar die Polizei diese Seite ( Facebook) um nach Vermissten Menschen zu suchen,oder nach Tätern zu fahnden.Bei Hr.Heveling bin ich mir aber ziemlich sicher,dass er als das Gehirn verteilt wurde mit der Gabel anwesend war.Anders kann dieser Anflug von geistigem Dünnschiss nicht erklärt werden.Vielleicht hat Mama ihm auch nicht erlaubt Sega oder Gameboy zu spielen und er als braver Junge hatte eben nur seine Gummiindianer und Soldaten.

Kommentar melden
  • Lou
  • Kommentar 5
  • 31.01.2012 21:12

Ich finde das gar nicht so merkwürdig.Unsere Politiker sind schon seit Jahrzehnten nicht mehr ganz echt...Meine Mitbürger ängstigen mich viel mehr..denn sie sind es,die solche Idioten wählen.Die Abschaltung des Internets ist gar nicht so abwegig...Äypten hat es während der Unruhen vorgemacht :-) Dasselbe würde bei Unruhen in Deutschland auch geschehen..wir werden´s erleben :-)

Kommentar melden
  • Wolfgangh
  • Kommentar 4
  • 31.01.2012 12:30

Das ist doch mal eine erfreuliche Meldung! Deutschland lacht! Wie schön. Lachen soll ja gesund sein. Danke, Ansgar Heveling!

Kommentar melden
Kommentar schreiben  Netiquettelink | AGB
noch 600 Zeichen übrig