Rede zur Lage der Nation Obama ruft zum Klassenkampf

Barack Obama (Foto)
Präsident Obama forderte in seiner Rede zur Lage der Nation ausgerechnet höhere steuern. Bild: dapd

US-Präsident Barack Obama greift die Republikaner frontal an. In seiner Rede zur Lage der Nation forderte er mehr Gerechtigkeit und höhere Steuern. Obama beherzigte damit den Schlachtruf seines Vorgängers Bill Clinton, mit welchem Thema man Wahlen gewänne: «Es ist die Wirtschaft, Dummkopf.»

US-Präsident Barack Obama hat in seiner mit Spannung erwarteten Rede zur Lage der Nation das vermutlich wahlentscheidende Thema in den Vordergrund gerückt: die Wirtschaft. Er sprach sich für mehr wirtschaftliche Gerechtigkeit aus und forderte, jeder Amerikaner müsse wieder eine faire Chance erhalten. Dies seien keine rein demokratischen oder republikanischen Werte, sondern amerikanische Werte, sagte Obama vor beiden Kammern des Kongresses in Washington. Die Rede, einer der höchsten politischen Termine in den USA, wurde immer wieder vom Beifall zahlreicher Abgeordneter unterbrochen.

«Wir können uns entweder für ein Land entscheiden, in dem es einer sinkenden Zahl von Menschen richtig gut geht, während eine wachsende Zahl von Amerikanern kaum über die Runden kommt», sagte Obama. «Oder wir können eine Wirtschaft wiederherstellen, in der jeder eine faire Chance bekommt, jeder seinen Teil beiträgt, und jeder sich an die selben Regeln hält.»

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Der Präsident will höhere Steuern für Reiche

Angesichts der trüben Chancen, im geteilten Kongress seine Agenda durchsetzen zu können, wandte sich Obama eher an die Wähler. Er sprach sich für höhere Steuern für Großverdiener aus und erklärte, jeder, der eine Million Dollar oder mehr im Jahr verdiene, solle einen Mindeststeuersatz von 30 Prozent entrichten.

Der Zeitpunkt für diese Forderung hätte für Obama kaum günstiger sein können: Wenige Stunden zuvor hatte sein möglicher republikanischer Herausforderer Mitt Romney auf politischen Druck hin seine Vermögensverhältnisse offengelegt. Demnach führte Romney 2010 bei einem Gesamteinkommen von fast 22 Millionen Dollar (16,8 Millionen Euro) etwa 14 Prozent an Steuern ab.

Obama: «Amerika ist zurück»

Der Präsident kündigte außerdem weitere Erleichterungen für Hausbesitzer an. Diese sollten die Möglichkeit zur Refinanzierung zu niedrigeren Zinssätzen erhalten. Ein entsprechendes Programm solle Kredite sowohl der beiden von der Regierung geretteten Hypothekenriesen Fannie Mae und Freddie Mac als auch privater Hypothekengeber abdecken, sagte Obama. Auch Studenten stellte er mehr Hilfe in Aussicht.

Mit Blick auf die Außenpolitik erklärte der Präsident, der Ruf der USA in der Welt habe sich zuletzt verbessert. «Amerika ist zurück» als Weltmacht und sei «die unverzichtbare Nation» im Weltgeschehen, sagte Obama. Er betonte die Bedeutung eines Ausbaus der Beziehungen zu Asien und erklärte zugleich, die Allianzen zu den europäischen Ländern seien so stark wie nie. Insgesamt wurde die Rede aber klar von innenpolitischen Themen dominiert.

Republikaner: Obama spaltet die USA

Vor Beginn von Obamas Rede gab es im Parlament lang anhaltenden Applaus für die Abgeordnete Gabrielle Giffords, die beim Attentat von Tucson im vergangenen Jahr lebensgefährlich verletzt worden war. Die demokratische Politikerin hatte am Wochenende ihren Rücktritt angekündigt, um sich auf ihre Genesung zu konzentrieren.

Viel Beifall erhielt Obama gleich zu Beginn seiner Rede, als er erklärte, der getötete al-Qaida-Chef Osamba bin Laden könne Amerika nun nicht mehr bedrohen. Auch republikanische Abgeordnete applaudierte im Laufe der Ansprache immer wieder. In ihrer offiziellen Reaktion kritisierte die Partei die Rede aber als «pro-Armut» und warf Obama Spalterei vor.

krc/phs/news.de/dapd

Leserkommentare (3) Jetzt Artikel kommentieren
  • Eugen
  • Kommentar 3
  • 19.02.2012 07:12

Barack will nicht, dass es eine sinkenden Anzahl Menschen immer besser geht, also dass diese Menschen immer reicher werden. Damit ist er gegen den Kapitalismus und ist doch trotzdem der Präsident des kapitalistischsten Staates der Welt überhaupt. Er ist gegen das System, aber dafür. Das ergibt Sinn. Andererseits sind unsere Politiker leider nicht besser.

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  • h
  • Kommentar 2
  • 26.01.2012 22:41

Die USA der Weltausbeuter Nummer 1, es wird Zeit daß ein Land dieser Bande zeigt wo der Hammer hängt.

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  • El Zorro
  • Kommentar 1
  • 25.01.2012 16:50

Bei den USA frage ich mich schon lange: wer ich eigentlich Terrorstaat? Nun spaltet Obama die eigene Nation weil er zuviel Terror im Kopf hat. Fakt ist, wer Terror betreibt muss mit Terror irgendmann rechnen. Die USA sind stets bestebt die ganze Welt zu unterwerfen und wer sich dagegen auflehnt wird nieder gemacht. Um dieses Ziel zu erreichen stänkert er oft Jahrelang gegen den vermeintlichen Feind, der nur seine Unabhängigkeit behalten will, oder er wiegelt ganze Völker auf wie in Nordafrika, alles nur um den Israelis einen Gefallen zu machen. Wie Gorbi sagte: Zum Glück sind die USA Pleite.

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