Martin Schulz Ein Deutscher ist Chef im EU-Parlament

Martin Schulz (Foto)
Für Schulz ist der Präsidentenposten die Krönung einer langen politischen Karriere. Bild: dapd

Für ihn ist es der wichtigste Schritt in seiner politischen Karriere. Der SPD-Poltiker Martin Schulz aus Nordrhein-Westfalen ist neuer Präsident des Europaparlaments. News.de stellt den ehemaligen Buchhändler vor.

Martin Schulz (56) ist ein Laut-Sprecher. Seit 2004 steht der wortgewaltige und streitlustige Sozialdemokrat aus Eschweiler (Nordrhein-Westfalen) der 190 Abgeordnete zählenden Fraktion der Sozialisten und Demokraten im Europaparlament vor. Nun ist Schulz Präsident des Parlaments. Das bedeutet: Er spricht in den kommenden zweieinhalb Jahren für sämtliche 754 Euro-Parlamentarier. Dabei kommt es nicht so sehr auf konfliktfreudige Scharfzüngigkeit an. Vielmehr auf beharrliches Durchsetzungsvermögen im Machtpoker mit dem Ministerrat und der EU-Kommission.

Der Buchhändler aus dem deutschen Grenzland zu Belgien und den Niederlanden tritt mitten in der schweren europäischen Schuldenkrise an die Spitze des Europaparlaments. Das Parlament ist seit dem Ende 2009 in Kraft getretenen Vertrag von Lissabon zu einem wichtigen Akteur geworden. Ohne Zustimmung der Abgeordneten läuft auch im Kampf um Stabilität des Euros und gegen zunehmenden Vertrauensverlust bei den Bürgern nichts mehr. Der Präsident des Europaparlamentes ist der wichtigste Gesprächspartner der Regierungschefs.

Schuldenkrise
Der Euro in Not
Zwar haben Bundestag und Bundesrat am 29. Juni 2012 den ESM zur Euro-Rettung gebilligt, doch reichten die Linke, der CSU-Abgeordnete Gauweiler und eine Bürgerinitiative Klagen vor dem Bundesverfassungsgericht ein. (Foto) Zur Fotostrecke

Schulz gehört neben dem Grünen Daniel Cohn-Bendit zu den rhetorischen Schwergewichten des Europaparlaments. Als Parlamentspräsident ist er zwar von Amts wegen dem politischen Konsens verpflichtet, doch erwartet niemand, dass Schulz die Freude am harten politischen Schlagabtausch verlieren könnte.

Für Schulz ist der Präsidentenposten die Krönung einer langen politischen Karriere, die mit seinem Eintritt in die SPD begann, als er 19 Jahre alt war und ihn dann über den Stadtrat von Würselen und den Kreisvorsitz der SPD Aachen 1994 ins Europaparlament führte.

roj/cvd/news.de/dpa

Leserkommentare (5) Jetzt Artikel kommentieren
  • Wächterrat
  • Kommentar 5
  • 22.01.2012 06:29

Eigentlich ein Wunder das es keine Anti-EU Partei gibt. Die müsste doch massenhaften Zulauf haben.

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  • wurzelei
  • Kommentar 4
  • 20.01.2012 01:19

Eine völlig überflüssige Institution, die nichts zu sagen hat und voller Betrüger sitzt, sagenhafte Kosten verursacht und Vorteile ohne Berechtigung verschafft. Ausnahmen gibt es, wenn man am Flugplatz Baden-Baden sitzt und nicht die Abrechnungen kontrollieren kann, nur die Personen sieht, die schamlos den Steuerzahler abzocken.

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  • hagal
  • Kommentar 3
  • 17.01.2012 23:11

Wie wird man Ratspräses?2009 erreichte Schulz Aufmerksamkeit als er die schnelle Zustimmung zu einer 2.Amtszeit Barrosos verhinderte und zusammen mit dem Grünen Daniel Cohn-Bendit den Liberalen Guy Verhofstadt als Kandidaten zum Kommissionspräsidenten ins Spiel brachte.Später lockerte Schulz jedoch seinen Widerstand und forderte nur noch, dass Barroso auf bestimmte politische Bedingungen der Sozialdemokraten eingehen müsse.Im Gegenzug kam es zu einer informellen Einigung zwischen der konservativen EVP und der SPE, nach der Schulz im Jahr 2012 Präsident des Europäischen Parlaments werden soll!

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