Kreditaffäre Würden Sie von Wulff einen Gebrauchtwagen kaufen?

Bundespräsident Wulff (Foto)
Immer mehr Bürger sind der Meinung, dass Bundespräsident Christian Wulff keine gute Arbeit leistet. Bild: dapd

Von news.de-Volontär Ronny Janke
Vertrauen und Glaubwürdigkeit hat der Bundespräsident so gut wie verspielt. Krisenexperte Frank Wilmes hat «fast Mitleid» mit ihm. Für news.de arbeitet er sich durch die Wulff-Affären - mit spannenden Ergebnissen.

Muss Christian Wulff zurücktreten? Darüber streiten sich die Geister. In einem anderen Punkt herrscht jedoch weitgehend Einigkeit: Sein Krisenmanagement ist schlecht. Wann hätte der Bundespräsident gut daran getan, endlich die ganze Wahrheit zu gestehen, statt auf den Faktor Zeit und die falsche Taktik zu setzen? News.de blättert mit Frank Wilmes im Kalender der Causa Wulff.

Am 12. Dezember berichtete die Bild-Zeitung erstmals über die Kreditaffäre des Bundespräsidenten. 2008 hatte sich Wulff, damals noch Ministerpräsident, 500.000 Euro von einem befreundeten Unternehmerehepaar geliehen. Mittlerweile haben Staatsrechtler den umstrittenen Hausbaukredit geprüft und ein Gutachten erstellt, demzufolge sich Wulff damit strafbar gemacht haben soll.

Im Februar 2010 wurde Wulff zu diesem Kredit im niedersächsischen Landtag befragt, nannte aber die geschäftliche Beziehung zu dem Ehepaar Geerkens nicht. «Eigentlich wäre das der richtige Zeitpunkt gewesen, um ehrlich zu sein», so Wilmes Einschätzung. Schließlich sei es «das Normalste der Welt, sich von langjährigen und guten Freunden Geld zu leihen». Doch Wulff beharrte weiterhin darauf, im Landtag keine falschen Angaben gemacht zu haben. «An dieser Stelle hat sich Wulff wie ein Politiker benommen und von unseren Politikern erwartet man ja schon fast, dass sie tricksen und in solch einer Situation nicht die ganze Wahrheit sagen», sagt Wilmes.

Als das Nachrichtenmagazin Der Spiegel herausfindet, dass Egon Geerkens und nicht seine Frau die Verhandlungen über den Privatkredit geführt hat, äußerte sich Wulff zunächst nicht. Erst am 21. Dezember meldet sich sein Anwalt zu Wort und gibt zu, dass der Unternehmer bei den Kreditverhandlungen anwesend war.

«Mittlerweile habe ich schon fast Mitleid mit Christian Wulff und Mitleid ist die unterste Stufe von Respekt», urteilt Krisenexperte Wilmes, der auch die Pressekonferenz des Bundespräsidenten und das Fernsehinterview verfolgt hat: «Ich verstehe vor allem nicht, dass sich Wulff immer so klein macht, wenn er sich für einen neuen Fehler entschuldigt.»

Fünf Tage vor Heiligabend wird bekannt, dass der Unternehmer Carsten Maschmeyer 2007 eine Anzeigenkampagne für ein Interviewbuch mit Wulff bezahlt hat. Wulffs Anwalt betont am 20. Dezember, dass sein Mandant von der Finanzierung nichts gewusst habe. Branchenkenner halten das für unwahr. Mehr als 42.000 Euro soll Maschmeyer aus seinem Privatvermögen investiert haben. Finanzielle Unterstützungen in dieser Größenordnung werden in der Regel mit den Autoren der Bücher abgesprochen.

«Spitzenpolitiker sind unglaublich kleinkariert, immer daran interessiert, über jedes noch so kleine Detail informiert zu sein und gerade dieses Detail soll Wulff nicht mitbekommen haben», wundert sich Wilmes und ergänzt: «Die schlimmste Variante der Selbstverteidigung ist die, die Leute für dumm zu verkaufen.»

Am 2. Januar wird bekannt, dass Christian Wulff am 12. Dezember auf den Anrufbeantworter des Bild-Chefs Kai Diekmann gesprochen und ihm gedroht haben soll. Der ursprüngliche Kreditskandal gerät zur Nebensache. Den Anruf und die Drohung kann Wilmes menschlich nachvollziehen. Aber «zu glauben, dass Kai Diekmann sein Freund ist - darauf muss man erst mal kommen. Diekmann ist Chef einer Boulevardzeitung, die sich jeden Tag am Kiosk verkaufen muss. Das ist Kapitalismus pur», so der Mann, der sich auf Krisenmanagement und die Zusammenarbeit mit den Medien spezialisiert hat.

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Leserkommentare (218) Jetzt Artikel kommentieren
  • Eugen
  • Kommentar 218
  • 31.08.2012 00:24
Antwort auf Kommentar 214

Werden Sie von Wulff bezahlt? Versucht er die öffentliche Meinung zu beeinflussen? Das, was Sie geschrieben haben, ist lächerlich.

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  • gehtnicht
  • Kommentar 217
  • 05.02.2012 14:03

ZURÜCKTRETEN:JA GEBRAUCHTWAGEN ABKAUFEN:NEIN LÜGNER:JA GUTER BP:NEIN

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  • gehtnicht
  • Kommentar 216
  • 03.02.2012 16:17
Antwort auf Kommentar 214

JAWOHL:HERR OBERSCHRIFTFÜHRER WO IST EIGENTLICH DER UNTERGRUPPENSCHEIBER RAGNA? SEINE VERSTÄNDLICHEN UND AUSSAGEFÄHIGE KOMMENTARE BELEBEN DIESES FORUM ENORM,RS WÄRE FAST ÜNERTRÄGLICH FÜR ALLE USER HIER ,WENN KEINE QUALIFIZIERTEN KOMMENTARE VON UGS-RAGNA.HIER ERSCHIENEN,WIR HÄTTEN NICHTS ZULACHEN,ZU DISKUTIEREN WIE NORMAL DER REST DER WELT IST,AUSSER IHNEN BEIDEN SOWIE DER 2% GELBEN RECHTSRANDIGEN TRUPPE VON P.RÖSLER DER IMMER NOCH AM LIEFERN IST,BIS 2013 WIRD NOCH GELIEFERT ,WIE BEI EUCH BEIDEN/EINER KAPUTEN SCHREIBLINGE DER RECHTSRANDIGEN"DUMMENPARTEI"

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