Christian Wulff VW-Ärger, Luxusmode und 400 offene Fragen

Christian Wulff und Bettina Wulff (Foto)
Trägt Bettina Wulff ein selbst gekauftes Kleid? Oder ein geschenktes? Bild: dapd

Bundespräsident Christian Wulff kommt nicht zur Ruhe. VW-Investoren verlangen Schadenersatz, First Lady Bettina Wulff soll sich kostenlose Luxus-Klamotten gegönnt haben und die Bild-Zeitung übt neuen Druck mit der Mailbox-Nachricht aus.

Für Christian Wulff wird es auch nach seinem Interview nicht gemütlicher. Nach dem umstrittenen Hauskredit und dem mysteriösen Anruf bei Bild-Chefredakteur Kai Diekmann droht weiteres Ungemach. Ein Überblick.

Grüne stellen Anfrage zum Thema Wulff

Mit einem hundert Punkte umfassenden Fragenkatalog will die Fraktion der Grünen im niedersächsischen Landtag Licht ins Dunkel der Amtszeit des ehemaligen Ministerpräsidenten Christian Wulff bringen. Auch nach Wulffs Fernsehinterview sowie der Stellungnahme seiner Anwälte im Internet sei die Antwort auf die entscheidende Frage, ob Wulff damals gegen das Ministergesetz verstoßen hat, weiter unklar, sagte der Fraktionsvorsitzende Stefan Wenzel.

In dem Papier, das von der Landesregierung innerhalb einer vierwöchigen Frist schriftlich beantwortet werden muss, verlangen die Grünen unter anderem Auskunft über den Privatkredit, den Wulff für einen Hauskauf von der Ehefrau seines Freunds und Geschäftsmanns Egon Geerkens erhalten hat. Es gebe für den Hauskauf keinen Grundbucheintrag, keinen notariellen Vertrag und auch keinen Kontoauszug als Beleg für Zinszahlungen auf das Darlehen, sagte Wenzel. "Das schreit nach Überprüfung."

Die Wulff-Affäre
Alles begann mit einem Privatkredit

Weitere Themen der Anfrage sind die Kreditkonditionen Wulffs bei der BW-Bank, seine Urlaube bei befreundeten Unternehmern sowie die Aktivitäten und Mitglieder des «Club 2013».

Bild sendet Wortlaut der Nachricht an Wulff

Die Bild-Zeitung will den Wortlaut der umstrittenen Nachricht von Bundespräsident Christian Wulff auf der Mailbox von Chefredakteur Kai Diekmann zwar auch weiterhin nicht veröffentlichen. Die Chefredaktion hat dem Bundespräsidenten aber eine Abschrift des Wortlauts seines Anrufes zur Verfügung gestellt, «damit er sich bei Aussagen darüber nicht nur auf seine Erinnerung stützen muss», wie es weiter hieß.

Wer hat die Kleider von Bettina Wulff bezahlt?

Wie das Nachrichtenmagazin Focus vorab berichtete, hat Wulffs Ehefrau zum Teil kostenlos Kleider deutscher Luxus-Modehersteller zur Verfügung gestellt bekommen. Wulffs Anwalt Gernot Lehr habe dies bestätigt. «Frau Wulff wurden von verschiedenen deutschen Modehäusern Bekleidung aus den im Handel käuflichen Kollektionen zur Verfügung gestellt», zitierte der Focus den Anwalt. Die Bekleidung sei gekauft oder gegen Gebühr geliehen worden. Einige Kleider seien aber auch «kostenlos bereitgestellt» worden, sagte Lehr. Bei der Erstellung der Steuererklärung seien sie jedoch berücksichtigt worden.

Wer auch immer die Kleider zur Verfügung gestellt hat: Nach dem Modefauxpax zur Hochzeit in Monaco fragte sich news.de: Braucht Bettina Wulff einen Stylisten?

Christian Wulff und Co.
Achtung, Telefon!

Wulff hatte bereits im dem ARD/ZDF-Interview am Mittwoch gesagt, er sei auch von Journalisten gefragt worden, »wer die Kleider für Ihre Frau bezahlt hat, welche geliehen waren, welche sozusagen als geldwerter Vorteil versteuert werden«. Dazu könne er jetzt nur sagen: »Ich gebe Ihnen gern auf die 400 Fragen 400 Antworten.« Lehr war in seiner sechsseitigen Stellungnahme zu den Vorwürfen gegen Wulff nicht speziell auf dieses Thema eingegangen.

VW-Investoren fordern Schadenersatz von Wulff

Zahlreiche Banken, Versicherungen und Fonds fordern nach einem Bericht der Wirtschaftswoche von Christian Wulff Schadenersatz in Höhe von 1,8 Milliarden Euro. «Die Investoren aus Europa, USA und Asien werfen Wulff vor, als niedersächsischer Ministerpräsident im VW-Aufsichtsrat seine Pflichten verletzt zu haben», heißt es.

Hintergrund sei der Übernahmekampf zwischen Porsche und Volkswagen im Jahr 2008. Die Investoren hätten Antrag auf Einleitung eines außergerichtlichen Gütetermins gestellt. Ein Wulff-Anwalt erklärte, ihm sei von der Sache nichts bekannt. Volkswagen wollte den Vorgang auf Anfrage nicht kommentieren. Der Konzern hat bisher immer alle gegen ihn erhobenen Ansprüche in diesem Zusammenhang als völlig unbegründet bezeichnet.

beu/cvd/news.de/dpa/dapd

Leserkommentare (52) Jetzt Artikel kommentieren
  • Sachverhalt
  • Kommentar 52
  • 21.01.2012 21:15
Antwort auf Kommentar 49

Hallo Herr Kunze,über alle im PC überprüfbaren Möglichkeiten können Sie in Ihrem Zug weiterfahren,kommen auch irgentwo an.Sind dann allein,viel Glück! Trotzdem Original Saumagen Kohl:"Die Karavane zieht weiter"! Herzlichst Ihr Sachverhalt!

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  • JRS
  • Kommentar 51
  • 21.01.2012 21:06
Antwort auf Kommentar 28

ein "Schwälmer"bestraft sich! K 26 bis K 28.Das gibt aber Touristenentzug!Also "Schwälmer",bedankt EUCH!

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  • hubert reischmann
  • Kommentar 50
  • 17.01.2012 13:31

Nein - er soll weg ! Bei den Vorwürfen wäre es eigentlich angbracht von sich aus aufzuhören , bevor unser Ansehen in der Welt noch mehr leidet . Mal sehen was für Leichen bei VW noch ausgegraben werden

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