Verteidigung Iran testet Marschflugkörper im Persischen Golf

Iran testet Marschflugkörper im Persischen Golf (Foto)
Iran testet Marschflugkörper im Persischen Golf Bild: dpa

Der Iran hat zum Abschluss seines von Drohgebärden gegen die USA begleiteten Manövers im Persischen Golf seine modernste Schiffsabwehrwaffe getestet.

Teheran (dpa) - Der Iran hat zum Abschluss seines von Drohgebärden gegen die USA begleiteten Manövers im Persischen Golf seine modernste Schiffsabwehrwaffe getestet.

Der Tarnkappen-Marschflugkörper des Typs «Ghader» habe sein Ziel wie geplant erreicht, sagte der Militärsprecher Admiral Mahmud Mussavi der Agentur Irna am Montag. Zuvor hatte der Iran bei dem Seemanöver nach eigenen Angaben erfolgreich eine Mittelstreckenrakete getestet. Vor dem Hintergrund dieser Tests gaben die USA zuletzt die Lieferung von Abfangraketen an den Verbündeten Vereinigte Arabische Emirate bekannt.

Verwirrung gab es am Montag um die Flugleistung des iranischen Marschflugkörpers. Die «Ghader» hat nach ursprünglichen iranischen Angaben eine Reichweite von 200 Kilometern und kann sehr niedrig fliegen. Sie wird von Schiffen und auch von Land abgefeuert. Einige iranische Medien berichteten, die Reichweite sei zu einer «Langstreckenrakete» erweitert worden. Von Langstreckenraketen spricht man aber erst ab einer Reichweite von 3500 Kilometern. Die USA haben ihre 5. Flotte vor der Küste Bahrains im Persischen Golf stationiert.

«Der getestete Ghader-Marschflugkörper wurde aufgerüstet», sagte Mussavi der Nachrichtenagentur Isna. Radar, Zielpräzision, Reichweite und Navigation wurden verbessert, sagte der Admiral dem staatlichen Fernsehsender Irib. Zum Abschluss der Seemanöver wurden noch der Marschflugkörper «Nur» und die Rakete «Nassr» erprobt. Beide sind Weiterentwicklungen chinesischer Waffen.

Teheran hatte in den vergangenen Tagen mit einer Blockade der Straße von Hormus für den Fall gedroht, dass seine Ölausfuhren durch Sanktionen blockiert würden. An den Ölmärkten überwiegt noch Gelassenheit. Es ist nicht das erste Mal, dass der Iran mit einer Blockade droht. Aber Experten sind sicher: Die Ölpreise könnten massiv nach oben schießen, wenn der Konflikt zwischen dem Iran und den westlichen Industriestaaten eskalieren sollte und die Hauptroute der weltweiten Öllieferungen tatsächlich blockiert wird.

Durch die Meerenge von Hormus werden rund 40 Prozent der weltweiten Seetransporte von Rohöl abgewickelt. Die USA wollen den Seeweg mit Hilfe ihre Flotte offenhalten. Die Feinde des Irans sollten wissen, dass die iranische Marine «stark genug sei, um Panik unter den arroganten Mächten hervorzurufen», sagte Mussavi. Gleichzeitig betonte er aber die friedlichen Absichten Teherans.

Der Westen verdächtigt die iranische Regierung, unter dem Deckmantel eines zivilen Nuklearprogramms heimlich am Bau von Atomwaffen zu arbeiten. Israel und die USA haben deshalb auch Militärschläge gegen iranische Atomanlagen nicht ausgeschlossen.

Die USA haben zum Jahreswechsel ein Gesetz beschlossen, das Sanktionen gegen die iranische Zentralbank vorsieht, über die der Ölhandel abgewickelt wird. Ziel ist es, Teheran zur Aufgabe der Urananreicherung zu bewegen.

Am Neujahrstag verkündete Teheran einen weiteren Durchbruch für sein umstrittenes Atomprogramm: Erstmals sei es iranischen Wissenschaftlern gelungen, einen eigenen Kernbrennstab zu fertigen. Der Westen reagierte zurückhalten auf ein neues Angebot des Irans, die Atomgespräche wieder aufzunehmen.

Irna-Bericht auf Farsi

news.de/dpa

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