Syrien 40 Tote bei Bombenexplosionen

Viele Tote bei Bombenexplosionen in Damaskus (Foto)
Zerstörtes Auto nach einem Anschlag in Damaskus. Bild: dpa

Bei den ersten Selbstmordanschlägen in der syrischen Hauptstadt Damaskus seit Beginn der Massenproteste sind bis zu 40 Menschen getötet worden. Ist das Terrornetzwerk Al-Kaida für den Terroranschlag verantwortlich?

In einer ersten Reaktion machte die Führung um Präsident Baschar al-Assad die Terrororganisation Al-Kaida für die Explosionen verantwortlich. In Damaskus nahm zugleich ein Vorausteam für die Beobachtermission der Arabischen Liga seine Arbeit auf.

Nach offiziellen syrischen Angaben wurden bei den Attacken auf Gebäude der Sicherheitskräfte und des Geheimdienstes rund 100 Menschen verletzt. Die syrischen Staatsmedien berichteten im Tagesverlauf offiziell von mindestens 40 Toten. Zwei Attentäter hätten sich in ihren Fahrzeugen in die Luft gesprengt.

Die Agentur Sana verbreitete Aufnahmen, die verstümmelte Leichen, ausgebrannte Fahrzeuge sowie beschädigte Gebäude zeigten. Die meisten Toten seien Zivilisten gewesen, erfuhr dpa von den Behörden. Der Zustand vieler Verletzter wurde als kritisch bezeichnet.

Das syrische Fernsehen berichtete unter Berufung auf Regierungsmitarbeiter, dass nach ersten Untersuchungen das Terrornetzwerk Al-Kaida hinter den Anschlägen stecke. Für diese Behauptung wurden keine Beweise geliefert. Eine unabhängige Überprüfung der Vorgänge im autoritär regierten Syrien ist nicht möglich.

Die sunnitische Terrororganisation Al-Kaida steht im Verdacht, gezielt Anschläge gegen Schiiten zu verüben. Der syrische Präsident Assad zählt zur Minderheit der Alawiten, die vom schiitisch geprägten Iran unterstützt werden. Al-Kaida hatte Syrien bislang als Transitland für Anschläge im Nachbarland Irak genutzt.

Erst am Vortag hatte die Arabische Liga eine Mission gestartet, die das seit März andauernde Blutvergießen in Syrien beenden sollte. Das Assad-Regime geht seit Monaten gewaltsam gegen Oppositionsproteste vor.

Die Organisation schickte am Donnerstag ein erstes Team von zwölf Diplomaten und Experten nach Damaskus, um eine größere Beobachtermission vorzubereiten. Die soll ab Ende Dezember den Abzug der Armee aus den Städten und die Freilassung von Regimegegnern überwachen. Laut syrischem Staatsfernsehen besuchte das Team am Freitag die beiden Tatorte.

Oppositionelle halten die Initiative der Arabischen Liga für sinnlos oder gar für schädlich. Über die Internetplattform Facebook riefen Aktivisten daher am Freitag unter dem Motto «Protokoll des Todes, eine Lizenz zum Töten» zu landesweiten Demonstrationen gegen die Mission auf. Die Einwilligung des Assad-Regimes, Beobachter der Liga ins Land zu lassen, sehen sie als Ablenkungsmanöver. Damit wolle die Regierung lediglich verhindern, dass sich der UN-Sicherheitsrat mit der Krise befasse, hieß es.

Die Opposition will erreichen, dass der Weltsicherheitsrat so genannte Schutzzonen im Grenzgebiet zur Türkei einrichtet, in dem Deserteure und Oppositionelle Zuflucht nehmen können. Ein syrischer Aktivist sagte der dpa in Beirut, dass das Blutvergießen nur beendet werden könne, wenn sich das mächtigste Gremium der Vereinten Nationen einschalte.

Im Zentrum und im Nordwesten des Landes waren nach Oppositionsangaben in der Nacht zum Freitag erneut sechs Menschen getötet worden. In den Oppositionshochburgen Homs und Idlib hätten sich Regierungstruppen und Deserteure aus der syrischen Armee heftige Gefechte geliefert.

Nach UN-Schätzungen starben seit Beginn der Proteste gegen Assad im März mehr als 5000 Menschen. Die staatliche syrische Nachrichtenagentur Sana berichtete indes, dass bisher mehr als 2000 Sicherheitskräfte getötet worden seien. Wegen der Medienblockade sind Berichte aus Syrien von unabhängiger Seite nur schwer zu überprüfen.

roj/news.de/dpa

Leserkommentare (3) Jetzt Artikel kommentieren
  • kelevra
  • Kommentar 3
  • 09.02.2012 17:34

Man muß die Doku "Schachmatt" gesehen haben damit man versteht wie es in Libyen ablief und jetzt in Syrien wieder versucht wird: "http://www.youtube.com/watch?v=m7BEenUr6ZQ"! Der einzige Unterschied ist jetzt,daß Putin sich diesmal nicht über den Tisch ziehen ließ wie bei Caucescu und Gadhaffi sondern Assad nicht blindlings fallen läßt.Vielleicht hat er sich ja auch endlich diese Doku angesehen!

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  • Lorin
  • Kommentar 2
  • 25.12.2011 11:50

Die Polen besitzen ein Konzentrationslager in Polen.Dieser polnischer Konzentrationslager wird streng geheim gehalten.Es ist eine kriminelle Organisation,die dieses Lager finanziert.Auch polnische Pädophille sind Mitglied bei dieser Gruppe.Sie lernen NLP womit die polnischen Kinder zum Sex gezwungen werden.Unter einem kriminellen Namen verbergen sie sich.

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  • neinohnein
  • Kommentar 1
  • 23.12.2011 12:54

hört auf darüber zu berichten und bald wird ruhe sein. das ist wie mit kleinen kindern: je mehr man auf das gezeter und geschrei eingeht und es breit tritt, desto öfter werden sie es anwenden, weil sie gelernt haben: ich schreie, ich zetere und ich bekomme aufmerksamkeit. geht man aber auf das gezeter und geschrei gar nicht erst oder verhaltener ein, passiert genau das gegenteil: es herrscht ruhe! vor allem: vor weihnachten möchte ich sowas nicht lesen müssen! informationsgeilheit hin oder her ...

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