Irak Dutzende Tote bei Anschlägen in Bagdad

Eine Serie von Bombenattentaten hat Bagdad erschüttert. (Foto)
Eine Serie von Bombenattentaten hat Bagdad erschüttert. Bild: dapd

Eine Serie von Bombenanschlägen hat in Bagdad mindestens 70 Menschen das Leben gekostet. 200 Menschen verletzt, wie die Sicherheitskräfte mitteilten. Nach dem Abzug der US-Truppen droht die Lage zu eskalieren.

Es war die schwerste Anschlagsserie seit Monaten in Bagdad. In elf Stadtvierteln von Bagdad detonierten insgesamt 14 Sprengkörper. Die meisten Anschläge ereigneten sich in schiitischen Wohngegenden, betroffen waren aber auch einige sunnitische Viertel. Es gab mindestens einen Selbstmordanschlag. Zu den Anschlägen bekannte sich zunächst niemand. Angesichts der Vielzahl an offenbar koordinierten Explosion wurde aber vermutet, dass Mitglieder der Terrorgruppe Al-Kaida im Irak verantwortlich sein könnten.

Die Anschläge wurden knapp eine Woche nach dem Abzug der letzten US-Truppen aus dem Land verübt. Ein heftiger Streit in der irakischen Regierung droht, den mühsam ausgehandelten Machtkompromiss zwischen den Religionsgruppen zu kippen.

Am Wochenende waren die politischen Spannungen zwischen den Lagern der Sunniten und der Schiiten eskaliert. Der mit Haftbefehl gesuchte irakische Vizepräsident Tarik al Haschemi setzte sich am Sonntag in die halbautonome Kurdenregion ab. Ministerpräsident Nuri al-Maliki hat nachdrücklich die Auslieferung des sunnitischen Politikers gefordert. Al Haschemi hat die Vorwürfe als erfunden und politisch motiviert zurückgewiesen.

Der ranghöchste sunnitische Politiker im Irak gilt als scharfer Kritiker und Rivale des schiitischen Ministerpräsidenten. Al Haschemis Parteienblock Irakija hatte am Samstag aus Protest seine Arbeit im Parlament ausgesetzt. Grund sei die Weigerung der schiitischen Regierung, die Macht zu teilen.

Der Streit hat die Furcht vor einem Wiederaufflammen der religiös motivierten Gewalt im Irak zunehmen lassen. Am vergangenen Sonntag hatten die USA ihren fast neun Jahre dauernden Militäreinsatz im Irak abgeschlossen. US-Präsident Barack Obama begründete den Rückzug auch mit den Worten, die US-Truppen verließen ein Land, das «souverän und stabil» sei.

cvd/news.de/dapd

Leserkommentare (1) Jetzt Artikel kommentieren
  • herby
  • Kommentar 1
  • 22.12.2011 16:03

Herr Obama, was soll im Irak denn Stabil sein...das Geld daß die USA entwertet hat, oder darf der Irak sein Öl oder Gas nun wieder alleine Verkaufen...hat das Volk zu Essen...Ihre Lügen kotzen die Menscheit nicht nur im Irak an, auch unser Deutsches Volk hat die Nase von der USA gestrichen voll. Die Wahrheit ist doch daß im Irak Krieg lediglich der Dollar stabiler wurde, und genau dies ist der Punkt der Irak genauso wie jetzt der Iran wollen Öl,Gas und andere Bodenschätze in Euro oder Yen bezahlt haben,und nicht mehr in Dollar, Lügen haben Kurze Beine.

Kommentar melden
Kommentar schreiben  Netiquettelink | AGB
noch 600 Zeichen übrig