Nordkoreas Diktator Der große «Un»-bekannte

Von Dirk Godder
Auf Kim folgt erneut Kim. Der dritte Sohn des verstorbenen Kim Jong Il tritt nun dessen Nachfolge als Diktator Nordkoreas an. In dritter Generation soll Kim Jong Un die Macht der Kim-Dynastie sichern. Viel ist über den Junior nicht bekannt, aber die Welt zittert vor ihm.

Politisch weist Kim Junior kaum Erfahrungen auf. Doch steht er trotz seines vergleichsweise jungen Alters - er soll unter 30 sein - schon seit drei Jahren im Mittelpunkt der Spekulationen um die Nachfolgeregelung in dem abgeschotteten Staat. Seit seiner Beförderung zum Vier-Sterne-General und seiner Aufnahme in die Führungsriege der herrschenden Arbeiterpartei im vergangenen September war klar: Kim Jong Il hatte ihn damit zum «Kronprinzen» ernannt.

Kim Jong Un soll bis 1998 unter anderem Namen in der Schweiz die International School of Berne besucht haben. Sonst ist nur wenig über ihn bekannt. Die Familienverhältnisse der Kims sind in dem Land ein Tabu.

Das Schweizer Wochenmagazin L'Hebdo berichtete im März 2010, Kim habe die Schule im Alter von 15 Jahren ohne Abschluss verlassen. Seine Mitschüler hätten ihn als schüchtern und introvertiert beschrieben. Er sei gerne Ski gefahren und habe sich für Basketball interessiert. Zudem galt er als großer Bewunderer des US-Basketballstars Michael Jordan und des Actionfilm-Schauspielers Jean-Claude Van Damme.

Tyrannei und Folter
Die Diktaturen, an die keiner denkt

Jong Un wurde um das Jahr 1983 geboren. Seine Mutter war die dritte Frau Kim Jong Ils, die Tänzerin Ko Yong Hi. Ko starb Medienberichten zufolge vor mehr als sechs Jahren an den Folgen einer Krebserkrankung.

Ähnlichkeit mit Vater und Großvater

Nach einer Fotografie des erwachsenen Kim Jong Un hatte man im Ausland lange vergeblich gesucht. Seit dem vergangenen Jahr zeigten die Staatsmedien Kim Jong Un regelmäßig an der Seite seines Vaters. Er begleitete ihn auf Inspektionsreisen durchs Land und nahm mit ihm Militärparaden in Pjöngjang ab.

In einem Buch schreibt der frühere Koch Kim Jong Ils unter dem Namen Kenji Fujimori, dass der dritte von drei bekannten Söhnen seinem Vater am meisten gleiche - sowohl körperlich als auch hinsichtlich des Charakters. Kim Jong Un soll früh einen Sinn für Autorität und Macht entwickelt haben, schrieb die südkoreanische Zeitung The Korea Herald.

Noch mehr ähnelt Kim Jong Un seinem Großvater Kim Il Sung, der bis zu seinem Tod 1994 das Land diktatorisch regiert hatte. In Südkorea wurde spekuliert, dass sich Kim Jong Un kosmetischen Operationen unterzogen haben könnte, um die Ähnlichkeit deutlicher hervortreten zu lassen.

Unklarheit über Nordkoreas zukünftigen Kurs

Ebenso unbekannt wie der neue Diktator ist dessen politische Ausrichtung. Die kurz nach dem Tod von Kim Jung Il gezündete Kurzstreckenrakete wird in der Welt nicht als bedrohliches Zeichen gedeutet. Vielmehr wird von einer lange geplanten Militärübung ausgegangen.

Trotzdem blicken viele Staaten mit großer Sorge nach Pjöngjang. In Tokio, Seoul und Washington wird mit Argusaugen das politische Handeln Kim Jong Uns beobachtet. Eine besondere Rolle kommt Nordkoreas wichtigstem Partner, China, zu. Der Pressesekretär der chinesischen Regierung versprach: «Die Volksrepublik China wird sich mit Nordkorea weiter darum bemühen, die Freundschaft zwischen beiden Ländern und Völkern zu verstärken und zu entwickeln. China möchte zu Frieden und Stabilisierung auf der koreanischen Halbinsel und im nordkoreanischen Gebiet beitragen.» Nordkoreas Schutzmacht ist sich demnach über den zukünftigen Kurs der neuen nordkoreanischen Regierung auch nicht im Klaren.

Südkorea und die USA haben sicherheitshalber ihre Streitkräfte in Alarmbereitschaft versetzt. Es wird befürchtet, dass der neue Machthaber durch unüberlegte militärische Aktionen seinen Machtwillen demonstrieren will.

60 Jahre Kim-Dynastie

Un soll in dritter Generation die Macht des Familienclans sichern:

Kim Il Sung: Der zum «Großen Führer» aufgestiegene Bauernsohn wurde 1912 geboren. Nach der Besetzung des Nordens Koreas durch sowjetische Truppen 1945 wurde Kim dort Stalins Mann. Als 1948 die Demokratische Volksrepublik Korea ausgerufen wurde, ließ er sich zum Regierungschef ernennen. Er herrschte über den abgeschotteten Staat mit eiserner Hand bis zu seinem Tod 1994. Der bis heute gottgleich verehrte Kim Il Sung trägt den Titel «Ewiger Präsident».

Kim Jong Il: Der jetzt gestorbene Machthaber erlitt vermutlich 2008 einen Schlaganfall und war seitdem gesundheitlich angeschlagen. Geboren wurde er 1942 (oder 1941) in einem Ausbildungslager in der Sowjetunion. Die Propaganda verlegte die Geburt in ein Widerstandscamp am mythischen Berg Paektu in Korea während der japanischen Besatzung. Der «Geliebte Führer» setzte den despotischen Kurs seines Vaters fort. In seine Herrschaftszeit fällt der vollständige Zusammenbruch der Wirtschaft mit Hungersnöten. Der im Westen als Lebemann geschilderte Kim Jong Il soll von verschiedenen Frauen mindestens vier Kinder haben.

Kim Jong Un: Der jüngste seiner drei bekannten Söhne wurde von Kim Jong Il zum Kronprinzen aufgebaut. «Kim III.» soll eine Schule in der Schweiz besucht haben und Deutsch, Englisch sowie Französisch beherrschen. 2010 hatte Kim Jong Il seinen Sohn, der knapp 30 Jahre alt sein soll, zum Vier-Sterne-General gemacht und in die erweiterte Führungsriege der Partei geholt.

oro/iwi/news.de/dpa

Leserkommentare (3) Jetzt Artikel kommentieren
  • herby
  • Kommentar 3
  • 22.12.2011 19:46

PS: dieser kleine Dicke sollte besser mal sehen daß sein Volk was zu Essen bekommt, seine Armee bekommt am Tag 160 gr. Mais zu fressen und diese Bande wird immer fetter. Das Volk wird Ausgeplündert ohnes gleichen, was macht denn hier die USA...Nichts und nochmal Nichts, hier will jeder an die Bodenschätze und das Volk kann und wird wie immer nichts davon bekommen, Nordkorea hat mit die grössten vorkommen an Bodenschätzen, und Ausländische würden so gerne ran...aber leider sind diese A Versichert.

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  • Mailyn Pelagio
  • Kommentar 2
  • 20.12.2011 21:33

Erst zog es ihnen den ganzen Ostblock unter den Füssen weg. Dann verschwanden die Sozialistenfreunde Mubarak und Gaddafi. Und nun müssen die rotgrünen auch noch den Verlust ihres grossen Führers Kim Jong il verdauen. Abgesehen von rotgrünen Fahnen auf Halbmast in den Büros der europäischen Rotgrünen müssen sich die rotgrünen Träumer auch noch nach einem neuen Führer umsehen da auch Assad bald weg sein wird. Da bietet sich z.B. der Weissrussische Präsident doch gerade zu an um den sozialistischen Traum zu träumen. Peinlich!

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  • herby
  • Kommentar 1
  • 20.12.2011 20:10

Na und..sollen oder wollen diese Diktatoren ewig Leben, es ist auch gut so daß man den Tot noch nicht umgehen kann und alle in die Holzkiste müssen...es Fragt sich nur noch wie lange es dauert bis mit unseren Steurgeldern die von der Forschung für ewiges Leben verballert werden eine Lösung für Reiche finden...aber keine Angst alle Ihr normal Sterblichen für euch wird es diese Mittel nicht geben, nur unsere Politiker und Lobby stehen auf der Warteliste.

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