Nach Kim Jong Il Die Welt zittert vor Nordkorea

Öffentliche Trauer (Foto)
Öffentliche Trauer: Die Menschen in Pjöngjang beweinen den Tod von Machthaber Kim Jong Il. Bild: dpa

Von Rafael Wober
Unberechenbar: Nach dem Tod des langjährigen nordkoreanischen Machthabers warten die USA, Europa, Südkorea und der Verbündete China auf erste Signale der Politik Nordkoreas nach Kim Jong Il.

Einen Test einer Kurzstreckenrakete nur wenige Stunden nach der Bekanntgabe von Kims Tod am Montag werteten Vertreter der südkoreanischen Streitkräfte als Teil einer geplanten Militärübung und nicht als erste Amtshandlung des neuen Machthabers. Südkorea hatte bereits kurz nach der Todesnachricht seine Streitkräfte in höchste Alarmbereitschaft versetzt.

US-Präsident Barack Obama und der südkoreanische Präsident Lee Myung Bak wollten die Entwicklungen genau verfolgen. Die Bundesregierung hofft nach Kims Tod auf einen Wandel in dem ostasiatischen Land. Die Regierung sehe den Tod als Chance, «dass sich die Dinge dort wenden», sagte ein Sprecher des Außenministeriums am Montag in Berlin.

China sprach Nordkorea unterdessen sein «aufrichtiges Beileid» aus. Das Zentralkomitee der Kommunistischen Partei rief die Nordkoreaner auf, sich rund um die kommunistische Arbeiterpartei zu versammeln und unter der Führung von Kim Jong Un weiterzumarschieren.

Tyrannei und Folter
Die Diktaturen, an die keiner denkt

Trauer in Pjöngjang

In Nordkorea selbst marschierten Tausenden zu Plätzen und Monumente, viele brachen in Tränen aus und warfen in Trauer über die Nachricht des «geliebten Führers» ihre Hände in die Höhe.

Das nordkoreanische Staatsfernsehen gab den Tod von Kim Jong Il am Montag in einer Sondersendung aus der Hauptstadt Pjöngjang bekannt. Demnach starb Kim bereits am Samstag in einem Zug an Herzversagen, als er im Rahmen einer «Feldinspektion» unterwegs war. Eine am Sonntag erfolgte Autopsie habe die Todesursache bestätigt. Kim wurde offiziellen Angaben zufolge 69 Jahre alt, anderen Berichten nach war er jedoch 70.

«Es ist der größte Verlust für unserer Partei und der größte Trauerfall für unser Volk», erklärte eine in schwarz gekleidete Nachrichtensprecherin unter Tränen. Das Land müsse "unsere Traurigkeit nun in Stärke umwandeln und unsere Schwierigkeiten überwinden."

In einer Erklärung, die von der amtlichen Nachrichtenagentur KCNA verbreitet wurde, hieß es: «Das Herz von Kim Jong Il hörte auf zu schlagen, aber unser Heer und Volk wird sich immer an seinen noblen und erhabenen Namen und sein wohlwollendes Image erinnern.» Das Begräbnis soll am 28. Dezember stattfinden.

Neuer Kim

Unterdessen gab es deutliche Hinweise darauf, dass Kim Jong Ils jüngster Sohn Kim Jong Un die Nachfolge seines Vaters antreten würde. Die staatliche Nachrichtenagentur benannte ihn zwar nicht offiziell als neuen Machthaber, in einer Mitteilung hieß es aber, das Volk und das Militär hätten «sich dazu verpflichtet, die Führerschaft von Kamerad Kim Jong Un aufrechtzuerhalten». Er sei ein «großer Nachfolger» der nordkoreanischen revolutionären Philosophie der Autarkie.

Kim Jong Il hatte seinen jüngsten Sohn bereits im Herbst 2010 auf seine Rolle als Nachfolger vorbereitet und ihm ranghohe Ämter übertragen. Kim Jong Il selbst hatte nach dem Tod seines Vaters und Staatsgründers Kim Il Sung die Macht übernommen. Über den dritten Sohn des verstorbenen Machthabers ist nur wenig bekannt. Kim Jong Un, der zwischen 20 und 30 Jahre alt sein soll, begleite seinen Vater im vergangenen Jahr bei dessen Reisen durchs Land.

Zukunft von Atomgesprächen mit Nordkorea ungewiss

Der Tod von Kim Jong Il könnte die Bemühungen der USA und anderer Staaten zurückwerfen, Pjöngjang zur Aufgabe seines Atomwaffenprogramms zu bewegen. Aus US-Beamtenkreisen verlautete, die Regierung von Obama könnte Entscheidungen über eine Wiedereinbindung Nordkoreas in Atomgespräche sowie die Versorgung des Landes mit Lebensmittelhilfen verschieben. Zuvor war erwartet worden, dass die USA noch in dieser Woche diesbezüglich entscheiden würden.

cvd/news.de/dapd

Leserkommentare (3) Jetzt Artikel kommentieren
  • Lorin
  • Kommentar 3
  • 26.12.2011 15:31

Die Deutschen terrorisieren mich seit 19 Jahren

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  • Gast
  • Kommentar 2
  • 20.12.2011 12:23
Antwort auf Kommentar 1

Oder das Spiel mit dem Iran!? Israel hat noch nie gesagt, dass der Iran ausgelöscht werden soll. Was von dem Iran und anderen Terrororganisationen öffentlich propagiert wird.

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  • herby
  • Kommentar 1
  • 19.12.2011 22:12

Warum sollte man Angst haben, dieser neue Diktator wird gelenkt und geführt von seinem Millitär, es wird alles so laufen wie bisher. Hier solltet Ihr viel mehr Angst haben denn ein neuer Krieg steht vor der unserer Tür : die achso gute USA gegen den Iran: Quelle: http://www.politaia.org/terror/krieg-gegen-den-iran-bereits-beschlossen-ken-jebsen/ Ansehen lohnt, wir Deutschen Bürger müssen und sollten uns dafür einsetzen daß unsere Politikmarionetten dieses Spiel der USA und Israel nicht mit machen.

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