FDP Die Liberalen in der Selbsthilfegruppe

FDP-Spitze (Foto)
Die FDP-Spitze schöpft neuen Mut, sich selbst aus ihrer Krise zu retten. Doch das wird mehr als schwierig. Bild: dapd

Von Stefan Uhlmann
Nach dem Etappensieg des FDP-Vorstandes beim Euro-Mitgliederentscheid schöpfen die Liberalen neuen Mut. Der neue Generalsekretär Patrick Döring will nun die Handschrift der FDP in der Koalition erkennbarer machen.

Bei dem Entscheid zum dauerhaften Euro-Rettungsschirm ESM hatte die Parteibasis den Kurs der Führung um ihren Vorsitzenden Philipp Rösler gebilligt. FDP-Vize Holger Zastrow sagte: «Für eine angeblich dem Tode geweihte FDP war das ein bemerkenswertes Lebenszeichen», fügte er hinzu. «Durch Mitgliederentscheid und den neuen Generalsekretär haben wir freies Schussfeld, um die Partei im nächsten Jahr strategisch und programmatisch neu aufzustellen», sagte der sächsische FDP-Vorsitzende.

Aus Sicht der stellvertretenden FDP-Vorsitzenden Sabine Leutheusser-Schnarrenberger hat die Partei einen Kurs weg von der Verengung auf Steuersenkung eingeleitet. Die Partei könne «jetzt richtig Fahrt aufnehmen», sagte die bayerische FDP-Chefin dem Focus.

Rösler, Bahr & Co.
Die Köpfe der FDP
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Birgit Homburger, ebenfalls FDP-Vize, appellierte an die Liberalen, sie müssten nun mit solider Sacharbeit in großer Geschlossenheit das Vertrauen der Bürger zurückgewinnen. «Dann haben wir gute Chancen, nicht nur dem Bundestag wieder anzugehören, sondern auch der Regierung», sagte Homburger der Südwest Presse.

Die FDP ist zäh

FDP-Generalsekretär Döring will den Anteil der FDP in der Regierungsarbeit wieder stärker herausstellen. «Uns ist es in dieser schwierigen Zeit nicht immer gelungen, den blau-gelben Faden in den Entscheidungen der Bundesregierung sichtbar zu machen. Das muss sich ändern», sagte Döring der Leipziger Volkszeitung. Zugleich sieht er gestiegene Chancen für die FDP in der Parteienlandschaft. «Nach den linken Beschlüssen von SPD und Grünen auf deren Parteitagen hat die FDP viel Raum bekommen, um mit liberaler Politik neu punkten zu können», sagte Döring, der am Mittwoch den überraschend vom Generalsekretärsposten zurückgetretenen Christian Lindner abgelöst hatte.

Mit Geschlossenheit und der Konzentration auf Sachthemen könnte die FDP auch aus Sicht des Meinungsforschungsinstituts Emnid wieder auf die Beine kommen. «Ich glaube, dass die Liberalen zäh sind. Sie werden eine schreckliche Zeit durchmachen - aber danach wieder an Zustimmung gewinnen», prognostizierte Emnid-Geschäftsführer Klaus-Peter Schöppner der Neuen Osnabrücker Zeitung. Voraussetzung sei allerdings, dass die Liberalen wieder Themen fänden, mit denen sie sich positionieren könnten.

Für ein Wiedererstarken der FDP ist aus Sicht des schleswig-holsteinischen FDP-Landeschefs Heiner Garg auch mehr Teamarbeit in der Parteispitze nötig. «Philipp Rösler ist ein verbindlicher und kluger Mensch, es wäre ein Zeichen von Stärke und Souveränität, wenn er sich als junger Bundesvorsitzender bei seiner Arbeit auch auf seine erfahrenen und profilierten Stellvertreter stützt», sagte Garg dem Hamburger Abendblatt.

cvd/news.de/dapd

Leserkommentare (10) Jetzt Artikel kommentieren
  • Ole
  • Kommentar 10
  • 19.12.2011 21:33
Antwort auf Kommentar 8

Bei den nächsten Wahlen gibt es auch keinen "Mindestlohn"für fdp-Abgeordnete mehr,denn es gibt keine fdp-Abgeordneten mehr! Die können dann mit ihrem Neo-Liberalismus mal in der Wirschaft glänzen, in der"Hotel-Küche"beim Abwasch!

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  • Bürger
  • Kommentar 9
  • 19.12.2011 21:25
Antwort auf Kommentar 8

Ganz schlicht die Botschaft des Neo-Liberalismus. Zurück ims Tiereich. Keine Regeln außer der einen:"Jeder sorgt für sich,dann ist für alle gesorgt"! Oder Bereicherung durch Unterwerfung. Bei den Hotels kommen die Führungskräfte der fdp bestimmt als Finanz-Matratzen und Bettvorleger unter.

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  • RAGNAROEKR
  • Kommentar 8
  • 19.12.2011 12:20
Antwort auf Kommentar 7

Sprechen Sie doch mal Klartext: An welcher Regierung war die FDP beteiligt, die Banken "rettete"? An welcher, die die fiskalische Situation geschaffen hat - was immer darunter zu verstehen ist. Und wer hat an der Situation verdient? Was ist Glanz und welches Volk hat für die Rettung der Banken gezahlt? Sprechen Sie da von Deutschland? Das Geschwätz Finanzmatratze ist ein Anschlag auf die direkte Demokratie und auch auf die Meinungsfreiheit. Und eine Schande für den, der sich Bürger nennt! R fordert: Zeigt den Neobolschewiken klare Kante.

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