Sicher oder nicht? Experten und Regierung zoffen sich um Fukushima

Japanische Arbeiter beim Einsatz auf dem Gelände des havarierten Atomkraftwerks Fukushima.  (Foto)
Japanische Arbeiter beim Einsatz auf dem Gelände des havarierten Atomkraftwerks. Laut Regierung soll das AKW Fukushima jetzt sicher sein. Bild: dapd

Neun Monate nach Beginn der Natur- und Atomkatastrophe in Japan hat die Regierung das havarierte Atomkraftwerk Fukushima Daiichi für sicher erklärt. Umweltschützer kritisieren das als eine bewusste Irreführung der Bevölkerung.

Laut japanischer Regierung ist Fukushima Daiichi unter Kontrolle. Das Ziel, die in Folge des Erdbebens und Tsunamis vom März schwer beschädigten Reaktoren bis zum Jahresende in einem sogenannten «cold shutdown» (Kaltabschaltung) unter Kontrolle zu bringen, sei nun erreicht, verkündete die Regierung.

Umweltschützer kritisieren das als eine Irreführung der Bevölkerung. Nach Definition der Regierung und des Atombetreibers Tepco liegt eine Kaltabschaltung vor, wenn die Temperatur am Boden der Druckbehälter unter 100 Grad gehalten wird.

Experten und Umweltschützer werfen der Regierung einen falschen Gebrauch des technischen Begriffs der Kaltabschaltung vor. «Hier von Kaltabschaltung zu sprechen, grenzt an eine bewusste Lüge», erklärte Reinhard Uhrig, Atomexperte von Global 2000. Die geschmolzenen Brennelemente hätten sich durch den Boden der Reaktordruckbehälter durchgebrannt und lägen nun als Klumpen auf dem Boden der Umhüllung. Dort wiesen sie weiter Temperaturen von schätzungsweise 3000 Grad auf. Von einem sicheren Zustand seien die Reaktoren noch weit entfernt.

Japan
Super-Gau in Fukushima

In dem AKW war am 11. März durch ein Erdbeben der Stärke 9,0 und einem anschließenden Tsunami das Kühlsystem so schwer beschädigt worden, dass die Brennstäbe in den Reaktoren 1 bis 3 vollständig schmolzen. Um die Reaktorkammern zu kühlen, besprühen die Reparaturtrupps sie weiter mit Wasser. Dazu errichtete der Betreiber Tepco ein Zirkulationssystem, mit dessen Hilfe inzwischen eine stabile Kühlung der Reaktoren gewährleistet sei. Die Entsorgung des verseuchten Wassers stellt weiter eines der größten Probleme dar.

san/eia/news.de/dpa

Leserkommentare (2) Jetzt Artikel kommentieren
  • Antonietta
  • Kommentar 2
  • 16.12.2011 12:18

Atomkraft muss ein Auslaufmodell bleiben. Sonne, Wind und Wasser plus Energieeffizienz und Einsparung gehören die Zukunft!

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  • Augenblick
  • Kommentar 1
  • 16.12.2011 12:16

Das havarierte Atomkraftwerk ist nicht Japans einziges Problem, die japanische Regierung hat die Spende für die Fukushima- bzw. Tsunami-Opfer veruntreut und sie in den unsinnigen Delfin- und Walfang gesteckt, um die Crew um Seashepherd und Capitain Paul Watson "zur Strecke" zu bringen. Angesichts dessen, dass das Fleisch der gemetzelten Tiere sowieso ungenießbar sein dürfte, ein doppelter Betrug an Japans gebeutelter Bevölkerung. Atomkraftwerde dienen nur den Investoren, sonst niemand.

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