Protest in Ägypten Kairo zählt die Toten

Kairo (Foto)
In Ägypten demonstrieren wieder Tausende gegen die Militärregierung. Bild: dapd

Demonstranten besetzen den zentralen Tahrir-Platz in Kairo, um gegen die Herrschaft des ägyptischen Militärs zu demonstrieren. Dieses reagiert mit Gewalt: Mindestens 20 Menschen wurden bei den Auseinandersetzungen getötet.

Die Zahl der Toten bei den schweren Ausschreitungen in Ägypten ist auf mindestens 20 gestiegen. Etwa 1750 Menschen wurden laut Angaben des Gesundheitsministerium seit Beginn der Unruhen am Samstag verletzt. Etwa 3000 Demonstranten besetzten in der Nacht zum Montag den Tahrir-Platz in Kairo, nachdem sie sich bis in den späten Sonntagabend Straßenkämpfe mit hunderten Sicherheitskräften geliefert hatten, die Tränengas und Gummigeschosse abfeuerten.

«Wir gehen nirgendwo hin», sagte eine der Demonstranten, Mohammed Radwan, nachdem ägyptische Soldaten und Polizisten vergeblich versucht hatten, die Menge von dem Platz zu vertreiben. Zu Zusammenstößen kam es auch vor dem nahegelegenen Innenministerium.

Am Sonntag, dem zweiten Tag der schwersten Unruhen seit Monaten, hatten die Sicherheitskräfte auf dem Tahrir-Platz Zelte von Protestierenden in Brand gesteckt und waren mit Tränengas und Gummigeschossen gegen Tausende Menschen vorgegangen, die gegen den regierenden Militärrat unter Feldmarschall Mohammed Hussein Tantawi protestierten.

Ägypten
Der Aufstand der Unterdrückten

Wann gibt der Militärrat die Macht ab?

Der Militärrat hat wiederholt versprochen, die Macht nach den Präsidentschaftswahlen Ende nächsten oder Anfang übernächsten Jahres an eine gewählte Regierung zu übergeben, aber bislang kein genaues Datum genannt. Den Demonstranten dauert das zu lang, sie werfen dem Militärrat vor, die Entscheidung unnötig in die Länge zu ziehen und fordern eine Machtübergabe direkt nach dem Ende der Präsidentschaftswahlen im März.

Die Jugendprotestbewegung 6. April warf dem Militärrat vor, er wende die gleichen Methoden an wie einst Mubarak. In einer Erklärung forderte die Bewegung in der Nacht zum Montag unter anderem den Rücktritt der Übergangsregierung. Auch in der Hafenstadt Alexandria soll es in der Nacht Proteste und Tote gegeben haben.

sua/cvd/news.de/dapd/dpa

Leserkommentare (2) Jetzt Artikel kommentieren
  • Mailyn Pelagio
  • Kommentar 2
  • 25.11.2011 12:37

Langfristig werden in Ägypten wie in anderen arabischen Länder die Islamisten die Macht übernehmen. Und dann ist der "arabische Frühling" schneller vorbei als man denkt und die Probleme beginnen dann erst richtig. Und mit dem noch kommenden Wegfall der Erdölvorräte wird sich die Lage noch erheblich verschärfen. Die ganz grossen Unruhen stehen erst noch bevor und werden Enden im ganz grossen Töten.

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  • zweig
  • Kommentar 1
  • 21.11.2011 21:09

Kairo zählt die Toten alle anfaenge sind schwer der demokratische Weg in arabischen laender ist sehr lang .man muss warten .velleicht kommmt der Tag und die araber ihre echten freiheit bekommen,dazu nicht nur sie sondern den ganzen Welt von diesem Schritt wertvolle Interesse verdienen

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