Nord Stream Merkel und Medwedew eröffnen Megapipeline

Nord Stream (Foto)
Mit der Öffnung eines symbolischen Absperrventils haben Staats- und Regierungschefs aus Deutschland, Russland, Frankreich und den Niederlanden in Lubmin den ersten Strang von Nord Stream in Betrieb genommen. Bild: dapd

Jetzt fließt das Gas aus Sibirien direkt nach Westeuropa: Bundeskanzlerin Angela Merkel und Russlands Präsident Dmitri Medwedew haben in Lubmin die Ostseepipeline Nord Stream eröffnet. Die neue Leitung soll Deutschlands Energieversorgung absichern.

Mit der Öffnung eines symbolischen Absperrventils haben Staats- und Regierungschefs aus Deutschland, Russland, Frankreich und den Niederlanden in Lubmin den ersten Strang der russisch-europäischen Ostseepipeline Nord Stream offiziell in Betrieb genommen. Seitdem fließen stündlich zunächst etwa eine Million Kubikmeter sibirisches Gas über den deutschen Anlandepunkt zu Kunden in West- und Südeuropa - ausreichend, um mehr als vier Millionen Haushalte zu versorgen

An dem Festakt am Greifswalder Bodden nahmen neben Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Präsident Dimitrij Medwedew auch Frankreichs Premierminister Francois Fillon, der niederländische Ministerpräsident Mark Rutte, EU-Energiekommissar Günther Oettinger, Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) sowie Ex-Kanzler und Nord Stream-Aufsichtsratschef Gerhard Schröder teil. Er hatte 2005 zusammen mit dem damaligen russischen Präsidenten Wladimir Putin das in Polen und im Baltikum umstrittene Projekt auf den Weg gebracht.

Mit der 1224 Kilometer langen und 7,4 Milliarden teuren Gasleitung wird erstmals russisches Erdgas von Russland direkt nach Deutschland und weiter nach Westeuropa geleitet. Die Leitung soll im Endausbau eine Kapazität von jährlich 55 Milliarden Kubikmeter Gas haben. Damit können rechnerisch 26 Millionen Haushalte versorgt werden. Russland hofft angesichts des Atomausstiegs der Bundesrepublik darauf, künftig noch mehr Gas nach Deutschland zu verkaufen.

Oettinger sieht trotz der Eröffnung der neuen Ostsee-Pipeline Nord Stream keine zu große Abhängigkeit von russischem Gas. Die Abhängigkeit bestehe wechselseitig: «Die Russen liefern uns über alte und neue Leitungen etwa ein Viertel unseres Gasbedarfs. Dies machen sie seit Jahrzehnten ohne von ihnen gewollte Unterbrechung», sagte Oettinger im RBB-Inforadio.

«Das größte Energieinfrastrukturprojekt unserer Zeit»

Bundeskanzlerin Merkel bezeichnete Russland als herausragenden Partner bei der Energieversorgung. Trotz aller Bemühungen zur Diversifizierung der Energiequellen blieben beide Seiten auf Jahrzehnte miteinander verbunden, sagte Merkel. Die Energiepartnerschaft mit Russland biete große Chancen. Die Pipeline sei «das größte Energieinfrastrukturprojekt unserer Zeit» und beispielhaft für die Kooperation zwischen Russland und der EU.

Medwedew würdigte die neue Nord-Stream-Pipeline durch die Ostsee als «wichtigen Schritt zur Festigung der Beziehungen zur EU und zu Deutschland». Die Pipeline sei ein Beitrag zur Energiesicherheit in Europa und damit zur europäischen Sicherheit insgesamt. Bei seinem Besuch in Berlin lobte er die «strategische Partnerschaft» zwischen Russland und Deutschland.

Unmissverständlich übte Medwedew aber auch Kritik und forderte eine zügige Aufhebung des Visum-Zwangs, der für seine Landsleute bei der Einreise nach Deutschland und in die Europäische Union (EU) gilt. «Diese Frage hat eine Schlüsselbedeutung für die künftigen Beziehungen.» Bundespräsident Christian Wulff machte jedoch klar, dass die komplette Visafreiheit zwischen Russland und der EU kurzfristig nicht zu verwirklichen sei.

Der Bundespräsident zog eine positive Bilanz der deutsch-russischen Beziehungen. «Wir wollen die strategische Partnerschaft mit Russland mit Leben erfüllen und sparen dabei kritische Fragen nicht aus», sagte er. «Wir gehen in die richtige Richtung, aber es könnte manchmal schneller gehen.» Vor allem mahnte er Fortschritte im russischen Rechtssystem und bei der Pressefreiheit an.

kra/cvd/news.de/dpa/dapd

Leserkommentare (3) Jetzt Artikel kommentieren
  • beagle
  • Kommentar 3
  • 09.10.2013 16:40

Eine erneute Verbesserzung der Versorgung mit Rohstoffen für uns und Westeuropa ist zu begrüßen, wenn nicht nur die Preise dadurch günstiger werden, sondern damit auch die Beziehungen der friedlichen Koexistenz weiter ausgebaut werden kann..

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  • beagle
  • Kommentar 2
  • 09.10.2013 16:37

Was hat Wulf damit zu tun?

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  • junk
  • Kommentar 1
  • 04.12.2011 22:16

Merkel dreht am Rad...das wissen unsere Bürger schon lange. Der Gashahn ist auf und unser Geld verschwindet in Russland und der Ex Kanzler Schröder badet im Geld, was hier an Schwindel und Betrug abläuft das können wir uns nicht mal vorstellen, aber liebe Bürger wartet mal ab. Sehr schön und lustig wäre es jetzt seine Gasheizung auszubauen...mal sehen ob dann Merkel und Schröder noch immer Grinsen...aber da den Deutschen eh alles egal ist....lacht der Milliarden Dealer weiter.

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