Dienstag, 8. November News am Morgen

Athen muss weiter auf Geld warten (Foto)
Ein-Euro-Münze vor EU-Flagge: Noch ist der Ausgang der Schuldenkrise völlig unklar. Bild: dpa

Die Eurogruppe macht die nächsten Auszahlungen der Notkredite für Athen von einer schriftlichen Verpflichtung aller griechischen Parteien zum Sparprogramm abhängig. Außerdem im Nachrichtenüberblick: Datenschutzpanne bei den Piraten und Boxlegende Joe Frazier ist tot.

Warten auf neue Regierung in Athen. Europa und auch Griechenland selbst blicken mit Spannung nach Athen: Dort soll heute die neue Übergangsregierung offiziell vorgestellt werden, auf die sich die Parteien nach quälenden Verhandlungen am Abend geeinigt hatten. Der Wechsel in Athen setzt voraus, dass Ministerpräsident Giorgos Papandreou zurücktritt. Als heißester Kandidat auf die Nachfolge gilt der ehemalige Vizepräsident der Europäischen Zentralbank, Lucas Papademos. Die Übergangsregierung soll Griechenland vor dem Staatsbankrott retten und bis zu Neuwahlen im Februar führen.

Unterdessen macht die Eurogruppe die Auszahlung der nächsten Notkredite für Athen von einer schriftlichen Verpflichtung aller wichtigen griechischen Parteien zum vereinbarten Sparprogramm abhängig. Das gab der luxemburgische Ministerpräsident  Jean-Claude Juncker gestern abend nach einem Treffen der Euro-Finanzminister bekannt. Nach der Bildung einer Übergangsregierung in Athen müsse die schriftliche Erklärung abgegeben werden.

Griechenland
Streik und Gewalt

Neue Feuerprobe für Berlusconi. Dem umstrittenen italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi steht heute eine neue Feuerprobe bevor. Voraussichtlich ab 15.30 Uhr wird im Abgeordnetenhaus in Rom ein zweites Mal über den Rechenschaftsbericht 2010 abgestimmt. Sollte er das Parlament auch diesmal nicht passieren, wird mit einem Rücktritt Berlusconis gerechnet. Seit Wochen geht es in Rom darum, ob der Regierungschef seinen Platz räumt und den Weg entweder für Neuwahlen oder für eine Übergangsregierung freimacht. Berlusconi lehnt bislang einen Rücktritt ab.

Datenschutz-Panne bei Berliner Piraten. In der Fraktion der Piratenpartei im Berliner Abgeordnetenhaus ist es zu einer Datenschutz-Panne gekommen. In einer E-Mail an Bewerber für Stellen der Fraktion konnte jeder Empfänger die Mail-Adresse und damit wohl auch Namen der anderen Bewerber sehen. Der Fehler sei dem Parlamentarischen Geschäftsführer der Fraktion, Martin Delius, unterlaufen, berichtete der Tagesspiegel. Normalerweise werden bei Bewerbungen persönliche Daten vor dem Zugriff Dritter geschützt. Informationsfreiheit, Datenschutz und das Internet sind Kernthemen der Piratenpartei.

Schuldenkrise
Der Euro in Not

US-Boxlegende Joe Frazier gestorben. Der frühere amerikanische Schwergewichtsboxer Joe Frazier ist am Montagabend an Leberkrebs gestorben. Das bestätigte seine Familie in Philadelphia in einer Mitteilung. Er wurde 67 Jahre alt. Frazier kämpfte dreimal gegen Boxlegende Muhammad Ali und wurde dabei selbst zum Titan. Den ersten als «Kampf des Jahrhunderts» in die Boxgeschichte eingegangenen Fight gewann er 1971 im New Yorker Madison Square Garden - es war die erste Niederlage überhaupt für Ali. Die anderen beiden verlor er, darunter den «Thrilla in Manila» 1975. Obwohl Frazier nach Alis Treffern fast nichts mehr sehen konnte, wollte er noch in der 15. Runde gegen ihn antreten. Sein Trainer Eddie Fuch hielt ihn zurück und Ali sagte später, in diesem Kampf sei er dem Tod am nächsten gekommen.

Bundesländer für Wildtierverbot im Zirkus. Nach dem Willen der Bundesländer sollen Auftritte von Affen, Elefanten, Bären und Giraffen in deutschen Zirkussen verboten werden. Der Agrarausschuss des Bundesrats votierte nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur mit deutlicher Mehrheit für ein Wildtierverbot. Am 25. November soll das Plenum der Länderkammer diese Ausschussempfehlung absegnen. Damit steigt der Druck auf Union und FDP im Bundestag, den Weg frei zu machen für ein Ende der Dressur von Wildtieren im Zirkus.

Das Weiße Haus hat keine Hinweise auf außerirdisches Leben. Das Weiße Haus hat keine Hinweise auf die Existenz außerirdischen Lebens. Das teilte der Stab von Präsident Barack Obama am Montag mit, nachdem die US-Regierung in zwei Petitionen auf der Webseite des Weißen Hauses aufgefordert worden war, offiziell «eine außerirdische Präsenz» auf der Erde anzuerkennen. In der von Philip Larson verfassten Antwort hieß es: «Wir suchen nach ET, haben aber noch keinen Beweis.»

cvd/news.de/dpa/dapd

Leserkommentare (0) Jetzt Artikel kommentieren
Kommentar schreiben  Netiquettelink | AGB
noch 600 Zeichen übrig