Schuldenkrise Tritt Berlusconi zurück?

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Italiens Regierungschef Silvio Berlusconi steht angesichts der Finanzlage seines Landes unter Druck. Bild: dpa

Das hoch verschuldete Italien steht zunehmend im Visier der Finanzmärkte. Ministerpräsident Silvio Berlusconi muss sich einer riskanten Abstimmung im Parlament stellen. Die Rücktrittsgerüchte häufen sich - folgt Berlusconi Griechenlands Premier Papandreou?

Der italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi ringt weiter um seine Regierungsmehrheit und dementiert Rücktrittsgerüchte. Entsprechende Spekulationen seien «ohne Fundament», erklärte der angeschlagene Chef einer Mitte-Rechts-Regierung. Zuvor hatte der Berlusconi-Anhänger Giuliano Ferrara auf der Webseite der Tageszeitung Il Foglio verkündet: «Dass Berlusconi die Führung des Landes abtritt, ist sicher. Es handelt sich um eine Frage von Stunden, wenn nicht gar Minuten.» Andere Medien zitierten Twitter-Nachrichten mit einem ähnlichen Tenor.

Seit Wochen geht es in Rom darum, ob Berlusconi seinen Platz räumt und den Weg entweder für Neuwahlen oder für eine Übergangsregierung freimacht. Obwohl er zur Zeit keine absolute Mehrheit im Parlament mehr hat, lehnte Berlusconi bislang einen Rücktritt konsequent ab.

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Unter dem steigendem Druck der Finanzmärkte auf das hoch verschuldete Italien hatte der Premier nach einer nächtlichen Krisensitzung hinter verschlossenen Türen mit seinem Vertrauten Gianni Letta und seinem Parteichef Angelino Alfano am Morgen Rom und dem Parlament den Rücken gekehrt, um sich bis zum Abend nach Mailand zurückzuziehen. «Eine Atempause», hatten italienische Medien die Fahrt nach Mailand beurteilt. Doch soll er dort nicht nur mit seinen Kindern, sondern auch mit seinem Koalitionspartner und Lega-Nord-Parteichef, Umberto Bossi, zusammenkommen.

Gefährliche Feuerprobe

Am Dienstag wird erwartet, dass die Abgeordnetenkammer erneut über den bereits einmal durchgefallenen Rechenschaftsbericht 2010 abstimmt - eine gefährliche Feuerprobe für Berlusconi: Eine Niederlage würde nach Ansicht von Beobachtern den Sturz der Regierung bedeuten und die Mehrheit zerbröselt Medienberichten zufolge seit Tagen.

Unterdessen stieg der Druck auf Italien seitens der Finanzmärkte. Die Rendite für zehnjährige Staatsanleihen kletterte auf einen Rekord von 6,638 Prozent - Zeichen des großen Misstrauens der Investoren. Tatsächlich droht das Land, das nach Griechenland den höchsten Schuldenstand der Eurozone gemessen an der Wirtschaftsleistung aufweist, vor allem wegen politischer Probleme in den Strudel der Schuldenkrise zu folgen.

Angesichts seiner schwindenden Regierungsmehrheit gelang es Berlusconi trotz der Verabschiedung von zwei drastischen Sparpakten und allen Versprechungen gegenüber Brüssel bislang nicht, die Märkte zu beruhigen. Die internationalen Zweifel an der für die Durchsetzung von wichtigen Spar- und Reformmaßnahmen entscheidenden Handlungsfähigkeit der Regierung blieben bestehen.

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kra/rzf/news.de/dpa

Leserkommentare (1) Jetzt Artikel kommentieren
  • mattenb
  • Kommentar 1
  • 07.11.2011 20:01

Hoffentlich geht dieser "Herr" bald! Er ist nur noch peinlich für Italien und ganz Europa!

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